Sportler atmen auf

Training und Testspiele sind ab 19. August erlaubt

Von kommendem Mittwoch an darf im nördlichsten Bundesland wieder ohne Teilnehmerbeschränkungen trainiert werden. Auch Test- und Wettkampfspiele sind wieder erlaubt (Symbolfoto).

Von kommendem Mittwoch an darf im nördlichsten Bundesland wieder ohne Teilnehmerbeschränkungen trainiert werden. Auch Test- und Wettkampfspiele sind wieder erlaubt (Symbolfoto).

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

In Schleswig-Holstein treten neue Lockerungen in Kraft. So darf ohne Teilnehmerbeschränkung trainiert werden. Hamburg wartet weiter ab.

Geesthacht. Der Testspiel-Tourismus nach Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern hat für Mannschaftssportler aus Schleswig-Holstein ab dem 19. August ein Ende. Von kommendem Mittwoch an darf im nördlichsten Bundesland wieder ohne Teilnehmerbeschränkung trainiert werden. Auch Test- und Wettkampfspiele sind dann wieder erlaubt. Darauf verständigten sich gestern die Vertreter mehrerer Landessportverbände bei einem Treffen mit Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP).

„Mir ist wichtig zu betonen, dass wir als Teamsportarten gemeinsam agiert haben. Der Fußball möchte keine Sonderrolle. Die neue Regelung gilt nicht nur draußen, sondern auch in der Halle“, betonte Uwe
Döring, der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV).

Um den Schulterschluss zu untermauern, gab Döring den Verzicht auf alle Futsal-Veranstaltungen bekannt. „Diese Hallenzeiten stellen wir den anderen Sportarten zur Verfügung“, sagte er. Einziger Unterschied: Während an der frischen Luft sogar wieder bis zu 500 Zuschauer erlaubt sind, müssen alle Spiele in der Halle unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

„Zehner-Regel war nicht besonders realitätsnah“

„Die bisherige Zehner-Regel war nicht besonders realitätsnah und wenn sich Menschen kaum noch bewegen, ist das auch nicht für die Gesunderhaltung förderlich“, erklärte Gesundheitsminister Garg. Und Innenministerin Sütterlin-Waack ergänzte: „Die vorgelegten Hygienekonzepte waren sehr detailliert und schlüssig.“

Bereits kurz nach dem Beschluss klingelte bei zahlreichen Trainern aus dem Verbreitungsgebiet das Telefon Sturm. In aller Eile wurden Testspiele vereinbart, wenn sie nicht bereits unter Vorbehalt arrangiert worden waren.

Hamburg bleibt letzte gallische Dorf unter Bundesländern

Der Erste, den Daniel Schmitt, Manager des Fußball-Landesligisten Voran Ohe (Kreis Stormarn) dran hatte, war Oliver Schubert, Managerkollege des Hamburger Oberligisten SV Curslack-Neuengamme. „Er wollte gegen uns spielen und unseren Platz auch für seine Trainingseinheiten mieten“, berichtete Schmitt.

Denn nach der Öffnung in Schleswig-Holstein bleibt Hamburg das letzte gallische Dorf unter den Bundesländern. Nur in der Hansestadt können Mannschaftssportler auf Amateurebene weiterhin nur eingeschränkt in Zehnergruppen trainieren. Allerdings hofft Karsten Marschner, Geschäftsführer des Hamburger Fußball-Verbands (HFV), „dass die Entscheidung in Schleswig-Holstein ein Auslöser war, dass sich auch in Hamburg etwas tut“. Auf seine schriftliche Bitte an Sportstaatsrat Christoph Holstein, die aktuellen Regelungen zu überprüfen, hatte er bis gestern aber noch keine Antwort erhalten.

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Ein gemeinsames Vorgehen der Verbände wie in Schleswig-Holstein hat der Hamburger Sportbund (HSB) nicht geplant. „Wir haben bereits Mitte Juli beim Senat unseren Bedarf platziert. Hamburg will aber erst das Infektionsgeschehen nach den Sommerferien abwarten.

In Hamburg gibt es keine derartige Initiative der Sportverbände

Wir warten auf die neue Verordnung Anfang September“, sagte Maarten Maltczak, Referatsleiter Politik und Kommunikation beim HSB. Da aber viele schleswig-holsteinische und niedersächsische Vereine am Hamburger Spielbetrieb teilnehmen, würde er sich auch eine Gleichbehandlung aller Sportler wünschen.

Derweil hatte Daniel Schmitt für den ehemaligen Oher Oliver Schubert nur teilweise gute Nachrichten. „Von mir aus können wir gern gegen sie spielen. Aber ich denke nicht, dass wir unseren Platz wegen der Corona-Beschränkungen an andere Teams vermieten werden.“