Favoritensiege

Mika Sosna und Sophie Scharnberg TSG-Sportler des Jahres

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Volker Gast
Sophie Scharnberg , Judoka JGS Sachsenwald

Sophie Scharnberg , Judoka JGS Sachsenwald

Foto: Torri Mahncke

TSG-Chef Boris Schmidt zog eine zufriedene Bilanz: Wir sind sehr gut durch die Pandemie gekommen.“ Doch einige Wünsche gibt es noch.

Bergedorf. Seit 13 Jahren ehrt die TSG Bergedorf im Rahmen eines Neujahrsempfangs ihre Sportler des Jahres. Dieses Jahr musste die Veranstaltung am Freitagabend wegen der Pandemie digital abgehalten werden. Dabei setzten sich die bei den Wahlen die Favoriten durch.

TSG-Sportlerin des Jahres 2021 ist Judo-Talent Sophie Scharnberg. Die 16-Jährige hat im vergangenen Jahr den Sprung in den Nationalkader geschafft und beim Ranglisten-Turnier des Deutschen Judo-Bundes den zweiten Platz belegt. Bereits vor zwei Jahren, als 14-Jährige, hatte sie die Wahl zur TSG-Sportlerin des Jahres gewonnen. Dieses Mal jedoch war es ein Krimi, denn mit 50,3 Prozent der online abgegebenen Stimmen setzte sich Scharnberg nur hauchdünn gegenüber der 17-jährigen Leichtathletik-Hoffnung Inga Schulz durch.

Etwas klarer mit 58,1 Prozent der Stimmen entschied Diskuswerfer Mika Sosna (18) die Wahl zum TSG-Sportler des Jahres gegen den Judoka Piet Noack (17) für sich. Sosna ist der Vierte der Weltjahresbestenliste in der Altersklasse U20 und gilt als große Olympia-Hoffnung. Vielleicht sogar schon für die Spiele in Paris 2024. „Gerade für den Wurfbereich bin ich aber noch ein sehr junger Athlet“, gab Sosna im anschließenden Interview zu bedenken. Diskuswerfer erreichen ihren Zenit in der Regel erst mit Mitte/Ende 20. So war Lars Riedel 29, als er 1996 in Atlanta Gold holte, Robert Harting 2012 in London 28 Jahre alt und sein Bruder Christoph Harting 2016 in Rio de Janeiro 26 Jahre alt. Robert Harting sei sein Vorbild, betonte Sosna: „Er ist jemand, der sagt, was er denkt.“

Das sollten zuvor auch die Gäste des Neujahrsempfangs, die Bergedorfer Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann und die frisch ins Amt gewählte Präsidentin des Hamburger Sportbunds, Katharina von Kodolitsch. Die neue Chefin des Hamburger Sports machte auf ein strukturelles Problem aufmerksam, dass die Corona-Pandemie in den Vereinen ausgelöst hat. „Wenn die Kinder sechs bis acht Jahre alt sind“, erläuterte von Kodolitsch, „dann entstehen die Vereinsbindungen. Diese Altersgruppe ist uns in den letzten zwei Jahren weggebrochen.“

Zwei Jahrgänge sind dem Sport verloren gegangen

Die TSG Bergedorf versucht, dem mit einer Expansions-Strategie zu begegnen. Diverse neue Projekte sind – teilweise schon seit Jahren – in Planung. Schmidt-Hoffmann erneuerte das alte Versprechen, dass der Hockeyplatz der TSG am Schulenbrooksweg erst dann einer Wohnbebauung weicht, wenn eine Alternative gefunden ist. „Diese Zusage gilt“, sagte Schmidt-Hoffmann, „ich habe aber leider diese Fläche noch nicht an der Hand.“ Die TSG-Hockeyabteilung wird also bis auf Weiteres auch weiterhin auf Naturrasen spielen müssen.

Nichts Greifbares gab es auch zum Plan der TSG Bergedorf, auf dem Parkplatz des Sportforums am Billwerder Billdeich eine Sporthalle auf Stelzen zu bauen nach dem Vorbild der Leichtathletik-Halle in Alsterdorf. Hier sollen die Mannschaftssportler des Vereins eine Heimat bekommen. Die TSG will für dieses Projekt Mittel aus dem Rahmenprogramm für integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) nutzen, denn der Hamburger Senat hat Bergedorf-West zum RISE-Gebiet erklärt. Dies gilt aber nur für sieben Jahre.

TSG Bergedorf plant Bau von zwei Freilufthallen

Weit fortgeschritten ist hingegen das Projekt einer Freilufthalle – einer sogenannten McArena (Kostenpunkt: 500.000 Euro) – am Ladenbeker Weg. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr starten können“, betonte TSG-Chef Boris Schmidt. Eine zweite Freilufthalle soll am Neuallermöher Sportpark entstehen. „Wir gehen da mit einem sechsstelligen Betrag rein“, stellte Schmidt in Aussicht.

2021 gab es für den Großverein keine Mitgliederverluste mehr

Das klingt nach Aufbruchsstimmung. Und in der Tat zog Boris Schmidt nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie eine positive Bilanz. „Der Verein ist sehr gut durch die Pandemie gekommen“, urteilte er, „vor allem auch durch die Hilfen der Stadt. So habe die TSG ganz im Gegensatz zu 2020 im Jahr 2021 unter dem Strich keine Mitglieder verloren, weil Verluste in der ersten Jahreshälfte durch Gewinne in der zweiten ausgeglichen wurden. Das war 2020 noch ganz anders gewesen, als in Summe 1300 Mitglieder dem Verein den Rücken gekehrt hatten, ein Minus von 800.000 Euro an Mitgliedereinnahmen. „Im Juli 2021 sind wir dann unter die Marke von 8000 Mitgliedern gefallen“, bilanzierte Schmidt, „doch im letzten Quartal 2021 hatten wir über 1000 Neueintritte, das ist im Prinzip ein Großverein für sich.“ Aktuell steht die TSG bei knapp 8700 Mitgliedern. Angesichts der Dynamik, mit der sich der Großverein von der Krise erholt, wagte Schmidt einen optimistischen Ausblick: „Unser Ziel ist es, bis Anfang 2023 wieder auf die Mitgliederzahl zu kommen, die wir vor der Pandemie hatten.“

Diese Leistungen wurden außerdem ausgezeichnet

Weitere TSG-Ehrungen 2021, Mannschaft des Jahres: Youngs Swans (American Football), Schiedsrichter des Jahres: Benjamin Knibbe (Handball), Trainer des Jahres: Florian Hahn (Judo), Ehrenamtliche des Jahres (Nele Jacobsen (Cheerleading), Hauptamtlicher des Jahres: Marcus Wolter. Nachgeholte Ehrungen 2020, Ehrenamtlicher des Jahres: Alexander David (Leichtathletik), Hauptamtlicher des Jahres: Tobias Münster (Sportpark), Online-Aktion des Jahres: TSG Kids Club, Presenterinnen (Trainerinnen) des Jahres: Sina Schuldt, Yasmin Faslija.

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