Rhönradturnen

TSG-Schwestern fahren zur WM

Olaf Lüttke

Bergedorf. Beim Sprung auf das Rhönrad geschah es. Svenja Trepte geriet in Rücklage, balancierte für die Ewigkeit einer Sekunde in 2,20 Meter Höhe auf ihrem Sportgerät. Die Zuschauer bei der zweiten Weltmeisterschaftsqualifikation in Essen hielten den Atem an.

"Ich habe mich zu schnell aufgerichtet", erklärte die 20-jährige Sportlerin der TSG Bergedorf. Doch Trepte fand ihr Gleichgewicht zurück und konnte sich mit Mühe retten. Beim zweiten Sprung lief dann alles glatt. Das Publikum applaudierte frenetisch. Nach Spirale und Gerade-Kür stand fest: Die Hamfelderin wurde Vierte und schaffte nach der Addition der beiden WM-"Qualis" als Dritte den Sprung ins Nationalteam. "Jetzt will ich Bronze holen", sagte Trepte selbstbewusst. Vom 20. bis zum 23. Mai geht es in Baar/Schweiz um Weltmeisterschaftsmedaillen. Dabei wird Sandra Trepte nicht allein sein. Denn am Vormittag hatte sich bereits ihre Schwester Sandra für die Jugendtitelkämpfe qualifiziert.

Für die 17-Jährige verlief der Wettbewerb in Essen noch nervenaufreibender. Nach den Disziplinen Spirale und Sprung lag die jüngere der beiden Trepte-Schwestern auf Platz zwei. Ihr Platz in der Nationalmannschaft war so gut wie sicher. Doch während der Gerade-Kür, bei einem sogenannten D-Teil, einer Übung mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, musste sie vom Rhönrad absteigen. Trainer Michael Gottschalk leistete Hilfestellung, wenig später sogar ein zweites Mal. Dafür gab es insgesamt zwei Punkte Abzug.

"Es war schrecklich", kommentierte Gottschalk. Jetzt musste gerechnet werden, denn Sandra Trepte rutschte auf Platz sieben ab. Doch durch den vierten Rang aus der ersten "Quali" schafft sie als Fünfte den Sprung ins Jugend-Nationalteam. Damit sind zum ersten Mal zwei Rhönradturnerinnen der TSG bei einer WM vertreten.

"Das ist großartig", jubelte Gottschalk, der vor 24 Jahren die Rhönrad-Abteilung der TSG gründete. Kleiner Wermutstropfen: Bei den Titelkämpfen darf der 45-Jährige nur zuschauen. Die Geschwister Trepte werden in der Schweiz von Bundestrainerin Ines Meurer betreut.

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