Fußball-Kreisliga

Tabellenführer SC Wentorf II enteilt der Konkurrenz

Ein Mann wie eine Wand: Das war nur eine von drei Eins-gegen-eins-Situationen, bei denen Dassendorfs herausragender Torwart Leonard Schobeß Sieger blieb. Hier pariert er gegen Wentorfs 19-jährigen Youngster Ben Bode

Ein Mann wie eine Wand: Das war nur eine von drei Eins-gegen-eins-Situationen, bei denen Dassendorfs herausragender Torwart Leonard Schobeß Sieger blieb. Hier pariert er gegen Wentorfs 19-jährigen Youngster Ben Bode

Foto: M. Herzog / Maurice Herzog

Kreisliga-Kolumne: Der „Thomas Müller von Wentorf“ entscheidet das Topspiel gegen Dassendorf II. Erster Saisonsieg für FC Lauenburg.

Bergedorf. Vier Spiele, vier Siege, so lautet die perfekte Bilanz von Tabellenführer SC Wentorf II, der in der Fußball-Kreisliga 3 nun schon fünf Punkte Vorsprung hat. Im Spitzenspiel gegen Dassendorf II setzten sich die Wentorfer mit 2:1 durch, weil einer von ihnen nicht immer dorthin schießt, wohin er zielt.

Der Thomas Müller von Wentorf: 76 Minuten lang hatte Pascal Wittenhagen auf der Bank ausharren müssen. Dann endlich brachte Trainer Andreas Weng die Offensivkraft. Wittenhagen, der aus Reinbek kam, steht dafür, auch mal etwas Ungewöhnliches zu versuchen. So wie in der 87. Minute, als eine Flanke in den Dassendorfer Strafraum regnete. „Er hat ihn irgendwie getroffen, und der Ball war drin“, schilderte Weng den 2:1-Siegtreffer. „Das Komische bei Pascal ist, dass das absolut kein Zufall ist. Im Training macht er haufenweise solche Tore, bei denen er den Ball nicht richtig trifft und das dann zu seinem Vorteil ist. Wir nennen ihn schon den ,Thomas Müller von Wentorf’.“

Äh ausgebremst: Spitzenspiele im Doppelpack hätte es in diesen Tagen für die TuS Dassendorf II gegeben. Die Niederlage in Wentorf hätte das Team von Trainer Dennis Tesch schon am Freitagabend beim Liga-Favoriten Atlantik 97 reparieren können. Doch dann kam Corona dazwischen, alle Partien wurden abgesetzt. „Jetzt werden wir schon wieder ausgebremst. Die Mannschaft ist mit der Situation total unglücklich“, erzählt Tesch.

Späte Wende: Lange Zeit führte der ETSV Hamburg II durch zwei Tore des starken Leif Obrembalska mit 2:1 in Curslack, bevor eine Minute vor Schluss ein Doppelschlag die Wende brachte. So stehen die „Eisenbahner“ nun als punktloses Schlusslicht da – und das angesichts der Punktspielpause vielleicht noch monatelang. „Aus meiner Sicht hätte es nur einen Sieger geben dürfen, nämlich uns“, beklagte sich ETSV-Trainer Henning Rühmann. „Es war eine Mischung aus viel Pech und viel Unvermögen. Uns hat einfach die Torgeilheit gefehlt, um rechtzeitig das vorentscheidende 3:1 zu machen.“

Lebenszeichen: Nachdem Trainer Ümit Akkus, der „Bulle vom Bosporus“, sein Amt beim FC Lauenburg nach drei Spieltagen wegen mangelnder Trainingsbeteiligung hingeworfen hatte, coachen nun Abteilungsleiter Senol Kocaman und Olcay Aslan gemeinsam das Team, wobei sich Kocaman mehr ums Sportliche und Aslan mehr ums Management kümmert. Und siehe da: Im vierten Saisonspiel gab es nun mit einem 5:2 gegen den SV Börnsen II den ersten Saisonsieg. „Das war kein Zufall, das war Können!“, kommentierte Kocaman den Auftritt seiner Elf, die am Glüsinger Weg gegen schwache Gäste jederzeit alles unter Kontrolle hatte.

Auf die Zähne gebissen: Nur mit Hilfe von Schmerzmitteln konnten Atlantiks Verteidiger Eugen Schmidgal und Dejan Prostran im Spiel bei der TSG Bergedorf auflaufen. Es sollte sich lohnen, am Ende stand der zweite Saisonsieg. „Mit Hängen und Würgen“, seufzte Coach Alexander Schreiber, der selbst auch wieder ran musste. Trotzdem ist er nicht glücklich über die Saisonunterbrechung. „Alles, was sich die Clubs mit ihren Hygienekonzepten erarbeitet hatten, ist jetzt wieder hinfällig“, klagt Schreiber.