Krapphofschleuse

Die Fahrpläne der Berufsschiffer gehen vor

Allermöhe (wi). Im Juli 2006 ging die automatische Krapphofschleuse in Betrieb.

Bei der Einweihung sagte der damalige Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp, dass er sich von der ersten automatischen Schleuse eine Belebung des Schifffahrtswegs Elbe und des Bergedorfer Hafens erhoffe. Die Rechnung ging auf. Mittlerweile tummeln sich derart viele Freizeitskipper auf der Dove-Elbe, dass das Bezirksamt vor Kurzem die Schleusungszeiten für private Nutzer reduzierte: Statt durchgehend von 8 bis 20 Uhr dürfen sie die Krapphofschleuse jetzt nur noch von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 20 Uhr nutzen. Außerhalb dieser Zeiten ist nur noch die Mitschleusung bei der Berufsschifffahrt möglich.

Auf allen Wasserstraßen gilt die Regel "Berufs- geht vor Sportschifffahrt". Nun passieren Bergedorfer Schifffahrtslinie und Alstertouristik mit ihren Fahrgastschiffen acht Mal in der Zeit von 12 bis 15 Uhr die Schleuse. Der reine Schleusungsvorgang dauert durchschnittlich etwa zehn Minuten, um die Pegeldifferenz von 0,50 Meter zwischen dem Neuen Schleusengraben und der Dove-Elbe auszugleichen. Wenn sich diese Zeit aber verlängert, weil die Berufsschiffer nicht nur auf das Öffnen des Außenhaupts, sondern den gesamten Schleusungsvorgang eines Sportschiffers abwarten müssen, "bekommen sie große Probleme, ihre Fahrpläne einzuhalten", sagt Dr. Andreas Aholt, Sprecher des Bergedorfer Bezirksamts.

Auch im Regionalausschuss waren die reduzierten Zeiten kurz Thema. Hier lautete der Grund aber "mehr haushalten". Denn weniger Schleusungen verursachen auch weniger Stromkosten. Zumal es für Kanuten und Kajakfahrer alternativ die Kanu-Treppe gibt.