In Corona-Zeiten

„Initiative Spielmodus“ verzichtet auf rechtliche Schritte

Hofft auf erfolgreichen Abschluss der Hinserie: Frank Flatau.

Hofft auf erfolgreichen Abschluss der Hinserie: Frank Flatau.

Foto: Bode / Hanno bode

Vereinsvertreter wollen die Entwicklung der Pandemie abwarten und verlangen Antworten vom Hamburger Fußball-Verband. Neuer Spielmodus.

Bergedorf. Um den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie gerecht zu werden, geht der Hamburger Fußball-Verband in der aktuellen Saison neue Wege. Statt Hin- und Rückrunde wird in den einzelnen Ligen jeweils nur eine Hinrunde gespielt. Die besten Teams qualifizieren sich für die Meisterrunde, alle anderen spielen in der Abstiegsrunde. Dabei werden die vorangegangenen Ergebnisse annulliert, alle Teams beginnen „bei Null“.

Genau dagegen wehrt sich die „Initiative Spielmodus“, der sich mittlerweile mehr als 70 Vereine angeschlossen haben. Der vom Verband gewählte Modus sei zwar spannend, aber sportlich unfair, argumentiert die Initiative und präsentierte einen Gegenvorschlag, bei dem die in der Vorrunde erzielten Ergebnisse in Quotientenform in die Meister-, beziehungsweise Abstiegsrunde eingehen. Dies wurde jedoch vom HFV mit Verweis auf die Spielordnung abgelehnt, nach der Änderungen am Modus nur zulässig seien, wenn sie im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stünden.

“Initiative Spielmodus“ will keine rechtlichen Schritte einleiten

Die fußballfreie Zeit nutzten neun Vertreter der „Initiative Spielmodus“ nun, um sich am Sonnabend im Vereinsheim des SC Victoria zusammenzufinden und über das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Ergebnis: Auf rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Verbands soll angesichts der aktuellen Lage erst einmal verzichtet werden. „Im Grunde genommen kann man jetzt nur abwarten“, sagt Frank Flatau, Fußball-Abteilungsleiter der TuS Dassendorf. „Mit dem November verlieren wir in dieser Saison jetzt schon den dritten Monat, und es ist fraglich, wann danach wieder gespielt werden kann. Im Moment ist es unwahrscheinlich, dass es zu einer Meisterrunde oder Abstiegsrunde kommt.“

Sollte dieser Fall eintreten, wird die Hinrunden-Tabelle als Abschlusstabelle gewertet, aber nur dann, wenn alle Teams der Staffel mindestens zwei Drittel ihrer Partien absolviert haben. Ist das nicht der Fall, entscheidet der Spielausschuss, wie verfahren wird. „Es sollte im kommenden Jahr möglich sein, die Hinrunde abzuschließen“, hofft Frank Flatau.

Verband will Meinung von Vereinen einholen

In Video-Konferenzen will der Verband in den kommenden Wochen die Meinung der Vereine einholen, um dann das weitere Vorgehen in der Krise festzulegen. „Dabei erhoffen wir uns Antworten vor allem auf die Frage, welche unterschiedlichen Szenarien es gibt, je nachdem wie lange wegen der Pandemie noch kein Fußball gespielt werden kann“, betont Flatau.