Historisch

Curslack, Altengamme und SCVM sind Tabellenführer

Tim Schmidt (Curslack, links), bejubelt sein Tor zum 4:2 beim HSV III. Rechts: Vorlagengeber Oliver Doege.

Tim Schmidt (Curslack, links), bejubelt sein Tor zum 4:2 beim HSV III. Rechts: Vorlagengeber Oliver Doege.

Foto: Hanno Bode

Das hat es noch nie gegeben: Mit dem SVCN, Altengamme und SCVM sind drei Vier- und Marschländer Teams vorn.

Curslack. Das hat es im Heimatfußball noch nie gegeben: In der Oberliga, Landesliga und Bezirksliga sind mit dem SV Curslack-Neuengamme, SV Altengamme und dem SCVM, die am Wochenende allesamt ihre Spiele gewannen, nun überall Mannschaften aus den Vier- und Marschlanden vorn. Zwar ist die Saison noch jung, aber dies ist ein ebenso kurioser wie historischer Moment.

SVCN: Tim Schmidts Sternstunde

Kurz nach der Halbzeit des Spiels beim Hamburger SV III legte Tim Schmidt seine Trainingsjacke ab. Der Youngster des Fußball-Oberligisten SV Curslack-Neuengamme ging auch wegen der scheinbar beruhigenden 3:0-Führung davon aus, gleich eingewechselt zu werden. Als Coach Christian Woike sah, dass der 19-Jährige bei kühlen Temperaturen nur im Trikot neben der Auswechselbank stand, reagierte er jedoch verwundert. „Wer hat dir gesagt, dass es jetzt losgeht?“, fragte der 42-Jährige. Schmidt erwiderte, sich dann wohl „verhört“ zu haben. Fortan hielt er sich mit Dehnübungen und Trippelschritten warm, bis Woike ihn in der 68. Minute für Florian Rogge aufs Feld schickte.

Zu diesem Zeitpunkt war der Vorsprung des SVCN auf 3:2 zusammengeschmolzen. Die Gäste wackelten bedenklich, bis eben jener Schmidt nach Kopfballvorlage von Oliver Doege mit einem Rechtsschuss für das 4:2 sorgte (79.) – der Endstand und die Tabellenführung für die Vierländer. Die übrigen Treffer erzielten Hamed Mokhlis (13.) sowie zweimal Corvin Behrens (37., 45./Foulelfmeter).

SCVM: Wende nach der Pause

Wie gut die junge Fußball-Bezirksligamannschaft des SC Vier- und Marschlande bereits ist, zeigte sich am Sonntag überdeutlich. Denn im Auswärtsspiel beim Farmsener TV geriet die Elf von Trainer Thorsten Beyer schon nach 13 Minuten durch einen Treffer von Timothy Modderkolk mit 0:1 in Rückstand. „Danach rennen sie noch zweimal völlig frei auf unser Tor zu, und wir können froh sein, nicht mit 0:3 in die Pause zu gehen“, schildert Beyer.

Früher hätte der SCVM eine solche Begegnung wahrscheinlich verloren. Doch das neu formierte Team besitzt Nehmer- und Comeback-Qualitäten. „In der zweiten Hälfte hatten wir mehr Zug im Spiel, waren enger am Mann“, analysierte Beyer. Peer Wegner glich aus (62.), bevor David Toth mit einem traumhaften 25-Meter-Freistoß unter die Latte die Begegnung endgültig drehte (77.). Den Schlusspunkt setzte Janik Wagner per Foulelfmeter – Peer Wegner war gelegt worden – zum 3:1-Endstand (90.).

SVA: Philip Alpen bricht den Bann

Vor 200 Zuschauer am ausverkauften Gammer Weg hatte der SV Altengamme im Derby gegen Voran Ohe viel Mühe, bis ihnen ein folgenschwerer Patzer der Gäste auf die Siegerstraße verhalf. Ohes Munib Saqib vertändelte in der 53. Minute den Ball zentral vor dem eigenen Tor. Jannis Reinhardt störte, legte quer auf Philip Alpen, der zum 1:0 einschob. „Es ist schade, dass wir durch diesen katastrophalen Fehler auf die Verliererstraße gelangt sind“, sagte Seibert, der ein Aufbäumen seiner Elf vermisste: „Mir war es zu still. Aus der Trainingswoche wurde nichts umgesetzt. Dann muss man mal über die Zweikämpfe kommen.“

In der 77. Minute die endgültige Entscheidung: Alpen schickte den eingewechselten Dennis Reckstadt in die Tiefe. Ein Blick, eine punktgenaue Flanke auf Lasse Voigt, der am zweiten Pfosten zum 2:0-Endstand einnickte.