Alles eine Frage der Konzentration

Von Konrad Brandstäter

Hamwarde.
Einen Pfeil an die Bogensehne legen, anspannen, zielen und loslassen. Und das alles in einer fließenden Bewegung. "Braucht man länger als drei Sekunden, fängt der Körper schon an zu zittern", erklärt Matthias Penzlin. Jeden Tag aufs Neue wiederholt der Bogenschütze des Schützenverein Hamwarde diese Handgriffe. Der Lohn für das harte Training: Penzlin ist neuer deutscher Feldbogen-Meister. Bei den Titelkämpfen in Celle siegte der 49-Jährige in der Disziplin "Altersherren Blankbogen".

In den Jahren 2009 und 2010 hatte sich Penzlin bereits auf den Bronzerang geschossen. Hinzu kommen zwei deutsche Meistertitel in der Halle. Ein unbeschriebenes Blatt ist der gebürtige Geesthachter also mitnichten, auch wenn er an den vergangenen Titelkämpfen berufsbedingt nicht teilnehmen konnte. "Ich habe schon vorher gemerkt, dass ich dieses Jahr gut drauf bin", erzählt der Bogenschütze und gibt zu, sich bereits vor dem Wettkampf etwas ausgerechnet zu haben.

Als Hamburger Landesmeister wurde er auch gleich der Spitzengruppe zugeordnet und übernahm nach der dritten Scheibe die Führung. Diese baute Penzlin in der Folgezeit Pfeil für Pfeil aus, sodass er nach dem ersten Tag bereits einen Abstand von 19 Ringen auf den Zweiten herausgeschossen hatte.

Eine psychologisch nicht ganz einfache Situation, findet der Geesthachter Bogenschütze: "Wenn man sich in Sicherheit wiegt, kann das nach hinten losgehen." Sein Trick: "Ich bin so in den zweiten Tag gegangen, als ob ich keinen Vorsprung hätte." Die Taktik ging auf. Auch im zweiten Durchgang zielte Penzlin genauer als die Konkurrenz und gewann am Ende überlegen mit 666 Ringen - 48 mehr als der Zeitplatzierte.

Damit schoss der 49-Jährige sogar mehr Ringe als die Besten in der jüngeren "Herren-Klasse", was bei den Bogenschützen allerdings keine Seltenheit ist. "Man kann in jungen Jahren anfangen und bis ins hohe Alter gut mithalten", erzählt Penzlin.

Er selbst hat den Sport erst 2007 beim Dorffest in Hamwarde für sich entdeckt. Das hinderte ihn nicht daran, schon bald in die deutsche Spitze vorzustoßen. Besonders wichtig sei, viel und regelmäßig zu trainieren. "Ich fahre täglich zum Verein, um dort zu üben", sagt Penzlin. Dort wird dann mitunter nicht nur geschossen, sondern auch am Material gebastelt. Penszlin: "Auch das macht die Faszination dieses Sports aus."