Nach Trainerwechsel

TuS Aumühle-Wohltorf: Aufbruch zu neuen Ufern

| Lesedauer: 5 Minuten
Volker Gast
Kevin Dülsen spielte schon für Lohbrügge, Dassendorf, Voran Ohe und Vorwärts-Wacker Billstedt. Künftig bringt der 30-Jährige seine Erfahrung beim TuS Aumühle-Wohltorf ein.

Kevin Dülsen spielte schon für Lohbrügge, Dassendorf, Voran Ohe und Vorwärts-Wacker Billstedt. Künftig bringt der 30-Jährige seine Erfahrung beim TuS Aumühle-Wohltorf ein.

Foto: Hanno Bode

Fußball-Kreisligist verpflichtet mit Adrian Voigt und Kevin Dülsen weitere Spieler mit Oberliga-Erfahrung.

Aumühle. Fußball-Kreisligist TuS Aumühle-Wohltorf hat sich für die kommende Saison noch einmal massiv verstärkt. Vom Bezirksligisten HT 16 kommt der frühere Oberliga-Spieler Adrian Voigt, vom Landesligisten Voran Ohe folgt Routinier Kevin Dülsen seinem Trainer Rainer Seibert an die Sachsenwaldstraße. Seibert hatte im Januar das sportliche Kommando beim TuS übernommen, nachdem sich die Abteilungsleitung zuvor vom bisherigen Coach Rainer Kucera getrennt hatte. Dem Team drohte nach dem Abschied von Kucera zwischenzeitlich gar die Auflösung, als 20 Spieler damit drohten, aus dem Verein auszutreten. „Das ist in diesen Ligen halt immer so, dass für die Spieler sehr vieles am Trainer hängt“, weiß Abteilungsleiter Jan Kunze. Doch als Co-Trainer Simon Uhl, der im Oktober hingeworfen hatte, nach der Entlassung Kuceras zurückkehrte, blieben auch rund 15 der 20 Spieler.

Seibert bleibt dem Understatement treu

Hinzu kommen jetzt also die prominenten Neuzugänge. Mit Voigt, Dülsen sowie den schon länger feststehenden Verpflichtungen Phillip Lang, Jens Schenkenberg, Fabian Stritzke und Philipp Fischer stehen jetzt bereits sechs Akteure mit Ober- und Landesligaerfahrung im Kader. Trainersohn Rene Seibert dürfte folgen. Klangvolle Namen, die den TuS in der kommenden Saison automatisch zum Aufstiegsaspiranten machen dürften. „Für die Kreisliga ist das sicher ein Brett“, ist sich Coach Seibert bewusst. „Aber ich bin ja für mein Understatement bekannt: Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz.“ Auch Kunze bleibt vorsichtig, nachdem es für den TuS in den vergangenen eineinhalb Jahren trotz großer Ambitionen ständig gegen den drohenden Absturz in die Kreisklasse ging: „Ich wäre ja schon froh, wenn wir endlich mal eine ruhige Saison ohne Sorgen spielen würden.“

Unfreiwillige Spannung im Abstiegskampf

Rückblende: „Es kommen spannende Zeiten auf den TuS Aumühle-Wohltorf zu“, hieß es im Oktober 2019 auf der Homepage des Vereins, als der Sachsenwald-Club sein neues Konzept „Das Fußball-Projekt“ vorstellte. Mit Macht sollte es nach oben gehen. „Spannende Zeiten“ wurden es dann tatsächlich, allerdings unfreiwillig, weil das Team in Richtung Tabellenkeller stürzte. „Wir hatten zu viele Grüppchen im Kader“, analysiert Kunze. Das soll künftig anders werden.

Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt und Demut

Denn der Blick beim Sachsenwald-Club geht längst über die unmittelbare Zukunft und die 1. Herren hinaus. „Wir wollen in vielen Bereichen wachsen und uns professioneller aufstellen“, betont Rudolf Hock Kutscher. Als hauptamtlicher Nachwuchsleiter ist er der starke Mann im Hintergrund beim TuS. „Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt und Demut, das sind die Werte, an denen wir uns orientieren wollen“, führt Hock Kutscher aus. „Nur wenn wir diese Werte im Blick haben, können wir erfolgreich sein.“ Zehn Jugendmannschaften gibt es in Aumühle bereits als Unterbau. Aus der jetzigen A-Jugend sollen sich in Zukunft Spieler in die 1. Herren hineinspielen. In einem Team, das dann besser dasteht als im Moment. Nicht nur sportlich, sondern auch sozial. „Ein Spieler hat es schön ausgedrückt“, betont Uhl. „Er hat gesagt, er möchte endlich einmal wieder nicht nur zum Training gehen, weil er das muss, sondern einfach raus zum Kicken, um Freunde zu treffen, Spaß zu haben und dabei auch erfolgreich zu sein.

Ein Verteidiger als Spielmacher?

Für den Erfolg soll mit Rainer Seibert ein Coach sorgen, der nach seinen erfolgreichen Jahren beim nicht gerade auf Rosen gebetteten FC Voran Ohe niemandem mehr etwas beweisen muss. Der eigentlich mit dem Fußball hatte Schluss machen wollen, schon allein wegen der Corona-Pandemie. „Für mich beginnt mein Engagement auch erst, wenn alle durchgeimpft sind“, blickt der 57-Jährige voraus. „die Verantwortlichen in Aumühle sehen das zum Glück ähnlich. Nicht so wie in Ohe, wo ich verhöhnt und verspottet worden bin, weil ich nicht mehr zur Mannschaft in die Kabine wollte.“ Es war die besondere Situation in Aumühle, die Seibert letztlich doch noch einmal schwach werden ließ. „Die Aufgabe, eine völlig neue Mannschaft zu formen, aber dabei auch erfolgsorientiert zu arbeiten, die hat mich gereizt“, betont er. Für die nötige Siegermentalität werden die Neuzugänge aus Ohe auf und außerhalb des Platzes schon sorgen. Innenverteidiger Fabian Stritzke, von Haus aus eher für das Verhindern von Toren zuständig, hat schon mal den Anfang gemacht, als er sich Coach Seibert via Facebook kess als neuer Spielmacher andiente. „Sollte Rainer mal wieder ein Spiel gewinnen wollen“, schrieb Stritzke, „dann setzt er mich künftig auf der ,Zehn‘ ein.“

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