Hamburg

Showstars in blauer Uniform

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Thomas Heyen

Polizei: Knuth Witt und Mirko Streiber treten bei Spektakel in Sporthalle Hamburg auf

Die Polizeishows in der Sporthalle Hamburg locken jährlich bis zu 16 000 Besucher. Bei dem bunten Spektakel dabei sind zwei Polizisten aus den Vier- und Marschlanden: Knuth Witt, Polizeiposten Ochsenwerder-Moorfleet, ist einer der Artisten der Motorradstaffel. Mirko Streiber, Pressesprecher der Hamburger Polizei, der mit seiner Familie in Zollenspieker lebt, moderiert die Show. Sie wird am Freitag, 25., und am Sonnabend, 26. Oktober, an vier Terminen aufgeführt.

Bei der Polizeishow sind fast 300 Akteure aus ganz Europa zu erleben - darunter die "Starbugs", Erfinder der "rhythmischen Sportkomik" aus der Schweiz, "The Flying Grandpas" (Comedy/Trampolin-Artistik) und die Hundestaffel der Hamburger Polizei, die einen Wettkampf im Schnauzball liefert. Neben den Artisten der Hamburger Polizei stehen auch die Motorrad-Polizisten der Pariser Polizei im Rampenlicht.

"Die Polizeishow startete 1974 mit einigen turnenden Polizisten", sagt Streiber (47) und fügt hinzu: "Das hat sich sehr verändert." In der fast dreistündigen Show sind längst auch Profis zu erleben, die nicht zur Polizei gehören. Streiber: "Natürlich ist das Sprechen zu mehreren Tausend Menschen etwas ganz anderes als die Arbeit, die ich sonst mache. Ich bin jedes Mal überwältigt, wenn das Publikum mit Tausenden blauen Lichtern die Halle erhellt."

Knuth Witt ist seit 30 Jahren als Mitglied der Motorradtruppe dabei. Damals, 1983, war er bei der Bereitschaftspolizei. "Die Motorrad-Akrobatik brachte viel positives Feedback - im Gegensatz zu den Rangeleien in der Hafenstraße", sagt der 50-Jährige. Er fuhr damals als Polizist "im Aufklärungszug" auch auf der Straße Motorrad. "Aufgrund meiner Größe und meines Gewichts werde ich bei unseren Auftritten als Fahrer eingesetzt oder als einer, der andere auf seinen Schultern trägt", sagt Witt.

"Die Gruppe wurde 1977 eigens für die Show gegründet", berichtet der Motorradfan. Heute zählt sie 33 Akrobaten, darunter sieben Frauen. Bei ihren Auftritten zeigen die Polizisten allerlei waghalsige Einlagen, etwa einen Kopfstand auf dem Beiwagen oder einen Radwechsel während der Fahrt. Sie verfügen über 16 Oldtimer-Motorräder. Sie stehen in der Polizeischule an der Krochmannstraße. Auf dem dortigen Hubschrauberlandeplatz wird auch trainiert.

Zum Training treffen sich die Akrobaten eine Woche vor der Show. Dann sind sie für einige Tage vom Dienst freigestellt. Witt: "Meine Kollegen aus den Vier- und Marschlanden übernehmen in dieser Zeit meine Arbeit." Außerdem treffen sich die Motorrad-Akrobaten einmal im Monat in ihrer Freizeit. "Dann geht es allerdings mehr um die Instandhaltung der Maschinen", sagt der 50-Jährige.

Der Polizeiposten und seine Kollegen treten nicht nur in Hamburg auf: Vor wenigen Wochen wurden sie - neben 800 Dudelsackspielern - im Stadion auf Schalke beklatscht. Zuvor traten sie sogar bei einem großen Militär- und Polizei-Fest in Kanada auf. Witt: "Wir haben durchschnittlich vier Auftritte im Jahr."

Wer die Polizisten von ihrer akrobatischen Seite erleben möchte, sollte sich ranhalten: Die Nachmittagsvorstellung am Freitag, 25. Oktober, ist bereits ausverkauft. Für die Vorstellung am Tag darauf, 14.30 Uhr, gibt es nur noch wenige Karten, ebenso für die beiden Abendvorstellungen (jeweils 20 Uhr). Der Eintritt kostet zwischen 17,80 und 22,80 Euro. Karten-Telefon: (040) 428 65 99 45. Internet: www.polizeishow-hamburg.de.