Hallenhockey

In voller Halle: TTK-Frauen verlieren Aufstiegsspiel

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Schulz
Lagen sich nach dem Relegationsspiel in den Armen und spendeten sich gegenseitig Trost: die Hockeyspielerinnen des TTK Sachsenwald (vorn Torfrau Lilli Kirst).

Lagen sich nach dem Relegationsspiel in den Armen und spendeten sich gegenseitig Trost: die Hockeyspielerinnen des TTK Sachsenwald (vorn Torfrau Lilli Kirst).

Foto: Michael Fürhake

„Hexenkessel TTK“ stand auf einem Plakat in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle am Tonteich. Doch am Ende flossen beim TTK Tränen.

Wohltorf. Unterschiedlicher könnte die Gefühlslage nicht sein. Während die Spielerinnen von Hannover 78 freudetrunken auf allen vieren eine „Raupe“ durch die Halle des TTK Sachsenwald machen, liegen sich wenige Meter weiter die „Tontäubchen“ mit feuchten Augen in den Armen, sprechen sich Trost zu. Trotz klarer Feldüberlegenheit haben die Wohltorferinnen das Aufstiegsspiel zur Hallenhockey-Regionalliga gegen die Niedersachsen 2:3 verloren. „Die Enttäuschung ist riesig. Tränen sind auch geflossen. Aber so ist Sport“, sagt Verteidigerin Sophia Magura.

Die Partie haben sie vielleicht verloren, dafür viele neue Fans im Verein gewonnen. „Sonst stehen bei uns ja die Herren im Fokus. Aber das war ein wirklich gutes Damenhockeyspiel“, resümierte Betreuerin Anja Bentz. Gesehen hatten es an die 400 Zuschauer. Die Halle am Tonteich war brechend voll. Wer keinen Sitzplatz mehr fand, stand in Viererreihen an der Seitenlinie oder drängte sich auf der Empore.

Gänsehaut wegen der Stimmung

Überall hingen Plakate, die viele Jugendspieler in der vergangenen Woche gemalt hatten. „Gemeinsam in Blau-Grau“ stand auf einem. „Hexenkessel TTK“ auf einem anderen. Beides war durchaus wörtlich zu nehmen. „Auf dem Spielfeld war es wegen der Fangesänge irre laut. Ich hatte fast durchgehend eine Gänsehaut. Und auch jetzt wieder, wenn ich davon spreche“, sagte Magura.

Derart euphorisiert ließen die Wohltorferinnen den Gästen in der Anfangsphase kaum Luft zum Atmen. Die Taktik, schon früh Torfrau Lilli zugunsten mit einer sechsten Feldspielerin auszuwechseln, ging voll auf. In den ersten 20 Minuten kam Hannover nicht einmal in die Nähe des TTK-Tores. Doch nach dem 1:0-Führungstreffer von Laura Schnatmeier (20.) wendete sich das Blatt, vor allem weil „78“ einfach effektiver war.

Hannover war effektiver

Beispiel Strafecken: Von vier Ecken der Gäste saßen gleich die beiden ersten. Hannover ging mit einer 2:1-Führung in die Pause. Auf der anderen Seite hatte der TTK am Ende von sechs Stück keine einzige verwandelt. Das kreidete sich vor allem Magura an. „Von meinen rund 30 Saisontoren in der Oberliga waren etwa 15 nach einer Ecke“, haderte sie. Dazu kam mit Imme Neumann eine immens starke Torfrau bei den Gästen. Nach Hannovers 3:1 nach einem Konter (48.) musste sie nur noch einen Schuss von Anna Nommensen zum 3:2 (57.) passieren lassen. Und als sie doch einmal geschlagen war, wie bei Maguras Ecke als die Zeit bereits abgelaufen war, klärte eine Verteidigerin auf der Linie – danach weinten die einen vor Freude, die anderen vor Trauer.

„Im ersten Moment hat es echt wehgetan. Aber dann haben mich meine kleinen Mädels getröstet – das fängt einen schnell wieder auf“, sagte Magura, die beim TTK die C-, B- und A-Mädchen trainiert.

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