Unverletzt

Bergedorfer überschlägt sich zweimal mit Rallye-Corsa

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Volker Gast
Lukas Thiele aus Bergedorf hebt mit seiner Beifahrerin Natalie Solbach-Schmidt im 140 PS starken Opel e-Corsa ab. 

Lukas Thiele aus Bergedorf hebt mit seiner Beifahrerin Natalie Solbach-Schmidt im 140 PS starken Opel e-Corsa ab. 

Foto: Sascha Doerrenbacher

Sportlich war der Ausflug nach Bayern für den Bergedorfer Rallye-Piloten Lukas Thiele ganz erfolgreich – bis zum großen Crash.

Bergedorf. An diesem Wochenende startet der Bergedorfer Rallye-Pilot Lukas Thiele mit seiner Beifahrerin Natalie Solbach-Schmidt (Olpe) bei der Atlantis-Rallye in Kaltenkirchen. Was sonst Routine wäre, wird nun zu einer großen mentalen Herausforderung, denn beide haben gerade einen schweren Unfall hinter sich gebracht. Beim 6. Lauf zum „Opel eRally Cup“ in Freyung (Bayern) überschlugen sie sich mit ihrem Opel eCorsa, entstiegen dem Wrack jedoch bis auf ein paar blaue Flecken unverletzt.

„Ich bin einfach zu schnell in die Kurve gefahren“, schilderte der 25-jährige Thiele den Hergang. „Das Heck rutschte in den Graben, der Wagen rollte seitwärts weg. Wir überschlugen uns zweimal, das Dach schlug dabei jeweils auf dem Boden auf. Das hat ganz schön gerummst. Schließlich kam das Auto wieder auf den Rädern zum Stehen.“ Vorsorglich wurden Lukas Thiele und Natalie Solbach-Schmidt (35) ins Krankenhaus gebracht, waren aber fast unverletzt. „Ich hatte meine Hände ja am Lenkrad, dadurch ist mir nichts passiert“, erläuterte Thiele. „Natalie hingegen konnte sich nirgendwo festhalten. Dadurch hat sie ein paar blaue Flecke abbekommen.“

Ein anderer Wagen raste gegen einen Baum

Es war nicht der einzige Unfall in Freyung. Die beiden anderen Rallye-Neulinge in der Konkurrenz, das Duo Joe Baur/Nico Otterbach, raste gegen einen Baum. Sie mussten per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Doch auch hier lief alles glimpflich ab, was für einen hohen Sicherheitsstandard bei den Fahrzeugen spricht.

Der „Opel eRally Cup“ wird mit 140 PS starken Opel eCorsas bestritten, die für alle Konkurrenten gleich sind. Es kommt also allein auf das fahrerische Können an. Und da ist vor allem Fingerspitzengefühl gefragt. Zum einen müssen die Fahrer nämlich mit den 50 Kilowattstunden Strom des Lithium-Ionen-Akkus für 50 Rallye-Kilometer haushalten. Zum anderen sind die Fahrzeuge eben wegen dieses Akkus mit 1,6 Tonnen extrem schwer, obwohl Opel bei den Rallye-Rennern schon Verkleidung, Mittelkonsole und Dämmung weggelassen und so 150 Kilogramm an Gewicht gespart hat.

Zum ersten Mal eine Wertungsprüfung gewonnen

Genau dieses Fingerspitzengefühl hatte Thiele im Juni vermissen lassen, als er bei der ersten Rallye Stemweder Berg in Lübbecke in eine Gartenmauer raste. Beim zweiten Rennen kam dann Pech hinzu, als der Wagen gar nicht erst ansprang, weil eine veraltete Software den neuen Motor nicht erreichte. Und nun also der neuerliche Unfall, der leicht hätte schlimmer enden können. „Die erste Saison ist eine Saison zum Lernen“, betont er.

Der spektakuläre Crash überdeckt, dass es zuvor sportlich bei den beiden Rallye-Newcomern einen klaren Aufwärtstrend gegeben hatte. Zum ersten Mal in dieser Saison konnten Thiele/Solbach-Schmidt gegen die viel erfahrenere Konkurrenz eine Wertungsprüfung gewinnen. Und dann auch gleich die schwierigste von allen, die Wertungsprüfung 8 am Julsberg, die als sogenannter „Powerstage“-Rennabschnitt mit fünf Extrapunkten honoriert wurde. „Da haben die anderen schön blöd geguckt“, amüsierte sich Thiele. Den positiven Trend wollen sie nun zum Saisonfinale des „Opel eRally Cups“ am letzten Oktober-Wochenende bei der Sachsen-Rallye in Zwickau fortsetzen.

( vg )

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