Jetzt giftiges Übel mit der Wurzel ausreißen

Von Wiebke Schwirten

Billwerder.
Das Jakobskreuzkraut ist zwar eine heimische Pflanze und sieht gelb blühend schön aus. Doch sie breitet sich seit einigen Jahren immer mehr aus und ist eine giftige Gefahr. Besonders Pferdehalter sind alarmiert. Zwar meiden die Tiere die frische Pflanze. Doch das Kraut kann über die Mahd ins Heu und so ins Futter gelangen.

Jakobskreuzkraut enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die zu einer chronischen Lebervergiftung und zum Tod der Tiere führen können. Pferde und Rinder reagieren auf das Gift besonders empfindlich, zumal es sich nicht wieder abbaut, sondern im Körper anreichert. Schon kleine Mengen können erhebliche Gesundheitsschäden anrichten.

"Das einjährige Jakobskreuzkraut blüht noch nicht und ist im Heu gar nicht zu erkennen. Doch es verliert auch nach dem Schnitt seine Giftigkeit nicht", sagt Peter Graumann, auf dessen Pachthof am Billwerder Billdeich der Reit- und Fahrverein Billwerder zu Hause ist. Auf den Grünflächen, die er selbst für die Futtergewinnung nutzt, achtet er penibel darauf, dass sich das Kraut nicht ansiedelt. Einzelne Pflanzen werden sofort ausgestochen.

So verfährt auch Herbert Putfarcken in Kirchwerder (Reit- und Fahrverein Kirchwerder). Doch beide Landwirte kennen Flächen, wo sich das Jakobskreuzkraut ungehindert ausbreitet - etwa in Naturschutzgebieten, auf extensivierten Flächen, auf Lärmschutzwällen an der Autobahn oder auf Gewässer- und Ackerrandstreifen, die nicht gemäht werden. Auch in sandiger Erde von frisch aufgeschütteten Böschungen an gerade hergerichteten Straßenzügen finden sich die Samen und später die Pflanzen oftmals massenhaft.

Im ersten Jahr schlummert die Gefahr noch in der grünen Rosette mit den tief geschlitzten Blättern. Im zweiten Jahr blüht das Jakobskreuzkraut, und ungezählte Samen werden über den Wind verbreitet. Die Hauptblütezeit liegt im Juli (daher der Name, hergeleitet von Jakobi - dem Jakobstag, 25. Juli). Jetzt kann die Giftpflanze gut bekämpft werden.

Tipps: Rosetten mit der Wurzel ausreißen (Handschuhe tragen!) und entsorgen (nicht zum Kompost, sondern in die Restmülltonne); vor der Blühzeit mähen und nochmals nachmähen, Kahlstellen in der Grasnarbe vermeiden, denn dort keimen Samen bestens. Auch der Einsatz von Herbiziden ist möglich oder von natürlichen Fressfeinden. Die Raupen des Karminbärs, eines Schmetterlings - auch Jakobskrautbär (Thyria jacobaeae) genannt -, fressen sich durch die Blätter und Blüten.