Rennen verschoben

Citylauf: Der Startschuss fällt erst nach den Sommerferien

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Volker Gast
Lebensfreude pur: Der Kinderlauf ist seit Anbeginn fester Bestandteil des Bergedorfer Citylauf.

Lebensfreude pur: Der Kinderlauf ist seit Anbeginn fester Bestandteil des Bergedorfer Citylauf.

Foto: Olaf Damm / Damm Pictures

Der Juni-Termin ist abgesagt, die Austragung für August/September geplant – in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Marathon.

Bergedorf. Eine traumhafte Kulisse. 1257 Teilnehmer im Alter zwischen drei und 79 Jahren und Tausende begeisterter Zuschauer an der Strecke. Der 8. Bergedorfer Citylauf am 16. Juni 2019 war ein sportlicher Festtag für den ganzen Bezirk. Was damals niemand ahnen konnte: Es sollte für lange Zeit das letzte Laufspektakel in Bergedorf gewesen sein.

Denn im vergangenen Jahr machte die Corona-Pandemie eine Austragung unmöglich. Und auch in diesem Jahr sind die Bedingungen schwierig. Der ursprünglich geplante Termin, der 13. Juni, ist wegen der nach wie vor kritischen Inzidenzwerte geplatzt. Nun soll die Veranstaltung im August oder September gestartet werden.

Einzelstarts oder eine Veranstaltung ohne Zuschauer soll es nicht geben

Zugeständnisse an die Pandemie, was den Ablauf angeht, möchte Organisator Thorsten Wetter, der stellvertretende Vorsitzende der TSG Bergedorf, dabei aber nicht machen. „Einzelstarts oder ein Rennen ohne Zuschauer kommen nicht infrage“, stellt er klar.

„Wir wollen einen ganz normalen Citylauf ausrichten, mit Kinderlauf, Inklusionslauf und Hauptlauf und vor Publikum. Das macht ja gerade den besonderen Charme der Veranstaltung aus.“ Er sei zuversichtlich, dass die fortschreitenden Impfungen dies im Spätsommer möglich machen könnten.

Der Anstieg hinauf ins Villenviertel ist anspruchsvoll

Der Bergedorfer Citylauf, der von der TSG gemeinsam mit unserer Zeitung ausgerichtet wird, teilt sich traditionell in drei Rennen. Der Kinderlauf führt über 2,5 Kilometer zweimal rund um den Bergedorfer Schlossgarten. Der Inklusionslauf für Menschen mit und ohne Handicap ist fünf Kilometer lang und beinhaltet zwei Anstiege hinauf zum Hansa-Gymnasium. Hier gibt es zwar eine individuelle Zeiterfassung, aber keine Siegerlisten, da diese dem Inklusionsgedanken widersprechen.

Und dann ist da noch der Hauptlauf über zehn Kilometer, der auch als 4x2,5-Kilometer-Staffel bestritten werden kann. Hier müssen die Aktiven einen langen Atem haben, vor allem bei den vier giftigen Anstiegen hinauf ins Villenviertel. Schließlich heißt es nicht umsonst „BERGEdorf“. 2019 gewann mit Martina Dannheimer eine Sportlerin aus dem Allgäu die Frauenwertung – kein Wunder, sie ist natürlich Berge gewohnt.

Marathon wird am 12. September gestartet

Das Organisations-Team des Bergedorfer Citylaufs steht mit seinem Wunsch, das Event wegen Corona in den Spätsommer/Herbst zu verlegen, allerdings nicht allein da. Auch der 35. Hamburg Marathon, bei dem in diesem Jahr 13.000 Aktive auf die Strecke gehen sollen, ist bereits für diesen Zeitraum geplant worden. Er wird nun am 12. September gestartet – und damit voraussichtlich in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Bergedorfer Citylauf.

Für Thorsten Wetter ist das jedoch kein Problem. „Wer leistungsmäßig unterwegs ist, läuft bei uns eh nicht“, ist er überzeugt. Der Citylauf ist halt eine klassische Familienveranstaltung. Eine mögliche Konkurrenz durch andere Volksläufe sei daher zu vernachlässigen. „Nach dem Lockdown wird der Hunger der Leute auf solche Veranstaltungen riesengroß sein“, ist Wetter überzeugt. Eine Terminkollision droht dem Citylauf auch mit dem verkaufsoffenen Sonntag in Bergedorf, der üblicherweise immer am letzten Sonntag im September stattfindet und damit dieses Wochenende für das Laufevent blockieren würde.

Zwei Monate Vorlaufzeit reichen zur Organisation

Eine Online-Anmeldung für das Rennen gibt es noch nicht. Sie wird erst geschaltet, wenn klar ist, ob und wann es stattfinden kann. Wann genau der Citylauf aber am Ende über die Bühne geht, ob im August oder September, ist für die Organisation gar nicht so entscheidend, stellt Wetter heraus: „Nach acht Veranstaltungen haben wir viel Routine und benötigen nur etwa sechs Wochen bis zwei Monate für die Vorbereitung der Großveranstaltung.“ Sie sind halt – nicht nur in Laufschuhen – von der schnellen Truppe bei der TSG Bergedorf.

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