Allermöhe

Multitalent Alge im Fokus der Forschung

| Lesedauer: 2 Minuten
Wiebke Schwirten

Projekt: E.on Hanse investiert in alternative Energie

Das Algen-Forschungsprojekt bei E.on Hanse wird erweitert: Zwei Millionen Euro werden jetzt für die Erforschung von Algenkraftstoff investiert. Das Bundesforschungsministerium fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit einer Million Euro, eine weitere Million Euro kommt von E.on und den Industriepartnern.

Schon seit 2007 wird auf dem Betriebsgelände von E.on am Allermöher Deich eine einmalige Mikroalgenforschung betrieben. Dabei arbeitet der Energieversorger eng mit der Technischen Universität Harburg und der Universität Hamburg zusammen. Neue Projektpartner sind die Universität Erlangen-Nürnberg und die Busan National University in Südkorea.

Ziel des neuen Forschungsprojektes ist es, das Multitalent Alge voll auszuschöpfen. Mit einem Bioraffinerie-Konzept sollen auch Nebenprodukte, die bei der Kultivierung und Erzeugung von Algen anfallen, weiter verwertet werden.

Mit Hilfe von Algen-Kraftwerken wurde in den vergangenen Jahren am Allermöher Deich untersucht, unter welchen Bedingungen (Licht, Wärme) die Mikroalgen am besten wachsen und wie viel CO2 sie dabei binden. Zusätzlich wurde kürzlich eine kleine Biogasanlage installiert. Algen sind aus Klimaschutzsicht besonders attraktiv, da sie in kurzer Zeit wesentlich mehr CO2 in Biomasse umwandeln als Bäume oder Energiepflanzen wie Mais. Dazu kommt: "Die Herstellung steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion", sagt Projektleiter Thomas Brauer.

Langfristig soll es gelingen, die Biomasse energetisch effizient zu nutzen, etwa als Biogas oder Biodiesel. Das würde zur Energieversorgung beitragen, das Klima nicht weiter aufheizen, das klimaschädliche CO2 würde gewissermaßen im Kreis gefahren. Personalvorstand Udo Bottländer ist überzeugt: "Die Erforschung der Gewinnung von Kraftstoffen aus Algen ist sehr wichtig für die Energieversorgung der Zukunft. Wer diese Option erschließen will, muss schon heute tätig sein."

Weitere Aspekte des Algen-Bioraffenerie-Konzepts nennt Prof. Kerstin Kuchta, Projektleiterin der TU Hamburg: "Algen bieten auch nachhaltige Potenziale für die Bereiche Pharma - Algen können antivirale Substanzen bilden -, Lebensmitteltechnologie oder Recycling von seltenen Erdmetallen."