TuS Dassendorf

Drei Tore – Martin Harnik lässt sich nicht lange bitten

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Hanno Bode
Martin Harnik überwand Paloma-Keeper Thor-Arne Höfs dreimal und durfte sich als Matchwinner feiern lassen.

Martin Harnik überwand Paloma-Keeper Thor-Arne Höfs dreimal und durfte sich als Matchwinner feiern lassen.

Foto: Hanno Bode

„Ein anderes Level“ sei Harnik, urteilte Paloma-Trainer Marius Nitsch nach dem 0:3 in Dassendorf. Doch es gab noch einen zweiten Matchwinner.

Dassendorf. Nachdem Trainer Jean-Pierre Richter eine kurze Analyse zum Duell mit dem USC Paloma im nach Spielen bei der TuS Dassendorf obligatorischen Mannschaftskreis gegeben hatte, ergriff sein Verteidiger Maximilian Ahlschwede das Wort. Der 31-Jährige hielt dabei einen kleinen weißen Kapuzenpullover in den Händen und übergab ihn schließlich Martin Harnik. Es war ein Geschenk des Teams für die Geburt seines Töchterchens, das Harniks Ehefrau Sharon kürzlich zur Welt gebracht hat. Es ist das dritte Kind des Paares. Der langjährige Bundesliga-Fußballer war etwas verlegen, bedankte sich unter dem Applaus seiner Mitspieler für das Präsent und lobte diese dann für eine „überragende erste Halbzeit“ im Oberliga-Schlager gegen den USC. Dass er selbst sehr großen Anteil am 2:0-Zwischenstand zur Pause und dem 3:0-Erfolg nach 90 Minuten hatte, sprach der TuS-Kapitän in seiner typisch bescheidenen Art nicht an. Dabei hatte er die Uhlenhorster mit drei Treffern beinahe im Alleingang besiegt.

Harnik macht den Unterschied zwischen zwei starken Teams

„Die Schlagzeile müsste ja eigentlich lauten: ‘Babybomber Harnik schlägt dreimal zu’“, witzelte dessen Coach und langjähriger Freund Richter. Einen nicht minder interessanten Vorschlag für eine Überschrift für die Gala des Ex-HSV-Angreifers hatte zuvor bereits „Tauben“-Trainer Marius Nitsch gemacht: „Harnik ist einfach ein anderes Level.“ Damit hatte der 28-Jährige, der 2011 gemeinsam mit Richter die B-Lizenz gemacht hat, fraglos recht. In einem „Spitzenspiel zwischen zwei tollen Mannschaften“ (TuS-Sportchef Jan Schönteich) machte der Dassendorfer Kapitän den Unterschied. Denn während die Gäste vor 214 Zuschauern am Wendelweg ihre Chancen ausließen, nutzte Harnik drei seiner Tormöglichkeiten eiskalt aus.

Zwei Tore binnen 120 Sekunden bringen die Vorentscheidung

Zunächst rannte der Routinier Palomas Abwehrchef Max Krause davon, drang unwiderstehlich in den Strafraum ein und traf per Schuss ins kurze Eck (32.). 120 Sekunden später profitierte „Hanno“, wie er bei der TuS gerufen wird, von einer unfreiwilligen Kopfballvorlage von Lennard Wallner, sprintete in Richtung USC-Gehäuse und ließ den in vielen Szenen toll parierenden Schlussmann Thor-Arne Höfs keine Abwehrchance. Den Schlusspunkt setzte Harnik schließlich in der 82. Minute nach Vorlage von Mattia Maggio, der ihn freistehend uneigennützig bedient hatte. Es war das ganz persönliche Geburtsgeschenk seines Schwagers. Echte Familienbande halt.

Starke Leistung von Dassendorfs Keeper Julian Barkmann

Doch den etwas zu hoch ausgefallenen Dassendorfer Erfolg im Topspiel nur an Harnik festzumachen, würde der guten Mannschaftsleistung nicht gerecht. Und insbesondere käme damit zu kurz, dass es einen zweiten Helden dieses Nachmittags gab: Torhüter Julian Barkmann. „Er hat herausragend gehalten“, lobte Richter seinen Schlussmann, der bereits im Hinrunden-Duell (3:1) eine famose Leistung gezeigt, anschließend aber trotzdem den Platz im TuS-Kasten an Christian Gruhne verloren hatte. Nun ist Gruhne verletzt und „Jules“, so Barkmanns Spitzname, glänzt erneut als starker Rückhalt.

„Harnik sucht in dieser Liga seinesgleichen“

Die Torwart-Personalie verdeutlicht, über welch enorme Qualität der TuS-Kader verfügt, aus dem gegen Paloma in Lennard Sowah, Kerim Carolus und Dennis Bergmann sogar noch drei herausragende Oberliga-Kicker fehlten. Andere Teams hätten diese Ausfälle vielleicht nicht kompensieren können. Aber sie haben eben auch keinen absoluten Ausnahmespieler wie Harnik in ihren Reihen, über den Nitsch treffend sagte: „Er hat eine brutale Qualität und sucht in dieser Liga seinesgleichen.“

TuS Dassendorf: Barkmann (1); Lenz (3), Ahlschwede (2) ab 84. Buchholz (-), Aust (2), R. Carolus (3); Dettmann (2-3), Maggio (3), Möller (3) ab 87. Klein (-), Strömer (3) ab 70. Kleine (-), Lam (2-3); Harnik (1) ab 84. Kurczynski (-).

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