Entschieden

Sven Schneppel wird neuer Trainer in Curslack

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Volker Gast
Sven Schneppel hat in Curslack künftig das sportliche Sagen. Der 49-Jährige soll seine Erfahrung im Jugendbereich bei der Suche nach neuen Talenten einbringen.

Sven Schneppel hat in Curslack künftig das sportliche Sagen. Der 49-Jährige soll seine Erfahrung im Jugendbereich bei der Suche nach neuen Talenten einbringen.

Foto: Hanno Bode

Mit der Verpflichtung des bisherigen Lohbrügge-Coaches verbindet sich eine neue Ausrichtung: Die Vierländer wollen auf die Jugend setzen.

Curslack. Der bisherige Lohbrügger Coach Sven Schneppel wird Nachfolger von Christian Woike beim Fußball-Oberligisten SV Curslack-Neuengamme. Das gab der Verein am Sonnabend am Rande der 0:1-Niederlage beim Niendorfer TSV bekannt.

Abschied in Lohbrügge – Was wusste Schneppel?

Der 49-jährige Schneppel bildete zuletzt mit Elvis Nikolic ein Trainergespann beim Staffelkonkurrenten VfL Lohbrügge. Beide hatten kürzlich ihren Rücktritt zum Saisonende verkündet. Während Nikolic die Geschicke des VfL künftig als Sportlicher Leiter gemeinsam mit dem neuen Trainer Gökhan Acar weiter bestimmen wird, war der weitere Weg von Schneppel unklar. „Er hat mir erzählt, dass er beim Training schon gefragt wurde, ob er nun neuer Coach in Curslack wird, dabei hatte ich ihn zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht angesprochen“ amüsiert sich SVCN-Manager Oliver Schubert. Letztlich entschied sich Schubert dann aber doch für den früheren Spieler der TuS Dassendorf. „Sven kennt sich hervorragend im Jugendbereich aus. Er hat dort einen großen Überblick. Das hat bei der Verpflichtung eine Rolle gespielt“, betont Schubert.

Künftig Talente statt teurer Transfers

Denn mit Schneppels Verpflichtung geht ein Paradigmenwechsel in der Curslacker Vereinspolitik einher. Während unter Woike („Wer mich holt, will wissen, was sportlich für den Club möglich ist“) mit der Verpflichtung einer ganzen Reihe an gestandenen Spielern der schnelle sportliche Erfolg und der Angriff auf die Oberliga-Meisterschaft im Blickpunkt standen, soll es unter Schneppel nun eher um Nachwuchsförderung gehen. Zudem soll das Team wieder mehr Lokalkolorit erhalten. „Wir möchte in Zukunft neben gestandenen Oberliga-Spielern zusätzlich wieder mehr Talente, die im Raum Berge wohnen, in unseren Kader aufnehmen und entwickeln“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von SVCN-Präsident Hartmut Helmke und Schubert. „Wir möchten für diese talentierten und ehrgeizigen Spieler der erste Ansprechpartner im Bergedorfer Raum sein.“ Für Schneppel ist sein neues Engagement gewissermaßen ein Heimspiel. „Er wohnt gerade mal sechs Kilometer vom Platz entfernt“, streicht Schubert heraus.

Chance genutzt, den Verein neu auszurichten

In der laufenden Saison hatten sich die Curslacker durch einige unglückliche Niederlagen frühzeitig um ihre Meisterschaftschancen gebracht. Gleichzeitig legten sie aber auch spektakuläre Auftritte wie beim 7:3 gegen Barmbek-Uhlenhorst oder beim 9:1 gegen Meiendorf hin. Trotzdem war das Zuschauerinteresse am Gramkowweg spürbar zurückgegangen. „Das lag aber nur an der Corona-Pandemie, nicht an der Zusammensetzung der Mannschaft“, ist Schubert überzeugt. Als nun Woike aus beruflichen Gründen um eine Auflösung seines Vertrags zum Saisonende bat, ergab sich für die Vierländer die Chance, das Team neu auszurichten und damit möglicherweise auch wieder enger in den Verein einzubinden. „Der neue Trainer muss zu dieser Idee passen“, führten Helmke/Schubert weiter aus, „wir haben uns daher mit großer Überzeugung dafür entschieden, Sven Schneppel zu verpflichten.“

Torsten Henke wollte nur interimsweise aushelfen

Interimscoach Torsten Henke, der den SVCN in 16 Jahren zwischen 2002 und 2018 aus der Bezirks- bis in die Oberliga geführt hatte, hatte vor einer Woche spontan zugesagt, in den letzten Saisonspielen für Woike einzuspringen. Mit einem 4:1 gegen Buchholz und einem 2:1 beim SC Victoria feierte er dabei trotz personeller Probleme überraschende Erfolge. Doch Henke hatte der Vereinsführung gegenüber immer zu verstehen gegeben, dass seine Rückkehr an die Seitenlinie nur eine vorübergehende Lösung sein könne. „Für seine spontane Bereitschaft gilt Torsten ein besonderer Dank“, heißt es in der Verlautbarung des Vereins.

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