Bergedorf 85

Weichen für Regionalliga gestellt

Foto: Bode / Hanno Bode

Bergedorf. Seinen Segen für die Regionalliga bekam Bergedorf 85 auf dem 43. Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) am vergangenen Sonnabend von höchster Stelle.

In einem Grußwort sagte der Senator für Inneres und Sport, Michael Neumann: "Wir werden uns um die Stadien der Vereine, die in die Regionalliga aufsteigen wollen und können, kümmern. Das ist jetzt zum Beispiel an den Sander Tannen gelungen." Die Steilvorlage aus der Politik hat die "Elstern" gefreut. "Wir werden melden", sagte der 1. Vorsitzende Ronald Wenzel. Am Sonnabend läuft die Frist ab.

Nachdem die Stadt für die Kosten des Stadionumbaus aufkommen wird, muss der Verein jetzt noch die Hürden Wirtschaftlichkeit und sportliche Qualifikation für die vierthöchste Spielklasse nehmen. Der Etat, mit dem Bergedorf 85 in die Regionalliga gehen will, dürfte der kleinste der neuen Liga sein. Die Aufwandsentschädigungen für die Spieler sollen in der Summe denen der aktuellen Oberligasaison entsprechen. Für höhere Fahrtkosten und Schiedsrichtergelder sollen zwei neue Sponsoren aufkommen. "Der Etat ist abgesichert, die Zusatzkosten im Aufstiegsfall gedeckelt", sagte Manager Andreas Hammer. Dass Hamburger Vereine Summen um die 350 000 Euro für die Regionalliga aufgerufen haben, kann der frühere "85"-Stürmer nicht verstehen.

Was die Qualifikation für die 4. Liga angeht, hat der Verein die Messlatte hoch gehängt. "Wir steigen nur auf, wenn wir Erster oder Zweiter werden", betonte Wenzel. Beim Stand der Dinge, das Tabellenschlusslicht der 3. Liga Werder Bremen II steigt ab, Holstein Kiel verpasst den Aufstieg, würde ein Hamburger Vertreter direkt in die Regionalliga aufsteigen. Ein zweiter Klub aus der Hansestadt spielt eine Relegationsrunde mit dem Zweiten aus Schleswig-Holstein und dem Fünften aus Niedersachen. Wobei die tatsächliche Platzierung unerheblich ist. Denn der NFV hat auf eine Vorgabe, demnach nur der Erste, Zweite oder Dritte aufsteigen darf, verzichtet.

Theoretisch könnten die "Elstern" also auch als 15. der Oberliga in der kommenden Saison Regionalliga spielen. Denn "85" dürfte neben dem SC Victoria der einzige Klub aus Hamburg sein, der für die 4. Liga meldet. Norderstedt, mit einem Rückstand von sieben Punkten auf Bergedorf, wird wohl aus sportlichen Gründen verzichten; bei Altona 93, derzeit Tabellenelfter, kommen noch die Probleme mit der maroden Adolf-Jäger-Kampfbahn hinzu.

Über die Regionalligatauglichkeit der Vereine wird nach dem 31. März eine Zulassungskommission des NFV entscheiden. Sollten es die "Elstern" am Ende tatsächlich schaffen, müssen sich Roman Schmer und Co. besonders auf eine Änderung im Vergleich zur Oberliga einstellen. In der 4. Liga gibt es nach Gelb-Rot sowie der fünften und zehnten Gelben Karte eine automatische Sperre. Das könnte bei "85", momentan abgeschlagenes Schlusslicht der Oberliga-Fairnesstabelle, dann doch zu Problemen führen.