Eine Lehrstunde für Lauenburg

Lauenburg
(olü).
Nach dem 0:2 platzte Friedhelm Mienert der Kragen. "Was ist hier los?", schrie der Trainer der Lauenburger SV aufs Feld. Die Antwort lieferte er gleich selbst: "Pokal! Ist das klar?" Als dann wenig später Miroslav Baotic auf 3:0 für den FC Bergedorf 85 erhöhte, wusste auch Mienert nichts mehr zu sagen. Nach 17 Minuten war die Erstrundenpartie entschieden. Der klassenhöhere Fußball-Landesligist gewann schließlich mit 5:0.

Selbst Mato Mitrovic zeigte sich von der Vorstellung seiner Mannschaft überrascht. "Das war eine Stunde lang einfach überragend", sagte der Chefcoach des FC Bergedorf. "Und zwar von der Defensive, über das Mittefeld bis hin zum Sturm."

Alle Tore waren fein herausgespielt. Daniel Schaible traf früh zum 1:0 (4.), der überragende Djuro Maskaljevic erhöhte auf 2:0 (8.). Der Bergedorfer Neuzugang zeigte, dass er ein vollwertiger Ersatz für den zu Teutonia 05 gewechselten Mittelstürmer Pascal Pietsch ist. Nach Miroslav Baotics Tor war es Dieter Forkert, der auf 4:0 erhöhte (24.). Der angeschlagene Stefan Nagler im LSV-Gehäuse konnte einem leidtun. Bis jetzt war jeder Schuss ein Treffer.

Trotz der klaren Führung stachelte Fatih Okur sein Team immer weiter an. "Es steht 0:0. Wir wollen immer mehr", rief der Verteidiger der Gäste. Doch erst einmal hatten seine Mitspieler genug getan. Für die Lauenburger galt hingegen die Devise: Es gibt Tage, da klappt gar nichts. Als es nach einem Foul an Taner Göktürk Elfmeter für den Bezirksligisten gab, schoss Malte Zakrzewski so unplatziert, dass Henning Rühmann keine Probleme hatte, den Strafstoß zu halten (42.).

Im zweiten Abschnitt kontrollierte "85" weiter das Spiel, ließ es aber etwas ruhiger angehen. Lauenburgs Sven Lange traf noch den Pfosten (51.), bevor der quirlige Forkert mit seinem zweiten Treffer für den Endstand sorgte (73.). "Die Vorbereitung in Eichede hat mir gut getan", sagte der 20-Jährige, für den Trainer Mitrovic erst am Freitag die Freigabe eingeholt hatte. Lob gab es nach Spielschluss auch von Mienert: "Wir haben keine Ambitionen, uns mit so einer Mannschaft zu messen."

LSV:
Nagler; Blöh, Zakrzewski (46. Sahin), J. Meyer (77. Schmitt), Lübbers; Pinnow, K. Meyer, Teudt (35. L. Lange), Göktürk; S. Lange, Burmester.

FCB:
Rühmann; Drobny, Ma. Baotic (65. Shiri), Okur, Ballach; Schaible (79. Redzepagic), Mi. Baotic; Güzel, Zivkovic (37. Sejdi), Forkert; Maskaljevic.