Hamburg-Liga

Angst vor neuem Handball-Lockdown wächst

Hamms Daniel Korndörfer versucht den Bergedorfer Neuzugang Torben Albers zu stoppen.

Hamms Daniel Korndörfer versucht den Bergedorfer Neuzugang Torben Albers zu stoppen.

Foto: Volker Koch

HSG Bergedorf/VM siegt 38:28 zum Hamburg-Liga-Auftakt gegen HSV/Hamm. Verband tagt am Mittwoch und spricht über Corona-Situation.

Bergedorf. Der Vorstand der neuen Handballspielgemeinschaft (HSG) Bergedorf/Vier- und Marschlande war komplett in der Halle am Ladenbeker Furtweg vertreten. Zum Auftakt der Hamburg-Liga sollte mit den neuen Corona-Hygienevorschriften bloß nichts schiefgehen. Gerade einmal 30 vorab angemeldete Zuschauer waren zur Partie der HSG-Männer gegen Mitaufsteiger HSV/Hamm 02 zugelassen – jeweils 15 pro Team.

Diese mussten auch am Platz ihre Maske tragen und die Halle durch einen zweiten Ausgang verlassen. Eine Viertelstunde nach Spielschluss musste die Halle geräumt sein. Die Spieler, die auf der Platte wie gewohnt zupackten, durften nicht einmal duschen. Am Ende freuten sich die Bergedorfer dennoch über einen erst am Ende deutlichen 38:28-Erfolg.

Hamburgs Handballer fürchten erneuten Corona-Lockdown

„Das waren mal 60 Minuten, in denen die Jungs alles ausschalten konnten. Mir war wichtig, ihnen ein bisschen Normalität zu geben. Das Leben muss ja auch weitergehen“, betonte HSG-Trainer André Peter. Gleichwohl wächst bei allen Hamburger Handballern die Angst vor einer abermaligen Einstellung ihres Spielbetriebs.

Aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen mit dem Coronavirus haben sich einige Mannschaften bereits vom Spielbetrieb abgemeldet. Darunter ist mit der zweiten Mannschaft des FC St. Pauli ein Bergedorfer Staffelkonkurrent. Der TV Billstedt hat sogar alle Teams seines Vereins zurückgezogen. „Mein Gefühl sagt mir, dass es noch mehr werden“, glaubt Ralf Martini, der Vizepräsident des Hamburger Handball-Verbands.

Austragung des Bergedorfer Spiels stand auf der Kippe

„Das Hauptthema ist dabei gar nicht mal die Furcht vor einer eigenen Ansteckung, sondern die Sorge nach einen zufälligen Kontakt auf dem Spielfeld für zwei Wochen in Quarantäne geschickt zu werden und Probleme mit dem Arbeitgeber zu bekommen“, führt Martini aus. Sein Verband hat für Mittwoch eine außerordentliche Sitzung des erweiterten Vorstands einberufen, um zu beraten, wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht. „Auch eine Aussetzung halte ich für im Bereich des Möglichen“, betont der für Spieltechnik zuständige Vizepräsident.

Derweil stand auch die Austragung der Bergedorfer Partie gegen den HSV/Hamm auf der Kippe. Letztlich gab das Gesundheitsamt, nachdem es bei Bergedorfs letztem Testspielgegner TH Eilbeck einen Corona-Fall gegeben hatte, aber grünes Licht für die Begegnung, in der auch sportlich Brisanz steckte.

HSV/Hamm lag in der Vorsaison hauchdünn vorne

Denn in der abgebrochenen Vorsaison lieferten sich beide Teams in der Landesliga ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg. Ausgerechnet in der letzten Partie vor dem Abbruch waren beide Teams aufeinandergetroffen und hatten remis gespielt. Dadurch lag der HSV/Hamm hauchdünn vorne. Die enttäuschten Bergedorfer konnten unterdessen erst mit Verzögerung nach der Staffeleinteilung über den Aufstieg jubeln. Sie hatten als glücklicher Nachrücker einen Platz in der Hamburg-Liga bekommen.

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Das neuerliche Aufeinandertreffen verlief lange ausgeglichen. So wie die vorangegangenen Duelle auch. In der zerfahrenen ersten Hälfte (Pausenstand 16:16) konnte sich kein Team mit mehr als zwei Toren absetzen. Auch im dann temporeicheren zweiten Durchgang blieb es bis zum 26:25 offen (46.). Doch hernach drehte Bergedorfs Rene Pöhner groß auf. Der 2,11-Meter-Riese warf alle seine fünf Tore am Stück und die HSG zog auf 31:26 (53.) und später sogar 34:26 (56.) davon. Dabei spielten sich die Bergedorfer in einen Rausch, den Pöhner nach der Schlusssirene mit einem Urschrei beendete.

Der Kater in Form eines abermaligen Handball-Lockdowns könnte aber umso heftiger ausfallen.

HSG-Tore: Florian Pohl (11/1), Florian Schmidtke (8), Nicola Kraljevic (5), Rene Pöhner (5/1), Jesper Eggers (3), Tim Bohlen, Julius Gravert, Torben Albers (je 2).