Freiwillige Feuerwehr

Marschländer sorgen sich um Nachwuchs

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Thomas Heyen

Foto: ddp / DDP

Bergedorf. Der Trend zeichnet sich seit Längerem ab: Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren - so auch im Bereich Marschlande. Die etwa 250 Männer der neun Wehren rückten im vergangenen Jahr insgesamt 467-mal aus, in 2007 hatten sie 452 Einsätze.

Herausragendes Ereignis war im Juli 2008 die Havarie eines Öltankers auf der Elbe. Damals rückten die Wehren aus Spadenland, Fünfhausen und Neudorf mit ihren Booten aus, um Ölsperren zu legen und den Zustand des Flusses und seiner Uferflächen im Süderelbe-Bereich zu kontrollieren.

136 und damit die meisten Einsätze verzeichnete die FF Hohendeich: Fünfmal musste sie Feuer löschen, achtmal Technische Hilfe leisten und 123-mal zu Erstversorgungen ausrücken. Im Jahr 2007 waren es "nur" 119 Einsätze. "Im Einsatzgebiet der Kameraden liegt der Hohendeicher See mit seinen Campingplätzen. Dort wird im Sommer häufig die Feuerwehr angefordert, etwa, wenn ein Camper Kreislaufprobleme hat", sagt Dieter Deißelberg, kommissarischer Bereichsführer Marschlande und Wehrführer der FF Neudorf.

Die FF Berliner Tor, die ebenfalls zum Bereich Marschlande gehört, leistete 82 Einsätze (2007: 15 Einsätze): 22 Feuer, 60 Hilfeleistungen. Die Wehr ist auf technische Unterstützung der Einsatzleitung in der City spezialisiert.

Die weiteren Einsatzzahlen: FF Spadenland: 70 (2007: 81), FF Neudorf: 69 (67), Reitbrook: 44 (38), Moorfleet: 33 (76), Billwerder: 13 (21), Allermöhe: 12 (18), Fünfhausen: 11 (11).

Die Personalstärke der Wehren sei mit durchschnittlich 30 Einsatzkräften gut, sagt Deißelberg. Ausnahmen würden jedoch die FF Allermöhe (etwa 25 Retter) und die FF Billwerder (etwa 20) bilden. "Hier wird es langsam schwierig, die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten, zumal einige Kameraden bald aus dem aktiven Dienst scheiden", sagt Deißelberg.

Viele ältere Kameraden, die in den 1970er-Jahren in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten sind, um der Bundeswehr zu entgehen, würden in den kommenden Jahren 60 - und damit ein Fall für die Ehrenabteilung. Doch die Nachwuchswerbung gestalte sich schwierig: "Die jungen Menschen haben wenig Interesse am ehrenamtlichen Einsatz in der Feuerwehr." Dabei handle es sich um "nicht alltägliche Arbeit mit moderner Technik", sagt der Bereichsführer. Teamgeist und das Wissen, anderen Menschen helfen zu können, seien weitere wichtige Argumente für dieses Ehrenamt. Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, gründete die FF Neudorf im April 2008 eine eigene Jugendwehr. Deißelberg: "Sie hat bereits 15 Mitglieder."

Die Marschländer Feuerwehrleute nehmen regelmäßig an Lehrgängen teil, setzen sich in der Landesfeuerwehrschule in Billbrook mit Themen wie Atemschutz, Erste Hilfe oder Fahrzeugtechnik intensiv auseinander.

Auch an den Spitzen der Wehren gab es 2008 Veränderungen: Gerd Wobbe ersetzte als stellvertretender Wehrführer der FF Hohendeich Thomas Meyer. Neuer Wehrführer-Vertreter der FF Billwerder wurde Karsten Fliegner.