Basketball

TSG Bergedorf bastelt am Traum vom Klassenerhalt

| Lesedauer: 4 Minuten
Hanno Bode
Bergedorfs Spielmacher Matej Jelovcic (Mitte) ist umringt von den Cuxhavenern Marc Klesper (l.), Nene Kiameso (2.v.l.) und Desmond Arman Ringer (r.). Doch Jelovcic ist clever genug, sich auch in schier aussichtslos erscheinenden Situationen noch durchsetzen zu können. Und wenn man drei Gegner auf sich zieht, muss ja irgendwo jemand frei stehen.

Bergedorfs Spielmacher Matej Jelovcic (Mitte) ist umringt von den Cuxhavenern Marc Klesper (l.), Nene Kiameso (2.v.l.) und Desmond Arman Ringer (r.). Doch Jelovcic ist clever genug, sich auch in schier aussichtslos erscheinenden Situationen noch durchsetzen zu können. Und wenn man drei Gegner auf sich zieht, muss ja irgendwo jemand frei stehen.

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

Mit 76:63 haben die Stargazers die Cuxhaven Baskets besiegt. Nicht nur dank der Abwehr – Coach Björn Fock hat einiges umgestellt.

Hamburg. Nicht nur wegen seiner knallgrünen Sportschuhe fiel Björn Fock, Trainer der Basketballer der TSG Bergedorf Stargazers, während des Aufwärmprogramms seines Teams für die Partie gegen die Cuxhaven Baskets in der 1. Regionalliga Nord auf. Der Coach, der erneut als Spieler aushalf, trug zudem ein gleichfarbiges T-Shirt aus vergangenen Zeiten der Mannschaft mit der Aufschrift „Kiese“ auf dem Rücken.

Es war das Warmmach-Jersey des früheren Spielmachers Steffen Kiese, der von 2018 bis 2020 mit anderen Routiniers wie Florian Bunde, Markus Timm oder Marvin Steinberg für die TSG auf Korbjagd gegangen war. Vor zwei Jahren zerfiel das Ensemble, weil das Gros der damaligen Basketballer den Trainingsaufwand (drei Einheiten wöchentlich) nicht mehr stemmen wollte oder konnte. Fortan setzte Fock – auch aus finanziellen Gründen – komplett auf die Jugend.

Budget der Basketball-Abteilung ist knapp bemessen

Dass er nun das T-Shirt von Kiese auftrug, verdeutlichte noch einmal, wie knapp das Budget der Bergedorfer bemessen ist. Denn wer seine Trikots und Trainingskleidung bei seinem Abschied nicht abgibt, erhält von der TSG keine Freigabe für einen Wechsel.

„Wir brauchen die Sachen“, verdeutlichte Fock jüngst, als die früheren Spieler Philipp Simon und Timm bei einer Partie ihres Ex-Clubs vorbeischauten, um ihrem Wechselwunsch Nachdruck zu verleihen. Weil sie ihre Bekleidung aus Bergedorfer Zeiten nicht aushändigen wollten, gab es Knatsch.

Coach Fock stählt seine Mannschaft für den Abstiegskampf

Nebengeräusche, mit denen sich Fock eigentlich nicht beschäftigen möchte. Der Coach benötigt alle Zeit und Energie, um seine junge Mannschaft für den Abstiegskampf zu stählen. Und die Hoffnungen auf den Klassenerhalt haben durch den 76:63-Erfolg gegen Cuxhaven, dem zweiten Sieg in Serie, weitere Nahrung erhalten. „Wir haben gegen jeden Gegner in dieser Liga eine Chance“, stellte Fock nach der Partie zufrieden fest.

Dass dem so ist, hat auch mit der Lernwilligkeit und Lernfähigkeit seines Teams zu tun. „Wir haben einige Sachen umgestellt“, erklärte der Coach. „Was, verrate ich aber nicht“, ergänzte er mit einem schelmischen Lächeln.

Abwehrleistung der Stargazers verhalf ihnen zum Sieg

Doch es war für die 85 Zuschauer in der Sporthalle Fährbuernfleet offensichtlich, dass der Sieg der „Sternengucker“ auf einer formidablen Abwehrleistung basierte.

Immer wieder wurden die ballführenden Spieler der Gäste schnell und sehr aggressiv angegangen, Fehlpässe erzwungen und Gegenangriffe eingeleitet. „Sie waren überrascht von unserer Verteidigungsart“, freute sich Fock.

Sein Team spielte ein brillantes erstes Viertel, in dem es mit einer 25:11-Führung den Grundstein für den Sieg legte. Zur Pause konnten die Stargazers den Vorsprung sogar noch leicht auf 42:26 ausbauen. Nach dem Seitenwechsel vermochte es die TSG nicht konstant, ihr zuvor hohes Niveau zu halten, während Cuxhaven sich steigerte.

Kurz vor Schluss war die Bergedorfer Führung auf 68:61 geschmolzen. Und die Gäste waren in Ballbesitz. Es hätte also noch einmal sehr eng werden können für die Hausherren. Doch Marc Klesper vergab zunächst zwei Freiwürfe für die Baskets, bevor sein Teamkamerad An­dreas Hasenkamm aus dem Feld heraus den Korb verfehlte.

Ein 17-Jähriger wirft den entscheidenden Korb

Im Gegenzug nahm der 17-jährige Davis Charmlash sein Herz in die Hand und traf von der Drei-Punkte-Linie zum 71:61 – die Entscheidung! „Hauptsache gewonnen“, atmete Fock nach der Partie erleichtert auf.

Der Coach trug bei rund zwölf Minuten Einsatzzeit fünf Zähler zum Sieg bei. Und das übrigens im eigenen Trikot. Das frühere Warmmach-Shirt von Kiese hatte er vor Spielbeginn in der Kabine gelassen – und damit das letzte sichtbare Relikt aus vergangenen TSG-Tagen.TSG-Punkte: Matej Jelovcic (37), Prince Hukporti (12), Aleksandar Postic (11), Björn Fock (5), Bahaa Al Deen Allababidi, Stefan Röhrl (je 4), Davis Charmlash (3).

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