Sandwisch

Flüchtlingscontainer auf Blindgängern?

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: BGZ/Wiebke Schwirten

Moorfleet. Insgesamt 100 Flüchtlinge sollen in Wohncontainer auf dem alten Schulgelände an der Sandwisch einziehen. Doch die mögliche Kampfmittelbelastung des Geländes aus dem zweiten Weltkrieg wirft Fragen auf.

Derzeit überschlagen sich die Nachrichten über den Zustrom von Flüchtlingen in Hamburg, von denen einige bereits notdürftig in Zelten Unterkunft finden müssen. Dabei wird neuerdings auch Curslack als neuer Standort für Wohncontainer genannt. „Aber in Curslack ist nichts geplant“, sagt Bergedorfs Sozialdezernentin Angela Braasch-Eggert.

300 Flüchtlinge bis 2015

Vorgesehen ist, auf einer Fläche am Curslacker Neuen Deich 200 Flüchtlinge in Containern unterzubringen, an der Sandwisch 100 Menschen in der alten Schule (etwa 40) und Containern (etwa 60). Die Unterbringung ist befristet bis Ende 2015. Dass dabei die 32 Wohncontainer in Moorfleet zumeist doppelt belegt werden, ist laut Braasch-Eggert nicht ungewöhnlich und auch dem Wunsch geschuldet, eher Familien als Einzelpersonen dort unterzubringen.

Verdacht auf Bomben unter Flüchtlingslager

Mehrfach wurde jetzt in öffentlichen Gremien wie dem Haupt- und Regionalausschuss die Sorge über eine mögliche Kampfmittelbelastung laut. Anders als der Standort am Curslacker Neuen Deich ist das Schulgelände in Moorfleet eine Kampfmittelverdachtsfläche – ein Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals haben sich die Alliierten über Ochsenwerder und Moorfleet oftmals der Bomben entledigt, die sie zuvor bei den Angriffen über dem Hamburger Zentrum nicht losgeworden waren. So mussten sie mit der gefährlichen Ladung nicht wieder auf dem eigenen Stützpunkt landen. Von diesen Bomben dürften einige als Blindgänger ungezündet tief im weichen Marschboden versunken sein.

Nur Oberflächensondierung nötig?

Vor tiefen Erdarbeiten wären also Sondierungsbohrungen bis in zehn Meter Tiefe notwendig. Für die Verlegung der Versorgungsleitungen bis zu den Containern muss aber lediglich etwa 1,20 Meter tief gegraben werden. Dafür genüge eine Oberflächensondierung, die laut Braasch-Eggert bereits erfolgt ist.

Für weitere Aufgrabungen im Oberflächenbereich würde „ein Sondierer mit einer Magnetsonde dem Tiefbauer voraus laufen“, erklärt die Sozialdezernentin. Auch bei späteren Reparaturen würde „fördern & wohnen“ als Betreiber der Unterkunft Firmen beauftragen, die mit den Begebenheiten vor Ort vertraut gemacht sind.

( ten )