Hand oder Oberschenkel? Das ist hier die Frage

Ohe
(vg).
Die Aufforderung ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Noch vier Spiele bis zum Klassenerhalt", titelte die Stadionzeitung des Fußball-Landesligisten FC Voran Ohe vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen Dersimspor. Nach dem 0:0 in einer mäßigen Partie ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Oher tatsächlich noch den gesamten Rest der Saison mit unten drinhängen könnten. Aktuell sind es fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Die bittere 1:9-Klatsche aus der Vorwoche bei Concordia spielte beim "weißen Ballett" von Beginn an mit. Die Oher wirkten gehemmt, die Gäste waren kaum aktiver. "Es war der Partie anzumerken, dass beide Teams nicht verlieren wollten", analysierte Voran-Trainer Sven Schneppel.

Vor allem Ohes Ausnahmekönner Adrian Voigt fand kaum statt. Dersimspor hatte sich glänzend auf ihn eingestellt. Voigts Gegenspieler Christian Fuchs bekam ständig Unterstützung, sodass der Oher stets zwei, drei Gegenspieler um sich hatte und gefühlt über 90 Minuten nicht einen einzigen Zweikampf gewann. Ohne die Geistesblitze des 21-Jährigen lahmte aber das Oher Angriffsspiel, Erfolg versprechende Zuspiele fehlten. "Wir haben den finalen Pass nicht angebracht", formulierte es Schneppel im Trainerdeutsch. "So langt es für uns halt nicht zu einem dreckigen Sieg."

Dreckig ging es dafür aber offenbar abseits des Rasens zu. Voran-Verteidiger Philip Lang soll kurz vor Schluss bei einer Rudelbildung vor der Dersimspor-Bank von einem Offiziellen geschlagen worden sein. Referee Philip Roedig, der nichts dergleichen erkannt hatte, ließ die Partie ohne Konsequenzen fortsetzen.

Der Unparteiische hatte vorher schon im Blickpunkt gestanden, als ein Drehschuss von Max Johnsen von einem Dersimspor-Spieler auf der Linie zur Ecke abgewehrt wurde (50.). Doch mit der Hand? Mit dem Oberschenkel? Das war schwer zu erkennen, auch wenn sich der Oher Anhang sicher war und lautstark einen Elfmeter forderte. Roedig ließ weiterspielen.

So blieb unter dem Strich die Erkenntnis, dass Ohe doch noch zu null spielen kann, was ihnen in diesem Jahr zuvor erst einmal gelungen war. Oder wie Schneppel es ausdrückte: "Wir sind nach dem 1:9 wieder zur Seriosität zurückgekehrt."

Ohe:
Baasch (3); Walek (3), Lux (3-4), Stritzke (2-3), Lang (3-4); Schild (4), Seibert (-) ab 30. Johnsen (4); Aydin (3), Voigt (4), Gassmann (4); Schipper (3-4) ab 88. Nüchterlein (-).