TTK Sachsenwald

Herren 30 machen Sensation perfekt: Klassenerhalt!

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Volker Gast
Sebastian Fitz 8Foto) gewann an der Seite von Stefan Heinkel das entscheidende Doppel.

Sebastian Fitz 8Foto) gewann an der Seite von Stefan Heinkel das entscheidende Doppel.

Foto: Volker Koch

Was für eine Spannung! Nur wenige Punkte entschieden über Abstieg und Klassenerhalt in der Bundesliga.

Wohltorf. Das Handy wollte gar keine Ruhe mehr geben. 230 WhatsApp-Nachrichten gingen bei Alexander Jonscher, Tennis-Trainer des TTK Sachsenwald, ein, als er nach dem entscheidenden Sieg seiner Herren-30-Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga nach Hause fuhr. „Der ganze Verein hat über unseren Ticker mitgefiebert“, freute sich Jonscher. Während die Konkurrenz für ihre Partien regelmäßig Cracks aus ganz Europa einfliegt, haben es die Wohltorfer völlig ohne Legionäre geschafft, die Klasse zu halten. „Das ist schon sehr besonders“, ist sich Jonscher bewusst.

„Eine millimetergenaue Punktlandung“

Das Finale einer harten Sommer-Bundesliga mit sieben Begegnungen in acht Wochen hätte spannender kaum sein können. „Das war eine millimetergenaue Punktlandung“, sagte Jonscher über den 5:4-Sieg beim Abstiegskonkurrenten TuS St. Hubert. Ein Erfolg, der viele Väter hatte. Philipp Hammer zum Beispiel. Der TTK-Topmann war eigentlich nur zum Abschenken mit an den Niederrhein gereist. Eine Wadenverletzung setzte den 40-Jährigen außer Gefecht. „Beim Warmspielen war die dann plötzlich weg, und er spielte das Tennis seines Lebens“, staunte Jonscher. Mit 6:4, 6:2 fegte Hammer St. Huberts Topspieler Kevin Deden, ehemals die Nummer 398 der Weltrangliste, vom Platz. Ein Traumstart!

Impfreaktion stoppt Alexander Breitkopf

Da auch Philipp Schulz und Lucas Leppin ihre Einzel gewannen, war vor den Doppeln beim Stand von 3:3 noch alles drin. Und es kam noch besser: Da Hammer/Schulz ihr Doppel glatt mit 6:2, 7:5 gewannen, führten die Wohltorfer plötzlich mit 4:3. Nur noch ein Sieg fehlte zum Klassenerhalt!

Von der Eisdiele auf den Tennisplatz

Doch was war das? Seltsame Punkte auf der Haut von Alexander Breitkopf. Eine Impfreaktion! Nach seinem verlorenen Einzel war ein weiterer Einsatz nicht mehr drin. Ein Wohltorfer Doppel drohte zu platzen – und damit womöglich auch der Traum vom Klassenerhalt. Ein paar Kilometer weiter in Düsseldorf vergnügte sich Jonscher mit seinem dreijährigen Sohn beim Eisessen, als das Handy klingelte. „Die Tennistasche hatte ich vorsorglich im Kofferraum“, verrät er. Also nichts wie rüber, von der Gemütlichkeit eines Familiennachmittags hinein in den Hexenkessel von St. Hubert, wo 300 Zuschauer ihren TuS zum Klassenerhalt schreien wollten. Die beiden verbliebenen Doppel gingen beide in den dritten Satz. Matchtiebreak! Dabei geht es bis zehn, jeder Punkt zählt. Sebastian Fitz/Stefan Heinkel, die beide ihre Einzel verloren hatten, lagen mit 6:4, 6:7 (6:8), 6:6 mit ihren Gegnern ebenso gleichauf wie Leppin/Jonscher mit 6:2, 6:7 (3:7), 2:2. Sieg oder Niederlage, das war jetzt nur noch eine Frage weniger Bälle. „Die Spannung war auf dem Siedepunkt“, schilderte Jonscher, dem langsam die Knie weich wurden. Was taten sie hier bloß?

Im Matchtiebreak die Nerven behalten

Doch Heinkel, der den TTK in Richtung Barsbüttel verlässt, weil er den Aufwand für die Bundesliga nicht mehr treiben will, hatte noch ein Abschiedsgeschenk parat. Gemeinsam mit dem wie stets super zuverlässigen Fitz behielt er die Nerven. Das Duo gewann den Matchtiebreak mit 10:8. Das war der Sieg und der Klassenerhalt! „Ich war heilfroh“, gab Jonscher zu. Nun machte es nichts mehr, dass er mit Leppin den eigenen Matchtiebreak 7:10 abgab. Der Rest war Freude.

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