Sandwisch

Flüchtlinge kommen schon im September

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Wiebke Schwirten

Foto: BGZ/Wiebke Schwirten

Moorfleet. Die Wohncontainer auf dem Gelände der alten Schule an der Sandwisch 66 müssen schnellstens möbliert und bezugsfertig werden. In Hamburg werden die Unterkünfte für Flüchtlinge knapp, müssen manche Asylbewerber schon in Zelten untergebracht werden.

Eigentlich war angestrebt, die 36 Einzelcontainer (inklusive Sanitär und Küche) erst zu belegen, wenn auch das angrenzende, alte Schulgebäude für die Aufnahme von Asylbewerbern hergerichtet ist. Doch der Druck, zügig zu handeln, steigt. Im Juli haben 10.000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Das sind doppelt so viele wie 2012. Das Bundesinnenministerium rechnet in diesem Jahr mit 100.000 Anträgen. Hamburg ist verpflichtet, 2600 dieser Flüchtlinge aufzunehmen.

Zentrale Aufnahmestelle hoffnungslos überbelegt

Die Zentrale Erstaufnahme in Hamburg-Nord ist bereits zu einem Drittel überbelegt. Hier können Flüchtlinge, die in Hamburg bleiben, bis zu drei Monate lang untergebracht werden. Ein Teil weicht bereits in eine Wohnaußenstelle nach Mecklenburg-Vorpommern aus.

Am Dientagnachmittag ist die Freiwillige Feuerwehr Warwisch alarmiert worden. Die Helfer unterstützten am Volkspark Mitarbeiter des Einwohnerzentralamtes beim Aufbau von Zeltunterkünften.

So wie die Erstanlaufstellen wird auch die Moorfleeter Unterkunft vom städtischen Dienstleistungsunternehmen „fördern & wohnen“ betreut. Die Container wurden im Juni an der Sandwisch aufgestellt – zunächst ohne Baugenehmigung, die aber mittlerweile erteilt ist. „Wir können in den Containern bis zu 64 Menschen unterbringen“, sagt Sprecherin Christina Schröder.

Flüchtlinge sollen im September nach Moorfleet kommen

Die Flüchtlinge sollen im September einziehen können, der genaue Termin stehe aber noch nicht fest. „In jedem Fall soll es vorher noch einen runden Tisch geben“, sagt Bergedorfs Sozialdezernentin Angela Braasch-Eggert, „auch, weil die Moorfleeter überlegen wollen, wie sie die Flüchtlinge begrüßen.“

Als Ansprechpartner vor Ort sieht der Personalschlüssel von „fördern & wohnen“ (f&w) in Moorfleet maximal einen Mitarbeiter vor (97 Flüchtlinge kommen auf einen Mitarbeiter). Er soll ein Büro auf dem Gelände haben und sich um die sozialen Belange der Menschen kümmern. Daneben ist aber auch Engagement von Freiwilligen gern gesehen, kann f&w hamburgweit auf 280 Helfer zählen. Fördern & wohnen betreut in Hamburg 40 Unterkünfte, in denen etwa 6000 Flüchtlinge und Wohnungslose untergebracht sind.

Insgesamt sollen 100 Flüchtlinge an der Sandwisch unterkommen

Insgesamt sollen auf dem Gelände an der Sandwisch 100 Flüchtlinge Unterkunft finden. „Wir hätten für mehr Menschen Platz schaffen können, doch die Zahl wurde auf 100 begrenzt“, sagt f&w-Sprecherin Schröder. Dazu muss das alte Schulhaus hergerichtet werden, an dem noch nichts saniert worden ist. Laut Schröder soll mit den Arbeiten im Oktober begonnen werden. Der Zeitplan ist sportlich: Schon im November sollen die Klassenräume in Zimmer aufgeteilt, Brandschutzauflagen erfüllt und Sanitäranlagen installiert sein. In Moorfleet sollen vorrangig Familien untergebracht werden, die Genehmigung soll nur bis Ende 2015 gelten.

Auch die doppelt so große Unterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks am Curslacker Neuen Deich soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.