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Oberliga: Curslacker spielen sich in einen Rausch

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Volker Gast
Curslacks Flügelflitzer Pascal El-Nemr, der selbst schon für BU spielte, umkurvt Tom Jahnke, Nico Schluchtmann und Dominik Ulrich (v. l.)

Curslacks Flügelflitzer Pascal El-Nemr, der selbst schon für BU spielte, umkurvt Tom Jahnke, Nico Schluchtmann und Dominik Ulrich (v. l.)

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

Wie entfesselt: Grandioser 7:3-Sieg gegen Barmbek-Uhlenhorst. Sieben verschiedene Torschützen beim SV Curslack-Neuengamme.

Hamburg. Kurz vor dem Ende der Fußball-Oberligapartie zwischen dem SV Curslack-Neuengamme und Barmbek-Uhlenhorst wendete sich Stadionsprecher Folke Schwerin erschöpft an SVCN-Manager Oliver Schubert. „Also wenn hier auch nur noch ein einziges weiteres Tor fällt, kündige ich“, sagte Schwerin scherzhaft. Kein Wunder, dass er bei so vielen Toren kaum noch hinterhergekommen war. Mit 7:3 fegten entfesselte Vierländer die Gäste vom Platz. Es war einer der torreichsten Erfolge, die der SVCN am heimischen Gramkowweg jemals gefeiert hat.

Dass bei den Curslackern gleich sechs Offensivkräfte fehlten, sah man dem Spiel der Hausherren nicht an. Coach Christian Woike hatte tief in die Trickkiste gegriffen und Vincent Janelt – von Haus aus defensiver Mittelspieler – als Mittelstürmer aufgeboten. Zudem erwischte der SVCN einen Start nach Maß: Schon in der vierten Minute erzielte Innenverteidiger Leon Giese die 1:0-Führung. Es war der Auftakt zu einem der besten Spiele, die man am Gramkowweg je bewundern durfte.

Fußball-Oberliga: SV Curslack-Neuengamme siegt gegen Barmbek-Uhlenhorst

Tim Schmidts Pfostenschuss (6.) ließ kurz darauf schon ahnen, dass es ein Spektakel geben würde. Daran hatten auch die Gäste ihren Anteil, die mutig ihre Chance suchten und durch Tom Jahnke zum 1:1-Ausgleich kamen (13.). Doch endlich war das Spielglück mal auf der Seite der Curslacker. SVCN-Kapitän Corvin Behrens verwandelte einen sehr schmeichelhaften Foulelfmeter – Janelt war im Strafraum gestoppt worden – zum 2:1 (16.), scheiterte in der Folge aber mit einem zweiten, diesmal berechtigten Strafstoß, als BU-Keeper Malte Leskien die Ecke ahnte (25.).

So blieb die Sache bis kurz vor der Pause offen, als Janelt schließlich mit dem 3:1 (45.+1) für Beruhigung sorgte. Nach dem Seitenwechsel schraubten Tim Schmidt (53.), Pascal El-Nemr (60.), Sebastiao Mankumbani (71.) und der eingewechselte Moritz Kühn (83.) das Ergebnis in die Höhe. Macht sieben verschiedene Torschützen beim SVCN. Was Manager Schubert jedoch ärgerte, waren die weiteren Gegentore durch Jonas Wesemann (56.) und Oliver Desimeier (86.).

„Das war eine tolle Mannschaftsleistung heute“, sagte er. „Aber unsere Schwäche ist: Wir lassen den Gegner viel zu lange im Spiel.“ Was jedoch bleiben wird, ist eine Gala, die keiner der 200 Zuschauer am Gramkowweg so schnell vergessen wird. Eine solche Torflut dürfte es wohl so bald nicht wieder geben. Vielleicht ist das ein Trost für den geplagten Stadionsprecher Schwerin.


SVCN:
Babuschkin; Mankumbani, Doege (70. Spiewak), Giese, Wilhelm; Behrens (83. Jurgeleit), Hinze (61. Kühn), Rogge; Schmidt, Janelt (61. Mohr), El-Nemr.

Torreichste Heimsiege:

26. März 2016: SVCN – SV Lurup 14:1

16. Oktober 2021: SVCN – Barmbek-Uhlenhorst 7:3

24. Oktober 2009: SVCN – TSV Uetersen 7:3

29. Mai 2009: SVCN – Voran Ohe 6:4

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