TSG Bergedorf

Hamburgs erstes Outdoor-Fitnessstudio

Michael Zielinski nutzte als einer der ersten das neue Angebot der TSG Bergedorf.

Michael Zielinski nutzte als einer der ersten das neue Angebot der TSG Bergedorf.

Foto: Dirk Schulz

Sport ist in der Hansestadt nur an der frischen Luft erlaubt. Darum hat die TSG Bergedorf kurzerhand ein Fitnessstudio im Freien aufgebaut.

Bergedorf. Während die ersten Fitness-Jünger bereits an den Geräten schwitzen, schrauben Hannes Gebhardt und Levin Motho von Light-Control Eventtechnik noch schnell am provisorischen Dach. Über Nacht hatte es an den Schnittstellen der fünf jeweils 75 Quadratmeter großen Felder auf dem Parkplatz des „TSG Sportforums“ etwas durchgeregnet.

Aller Anfang bei Hamburgs erstem Outdoor-Fitnessstudio ist halt schwer. „Ich kenne jedenfalls keinen anderen Verein oder Anbieter, der das macht“, sagt Boris Schmidt, der Vorsitzende der TSG Bergedorf. Sogar ein Fernsehteam von RTL Nord war für Filmaufnahmen vor Ort.

Weil in der Hansestadt Sport weiter nur an der frischen Luft erlaubt ist, hat der größte Club des Verbreitungsgebiets reagiert und auf insgesamt 225 Quadratmetern zahlreiche Geräte aus seinem vereinseigenen Studio ins Freie geschafft. Bis zu 20 Sportler gleichzeitig – mehr lassen die Abstandsregeln nicht zu – können unter Anleitung eines qualifizierten Trainers ihre Übungen machen. Direkt nebenan, ebenfalls überdacht, ist auf weiteren 150 Quadratmetern Platz für Gymnastik-Kurse und andere Gruppen.

Anmeldung ist Pflicht

Gestern, am Tag der Öffnung, hatten sich 39 Sportler für eine Stunde Fitness angemeldet. „Wir glauben an eine nahezu maximale Auslastung, wenn es sich erst einmal herumgesprochen hat, und auch das Wetter besser wird“, ist TSG-Boss Schmidt zuversichtlich. Alle Mitglieder der TSG-Studios können das neue Angebot nutzen. Sie müssen sich allerdings über die Homepage tsg-bergedorf.de anmelden.

Gestern Mittag war Michael Zielinski als einer der Ersten auf dem umfunktionierten Parkplatz des Sportforums. „Das ist eine tolle Alternative. Ich habe Urlaub und brauchte das einfach mal wieder“, sagte der Neuallermöher.

Normalerweise geht er dreimal wöchentlich ins Studio. In den vergangenen Wochen behalf er sich zu Hause mehr schlecht als recht mit Liegestützen und ein paar Hanteln sowie Radfahren. „Ich habe mir sogar schon eine Stange in den Garten montiert und bin froh, dass ich endlich wieder losgelegen konnte“, sagte Zie­linski als er glücklich und kaputt den Heimweg antrat. Für Freitag hat er sich das nächste Mal angemeldet.

„Das wird der Muskelkater des Grauens“

Ein paar Geräte weiter sind auch Vladimir Radic und Noor Shekh fleißig am Trainieren. Radic ist eigentlich Trainer der Ringer- und CMA-Sparte der TSG Bergedorf. CMA steht für Combat Martial Arts – eine Kombination aus verschiedenen Kampfkünsten. „Man kommt endlich mal wieder aus seinem Loch raus“, ist Radic froh. Und Kumpel Noor Shekh ergänzt: „Aus lauter Verzweiflung habe ich schon an Baugerüsten meine Klimmzüge gemacht.“ Über die Facebookseite der TSG waren sie auf Outdoor-Fitness aufmerksam geworden und haben sofort eine Stunde Krafttraining gebucht.

Als erfahrene Kampfsportler benötigen sie keine Anleitung des Fachpersonals, zeigen sich gegenseitig wie die Übungen gehen. Was ihnen nach den langen Wochen ohne regelmäßige Fitness blüht, sagt Shekh eher beiläufig, als Radic gerade an der „Chest Press“ (Brustpresse) fertig ist: „Morgen werden wir den Muskelkater des Grauens haben“. So dürfte es mehreren Fitness-Sportlern nach ihrem ersten Training gehen. Dank den Mitarbeitern der Light-Control Eventtechnik werden sie bei ihren Einheiten wenigstens jetzt nicht nass.