Zu viel Mäuse, Kot und Wildkräuter

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Von Wiebke Schwirten

Neuengamme.
Von Neuengamme aus geht es mit dem Bus zum Deichkilometer 0 in Altengamme und von dort bis Kaltehofe und den Deichkilometer 34 - die Frühjahrsdeichschau führte gestern Deichvogt, Deichwarte, Mitarbeiter des Bezirksamtes und des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sowie einige Gäste quer durchs Landgebiet. Ausnahmsweise gab es zudem einen Abstecher in die zweite Deichlinie. Die Gesamtbilanz ist positiv: Keine Sturmflutschäden, die Deichabschnitte haben den Winter gut überstanden. Doch drei Faktoren bemängeln die Berichte: zu viel Wildkräuter, Mäusebefall und Hundekot.

Letzterer ist besonders für die auf den Deichen weidenden Schafe gefährlich, sie können ihn fressen und daran qualvoll sterben. Der Kot kann mit Eiern des Quesenbandwurms besetzt sein, für den Hunde der Endwirt sind.

Mittlerweile nutzen Hundehalter schon mitgeführte Plastikbeutel, um die Hinterlassenschaft ihres Hundes einzusammeln. Allerdings werden die gefüllten Beutel oftmals wieder auf dem Deich platziert. Tatsächlich sind Müllbehälter am Deich Mangelware. Andreas Pohl, Deichexperte beim Bezirk, und Michael Schaper vom LSBG appellieren an Hundebesitzer, die gefüllten Tüten mitzunehmen und später in Abfallbehältern zu entsorgen.

Derzeit liegen auch im Deichfuß große Haufen - es handelt sich aber um eingesammeltes Treibsel, etwa 1500 Kubikmeter, die in den nächsten Tagen abgefahren werden. Abgefahren wird in Höhe Hower Hauptdeich 55 auch ein ganzes Haus: Es steht im Deichfußbereich, ist aus Sturmflutschutzgründen von Hamburg gekauft worden und wird jetzt abgerissen.

Um die Grasnarbe auf dem Deich zu verbessern und den Moosbefall zu reduzieren, sind schon einige Kilometer Außendeich mit einem Flächenstriegel bearbeitet worden. Außerdem soll nachgesät werden, ist der Einsatz von Dünger und Kalk vorgesehen, zudem mehrere Mähschnitte. Ampfer und Kratzdistel werden mechanisch ausgestochen, die Kahlstellen mit Grassoden geschlossen.

Gern würde Andreas Pohl noch mehr tun - auch für die zweite Deichlinie. Doch das Budget (etwa 800 000 Euro inklusive 230 000 für den Straßenbereich) ist zu knapp - da hat die zweite Deichlinie das Nachsehen. Dabei löst sich am Moorfleeter Deich die Bitumenbefestigung allmählich in Wohlgefallen auf und wird von Knöterich unterwandert.

Mit der Nachforderung von 100 000 Euro könne nur wieder das gemacht werden wie bisher - nicht mehr. Denn die Preise steigen stetig.