Volleyball-Regionalliga

Oststeinbeker SV: Coole Piraten schlagen emotionale Cowboys

„Cowboy“ Rüdiger Barth (l.) versucht, einen Angriffsschlag von Justin Plankenauer zu blocken.

„Cowboy“ Rüdiger Barth (l.) versucht, einen Angriffsschlag von Justin Plankenauer zu blocken.

Foto: Volker Koch

„Zweite“ gegen „Erste“ – oder „Cowboys“ gegen „Pirates“ – hieß es beim Oststeinbeker SV.

Oststeinbek. Den einen oder anderen Seitenhieb gönnte sich Sebastian Lemke nach dem Derbysieg. „Es ist doch toll, dass wir so lange gegen so viel Bundeslwiga-Erfahrung mitgehalten haben“, sagte der Trainer der Volleyballmannschaft Ostbek Pirates. „Wir waren ja doch der Außenseiter, so wie man das gehört und gelesen hat.“

Seit die Regionalliga-Saison begonnen hat, bewegte sich die erste Mannschaft des Oststeinbeker SV tatsächlich im Schatten der Zweitvertretung, der Ostbek Cowboys, die aus formalen Gründen unter der Flagge des Walddörfer SV spielen, sich aber weiterhin zum OSV bekennen und ihre Heimspiele am Meessen austragen. Zu charmant lasen sich die Geschichten um die in die Jahre gekommenen Männer, die früher im Oberhaus spielten und es nun noch einmal gemeinsam versuchen wollen. Und zu märchenhaft war der Sturm an die Tabellenspitze, während die Pirates in den ersten Saisonspielen noch schwächelten. Die „Zweite“ ist die neue „Erste“. Konnte man meinen.

Anfeuerung nur für ein Team

Im letzten Volleyballspiel vor dem nächsten Mannschaftssport-Lockdown kam es dann zum direkten Aufeinandertreffen, zum Heimspiel der „alten“ Cowboys gegen die „jungen“ Pirates. Aus dem ursprünglichen Plan, 500 Zuschauer in die Halle zu trommeln, wurde aus Corona-Gründen nichts. Beide Teams verständigten sich darauf, nur enge Angehörige der Heimmannschaft zuzulassen. Das führte zu absurden Situationen. „O – S – V“, feuerten sich die Pirates zwischen zwei Ballwechseln selbst an und blieben dabei akustisch auf sich allein gestellt. „O – S – V“ skandierte wenig später das andere Team – und die Zuschauer stimmten ein.

Es war so etwas wie ein Klangbild mit Symbolkraft. Denn so viel die beiden Teams auch verbindet, die Vereinszugehörigkeit, die Schlachtrufe, die Halle und teilweise auch eine jahrelange gemeinsame sportliche Vergangenheit, so deutlich treten immer wieder auch die unterschiedlichen Interessen zutage.

Zusammenarbeit? Lieber nicht!

Pirates-Trainer Lemke hatte es vor dem Spiel so ausgedrückt: „Optimal wäre gewesen, wenn man aus beiden Mannschaften ein starkes Team gemacht hätte. Gerade wenn man bedenkt, dass in der anderen Mannschaft ein Vorstandsmitglied mitspielt, ist das schade.“ Das angesprochene Vorstandsmitglied heißt Jan Schneider. Er habe die kleine Stichelei zur Kenntnis genommen, sagte Schneider, der zu Beginn der Woche an der Schulter operiert wurde. „Abgesehen davon, dass wir den Pirates schon personell ausgeholfen und damit den Klassenerhalt ermöglicht haben, waren die Interessen zu unterschiedlich. Viele von uns können oder wollen gar nicht regelmäßig trainieren.“

Große Einigkeit herrschte dafür in der Bewertung des OSV-Derbys. „Auch in der Höhe war das verdient“, gestand Schneider, nachdem die Pirates die Cowboys mit einem 3:0 (25:20, 25:18, 25:21) von der Tabellenspitze gestoßen hatten. „Das war Kopfsache. Wir haben leider unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt, die Pirates die beste“, sagte Schneider.

Pirates-Coach: „Nie Bedenken gehabt“

Lemke freute sich über eine „sehr disziplinierte Leistung.“ Er habe zu keiner Phase des Spiels Bedenken gehabt. „Wir waren immer fokussiert, während die Cowboys manchmal zu emotional wurden und sich auf einige unnötige Diskussionen eingelassen haben.“