Geschenk vom Schiri kostet zwei Punkte

Von Matthäus Kosik

Wohltorf.
Martin Kabke wollte es nicht wahrhaben. Der Torwart des TTK Sachsenwald stapfte völlig gefrustet vom Kunstrasen am Tonteich. Er fluchte, schimpfte und schüttelte immer wieder den Kopf. Am Auswechselhäuschen seiner Wohltorfer angekommen, verpasste er der Bank einen Tritt. "Nächstes Mal binde ich noch eine Schleife drum", meckerte er. Es war die letzte Szene des Hockey-Zweitligaspiels gegen Hannover 78, die den Keeper so aufregte. Denn der 2:2-Ausgleichstreffer der Niedersachsen glich einem Geschenk (69.). "Das war eine klare Fehlentscheidung, vorher gab es ein eindeutiges Fußspiel", ärgerte sich TTK-Trainer Lutz Reiher.

Am Ende standen die "Tontauben" also nur mit einem Punkt da. "Vor dem Anpfiff hätte ich damit leben können, aber nach dem Spielverlauf war da mehr drin", sagte Reiher. Torjäger Finn Dabelstein brachte die Gastgeber in Führung (7.). In der Folge hatten die Wohltorfer ihren Gegner gut im Griff. Die wenigen Torchancen vereitelte TTK-Keeper Kabke stark (25., 27., 43., 46.). "Wir haben saugut gespielt", lobte Coach Reiher.

Der gute Auftritt der Wohltorfer wäre wohl auch mit einem "Dreier" belohnt worden, hätte Niklas Bellinger die größte Chance des Spiels genutzt. Fünf Minuten vor dem Ende vertändelte Hannover einen Ball in der Vorwärtsbewegung. Der TTK-Angreifer schnappte sich die Kugel und die Wohltorfer liefen in einer 3:1-Situation auf das Gästetor zu. Doch statt es auszuspielen, startete Bellinger einen Alleingang. "Wir sollen in der Endzone Risiko gehen, und als Stürmer muss man eine Entscheidung treffen", sagte er. Sein Schuss ging vorbei, im Gegenzug fiel der 1:1-Ausgleich. "Mache ich ihn rein, bin ich der Held. So bin ich der Buhmann", sagte Bellinger.

Denn auch die erneute Führung durch Till Gagern (68.) hatte nicht lange Bestand. Eine Minute vor dem Ende gab es das "Geschenk" für die Hannoveraner zum Endstand. Trotz des Ärgers über den späten Ausgleich konnten die "Tontauben" zufrieden sein. Das Hinspiel hatten die Wohltorfer noch mit 2:8 verloren. "Eigentlich wissen wir auch, dass das 2:2 ein gutes Ergebnis ist", sagte TTK-Spieler Leo Bannister. Und einen Tag zuvor hatten sie das ohnehin viel wichtigere Spiel gewonnen.

Das Match gegen den Kahlenberger HTC wurde als Entscheidungsmatch um den Klassenerhalt auserkoren. "Wir wussten um die Dramatik des Spiels. Die Leistung war dann überragend gut", lobte Coach Reiher. Gagern, Dabelstein (3) und Klaas Hilmer schossen einen souveränen 5:1-Erfolg heraus. Reihers Fazit: "Wir sind voll in der 2. Liga angekommen."