Oberliga-Spitzenspiel

Dassendorfer Fortune in der Nachspielzeit beim 3:1-Sieg

| Lesedauer: 3 Minuten
Hanno Bode
Mit vollem Körpereinsatz geht Dassendorfs Amando Aust (l.) gegen Max Krause zu Werke.

Mit vollem Körpereinsatz geht Dassendorfs Amando Aust (l.) gegen Max Krause zu Werke.

Foto: Bode / Hanno Bode

Gegen ein bärenstarkes Team vom USC Paloma war es einmal mehr Martin Harnik, der die TuS auf die Siegerstraße brachte.

Dassendorf. Es ist Usus bei fast allen Hamburger Fußball-Oberligisten, die eigenen Partien auf Video aufzuzeichnen, damit die Trainer das Material zur Spielanalyse benutzen können. Auch der USC Paloma hält seine Begegnungen digital für die Ewigkeit fest. Und eben dieses Material war nach dem Duell mit der TuS Dassendorf bei einem Akteur heiß begehrt: Julian Barkmann.

Paraden für die Ewigkeit

„Schickst du mir die erste Halbzeit als Video? In der zweiten habe ich ja nichts mehr gemacht“, sagte der Schlussmann zur Filmerin des USC. Barkmann wollte sich seine Heldentaten aus dem ersten Abschnitt unbedingt noch einmal anschauen. Dreimal hatte der 28-Jährige glänzend reagiert und damit dafür gesorgt, dass die Gäste zur Pause nur mit 0:1 in Rückstand lagen. Nach der Halbzeit geriet „Jule“, wie er bei der TuS gerufen wird, aus dem Blickpunkt. Seine Vorderleute rannten unermüdlich und belohnten sich für ihren hohen Aufwand mit drei Treffern zum 3:1-Erfolg.

Prächtige Stimmung an der Brucknerstraße

Die Gäste mussten vor den 250 zugelassenen Zuschauern an der Brucknerstraße ein schweres Stück Arbeit verrichten, um ihre weiße Weste am vierten Spieltag zu wahren. Der Titelfavorit hatte zwar mehr Ballbesitz, „aber nicht immer die richtigen Ideen“, wie Coach Jean-Pierre Richter treffend feststellte. Paloma glänzte durch herausragende Arbeit gegen den Ball und tolles Umschaltspiel. Dreimal hätte allein Soleiman Kazizada (20., 23., 44.) treffen müssen, dreimal parierte Barkmann prächtig. Gegen das Traumtor von Lasse Blöcker, der aus 25 Metern ins obere Eck traf (34.), war der Schlussmann dann allerdings machtlos. Zur Pause gab es großen Applaus für die Hausherren vom eigenen Anhang. Die „Tauben“ hatten bewiesen, dass die vermeintliche Dassendorfer Übermannschaft mit viel Herz und Hirn vor große Probleme zu stellen ist.

Lennard Sowah gibt Debüt im TuS-Trikot

Nach der Einwechslung von Sven Möller zur zweiten Hälfte wurde das TuS-Spiel zielstrebiger. Der Mittelfeldmann war nun Dreh- und Angelpunkt der Gäste, die in der Offensive aber weiter viele falsche Entscheidungen trafen. Es war eine zähe Angelegenheit für die Richter-Elf. Umso erleichterter waren die Dassendorfer, als Rinik Carolus mit einem satten Linksschuss das 1:1 erzielte (70.). Kurz darauf wurde der 34-Jährige gegen den Premier-League-erfahrenen Lennard Sowah ausgewechselt, der sein Debüt für die TuS feierte.

Und der frühere Verteidiger des FC Arsenal war in der Nachspielzeit mittendrin im Gewühl, als Möller einen Freistoß in den Fünfmeterraum schlug. Neben Sowah stand Martin Harnik und der nickte zum 2:1 ein (90.+1). Kurz darauf wurde der Ex-Nationalspieler (Richter: „Eigentlich hat er 89 Minuten nicht funktioniert“) von Jan-Philipp Kainzberger im Strafraum zu Fall gebracht. Maximilian Ahlschwede verwandelte den Elfmeter sicher zum 3:1-Endstand (90.+5).

Bleibt nur noch eine Frage: Wer wird nun Dassendorfs Stammkeeper – Barkmann oder sein Konkurrent Christian Gruhne? Beide durften bislang zweimal ran. „Die Entscheidung fällt in der kommenden Woche“, kündigte Richter an.
TuS: Barkmann (1); Lenz (3), Ahlschwede (3), K. Carolus (3); Dettmann (3), Aust (3) ab 46. Möller (2), Strömer (3) ab 65. D. Bergmann (-), R. Carolus (2) ab 72. Sowah (-), Lam (2-3); Maggio (3-4) ab 90. Kleine (-), Harnik (2-3).

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