Hallenhockey

Spannendes Spiel, aber kein Happy End für den TTK

| Lesedauer: 4 Minuten
Volker Gast
Klaas Hilmer (4.v.l.) hat auf das Tor geschossen, der Keeper pariert. Joaquim Audran (l.) und Finn Dabelstein (r., beide TTK) sowie Gäste-Kapitän Noah Winneberger (Nr. 4) schauen zu.

Klaas Hilmer (4.v.l.) hat auf das Tor geschossen, der Keeper pariert. Joaquim Audran (l.) und Finn Dabelstein (r., beide TTK) sowie Gäste-Kapitän Noah Winneberger (Nr. 4) schauen zu.

Foto: Volker Gast

Der TTK Sachsenwald unterliegt in der 2. Bundesliga dem Großflottbeker THGC unglücklich mit 6:7. Daran hat es gelegen.

Wohltorf. Am Ende standen die rund 120 Zuschauer in der Hockeyhalle am Tonteich in Wohltorf auf ihren Bänken und bejubelten die Leistung des Verlierers – und das völlig zu recht. In einer intensiven und phasenweise hochklassigen 2. Bundesliga-Partie, die an Dramatik nicht zu überbieten war, hatte den Hockey-Herren des TTK Sachsenwald nur etwas Glück gefehlt, um die 6:7-Niederlage gegen den Großflottbeker THGC abzuwenden.

Jeden Tropfen Energie, der in ihnen steckte, hatten die Mannen um Kapitän Finn Dabelstein reingehauen, doch es sollte einfach nicht sein. Das Publikum hatte ein feines Gespür dafür, dass hier ein Team an seine Grenzen gegangen war, und feierte seine Helden überschwänglich.

Hallenhockey: Weg zum Aufstieg ist für TKK Sachsenwald nun sehr weit

„Körperlich sind wir heute auf jeden Fall ans Limit gegangen“, sagte TTK-Trainer Tobias Bremer. „Hockeytechnisch jedoch nicht. Diese Mannschaft kann so viel, und die Spieler schaffen es häufig nicht, das zu zeigen. Erst ab dem dritten Viertel haben wir alles ein bisschen cooler gespielt, waren nicht mehr so aufgeregt.“

Der Druck, der aus der Tabellensituation resultierte, war wohl zu groß gewesen. Mit Siegen gegen Großflottbek sowie im folgenden Heimspiel gegen Klipper Hamburg (9. Januar) hätten die „Tontauben“ Druck auf Spitzenreiter Braunschweig ausüben können. Nun hingegen wird der Weg zum Aufstieg ins Oberhaus sehr weit.

Das hat Gründe. Da ist zum einen die hohe Fehlerquote. Verteidiger Jan Burgdörfer, der überraschend in der Startformation stand, unterlief schon früh ein verhängnisvoller Fehlpass, der zum Gegentor führte (8.). Später stabilisierte sich Burgdörfer, war ein Aktivposten auf dem Feld. Doch dann unterlief ihm ein Eigentor zum 4:5 (47.). So blieb es ein gebrauchter Nachmittag.

Zwei Eigentore hintereinander kosten den TTK die Partie

Nun können Eigentore bei der Rasanz des Spiels schon mal passieren. Aber gleich zweimal? Denn auch bei TTK-Keeper Niklas Tanck wechselten Licht und Schatten. Erst parierte er in großartiger Manier eine Siebenmeter (49.), dann schubste er sich eine im Grunde harmlose Hereingabe von Levin Holste mit dem Fuß zum 6:6 selbst ins Tor (54.). „Hinterher war er untröstlich“, berichtete Bremer.

Auch vorne lief es nicht rund. Sturmführer Finn Dabelstein, zum Beispiel, verwandelte drei Strafecken, aber ließ zahlreiche weitere aus. „Er hat Ladehemmung im Moment“, ärgert sich Bremer. Überhaupt sind die Wohltorfer Strafecken, gemessen an den Ansprüchen in der 2. Bundesliga, zu wenig flexibel. Sehr viel ist auf Dabelstein ausgerichtet, das macht es den Gegnern leicht. Doch immerhin: Der Kapitän ging voran, als es darauf ankam. Nach einem ersten Viertel, über das wir besser den Mantel des Schweigens hüllen, waren die Wohltorfer schnell mit 0:3 in Rückstand geraten. Mit zwei Strafecken brachte Dabelstein die Hausherren wieder zurück ins Spiel.

TTK-Herren zeigen, wozu sie in der Lage sind

Und was können die TTK-Herren für ein Hockey spielen, wenn sie völlig losgelöst agieren! Zum Beispiel der Treffer zum 3:4 kurz nach der Halbzeit: Christian Neumann, der beste Wohltorfer an diesem Tag, spielt die linke Außenbahn hoch, Dabelstein leitet direkt weiter in die Mitte, wo Klaas Hilmer am zweiten Pfosten abstaubt. Ein Tor wie ein Stromschlag! Und eines, das Lust auf mehr macht. Auf viel mehr.

  • Torfolge: 0:1 Noah Winneberger (8.), 0:2 Levin Holste (11./Kurze Ecke), 0:3 Holste (13./KE), 1:3 Finn Dabelstein (15./KE), 1:4 Maximilian Baumgardt (22./Siebenmeter), 2:4 Dabelstein (27.(KE), 3:4 Klaas Hilmer (33.), 4:4 Dabelstein (45.), 4:5 Jan Burgdörfer (47./Eigentor), 5:5 Dabelstein (53.), 6:5 Hilmer (53.), 6:6 Niklas Tanck (54./Eigentor), 6:7 Winneberger (59./KE).

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport