Billwerder

Zitronen statt Verwarngeld

Blitz-Marathon: Schüler-Aktion am Mittleren Landweg

Mit einem Augenzwinkern führte die Bergedorfer Polizei gestern, am Tag des europaweiten Blitzmarathons, eine Geschwindigkeitskontrolle vor der Grundschule Mittlerer Landweg durch. Unterstützt von 46 Kindern aus den dritten und vierten Klassen stoppten die Beamten 32 Autos. Etwa die Hälfte der Autofahrer war zu schnell in der Tempo-30-Zone unterwegs. Sie bekamen von den Schülern Zitronen überreicht. Die anderen Fahrer hielten sich vorbildlich an das Tempolimit, wurden trotzdem gestoppt - und mit Schokolade belohnt.

Matthias Bolle von der Kradstaffel in Zollenspieker hatte die Autos zwischen 8.15 und 10.15 Uhr im Visier seines Lasermessgerätes. Wer wegen leicht überhöhter Geschwindigkeit herausgewinkt worden war, erhielt eine mündliche Verwarnung, musste aber nach einem kurzen Gespräch mit Polizei und Kindern kein Verwarngeld zahlen. Lediglich ein VW-Fahrer, der mit 23 Stundenkilometern zu viel unterwegs war, zahlt nun 80 Euro Bußgeld und bekommt einen Punkt in Flensburg.

Nicht nur beim Auftakt der Aktion "Rücksicht auf Kinder kommt an", sondern im gesamten Bezirk Bergedorf kontrollierte die Polizei bis Stand gestern Nachmittag die Geschwindigkeit von rund 700 Fahrzeugen. Die Verkehrsstaffel Süd war auf dem Fanny-Lewald-Ring und an der Holtenklinker Straße im Einsatz. Die Beamten maßen dort bei 612 Fahrzeugen das Tempo - 42 waren zu schnell, allerdings mit maximal 20 Stundenkilometern. Es blieb so bei Verwarngeldern von bis zu 35 Euro. Die Polizei Bergedorf verzeichnete an der Billwerder Straße, dem Mittleren Landweg und der Lohbrügger Landstraße insgesamt sechs geringe Tempo-Verstöße.

Absoluter Spitzenreiter war ein Autofahrer auf der Bergedorfer Straße (B 5) in Lohbrügge: Er brachte es innerorts auf 133 km/h - erlaubt ist an dieser Stelle nur Tempo 70. Die Folge: 480 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei.

In Deutschland kontrollierten beim europaweiten Blitzermarathon gestern 13 000 Polizisten an 7000 Stellen. Die Aktion war heute Morgen beendet. Abschließende Ergebnisse liegen noch nicht vor.