Oberliga

TuS Dassendorf: Leistungsträger nur noch Ersatz

Auf der prominent besetzten TuS-Auswechselbank fanden sich neben (v.l.). Mäzen Michael Funk auch Kapitän Amando Aust, Sven Möller sowie (nicht im Bild) Marcel Lenz wieder. Rechts: Torwart Yannik Jonas.

Auf der prominent besetzten TuS-Auswechselbank fanden sich neben (v.l.). Mäzen Michael Funk auch Kapitän Amando Aust, Sven Möller sowie (nicht im Bild) Marcel Lenz wieder. Rechts: Torwart Yannik Jonas.

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

TuS Dassendorf quält sich zum Oberliga-Auftakt zu einem 2:1-Erfolg gegen Union Tornesch.

Dassendorf. Es schien beinahe so, als sei Mattia Maggio an diesem Tag mit den linken Fuß aufgestanden. Was der Angreifer der TuS Dassendorf im Oberliga-Duell mit Union Tornesch auch versuchte, es führte zu nichts. Früh stieg der Frustpegel beim Angreifer des Hamburger Fußball-Meisters, der so schön wie kein anderer TuS-Kicker leiden kann. Das äußerte sich unter anderem auch einem kleinen Wutausbruch in Richtung seines Sturm-Kollegen Marvin Möller, nachdem dieser seiner Meinung nach zu inkonsequent nachgesetzt hatte. „Ey, was ist denn mit dem?“, platzte es aus Maggio heraus. Dass ausgerechnet der immer wieder mit sich und seinen Teamkameraden hadernde und so glücklos über den Rasen laufende Ex-Profi die Dassendorfer am Ende mit zwei Treffern zum 2:1-Sieg führte, war schon verrückt.

„Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wann du ihn runter nimmst. Und dann macht er ein Tor mit dem Ohr und eins mit der Schulter“, sagte Sportchef Jan Schönteich nach der Begegnung zu Coach Jean-Pierre Richter. Dieser erklärte, dass es sich Maggio durch seine guten Leistungen und vielen Treffer in der Vorbereitung „erarbeitet“ hätte, auf dem Feld zu bleiben: „Manchmal wird man als Trainer zu seinem Glück gezwungen.“

Richter hat nun seine A-Lizenz erworben

Richter, der in der vergangenen Woche seine A-Lizenz erworben hatte, war sichtlich erleichtert. Darüber, Maggio nicht ausgewechselt zu haben. Und darüber, dass sein Personal-Puzzle doch noch irgendwie aufgegangen war. In Kapitän Amando Aust, Marcel Lenz und Sven Möller hatte der 33-Jährige drei absolute Leistungsträger der Vorsaison auf der Bank gelassen. Dort saß in Kristof Kurczynski zudem ein weiterer Spieler mit großen Verdiensten für den Oberligisten. „Durch den Umbruch haben wir jetzt eine andere Dynamik im Kader“, erklärte der Coach, der sechs der acht Zugänge in die Anfangsformation stellte.

Was die neu formierte TuS-Elf im ersten Abschnitt gegen tief stehende Tornescher zeigte, war alles andere als dynamisch. „Etwas pomadig“ nannte es Richter treffend. Die 200 Zuschauer am Wendelweg – mehr waren wegen der Coronavirus-Pandemie nicht zugelassen – sahen ein ereignisarmes Spiel, in dem Dassendorf erfolglos anrannte und der Gast klug verteidigte. Und als Union kurz vor der Pause eine seiner wenigen Chancen durch Fabian Knottnerus zur Führung nutzte (43.), war Richter zum Handeln gezwungen.

Für Mirco Bergmann wechselte er Sven Möller ein, unter dem das Spiel eine andere Statik bekam. Der Blondschopf passte mehr in die Tiefe als sein Vorgänger, was die Dassendorfer Angriffe weniger ausrechenbar machte. Davon profitierte auch Maggio, der vorne nun mehr Freiräume hatte. Zweimal wurde der 26-Jährige mustergültig vom emsigen Len Aike Strömer bedient. Jeweils war der Stürmer mit dem Kopf zur Stelle (66., 80.). Oder zumindest auch mit dem Schädel. Denn technisch ganz sauber waren die „Buden“ tatsächlich nicht, wie Schönteich richtig feststellte. Doch das war an einem Tag, der so schlecht für Maggio begonnen hatte, sekundär.
TuS:
Barkmann (3); Muhlack (3), Ahlschwede (3), K. Carolus (2-3); M. Bergmann (4) ab 46. S. Möller (3), Strömer (2) ab 86. Lenz (-), Ditt­rich (3-4), Kleine (2-3), D. Bergmann (4); Maggio (3), M. Möller (4) ab 63. Kurczynski (-).