Naturschutz

Widerstand gegen Umzug der Schausteller nach Billwerder

Hamburg: Die Stiftung Billwerder will die Heuwiese am Dweerlandweg schützen und fordert eine Alternative für den neuen Schaustellerplatz.

Hamburg: Die Stiftung Billwerder will die Heuwiese am Dweerlandweg schützen und fordert eine Alternative für den neuen Schaustellerplatz.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Politik will B-Planverfahren am Dweerlandweg einleiten. Naturschützer kritisieren Vernichtung einer Grünfläche in Billwerder.

Hamburg. Bei der geplanten Bereitstellung einer Fläche am Dweerlandweg für den Umzug der Schausteller von ihrem jetzigen Standort am Brennerhof wollen Politik und Verwaltung offenbar nicht unnötig Zeit verstreichen lassen. Die Fachpolitiker im Stadtentwicklungsausschuss haben am Mittwochabend den Hauptausschuss ermächtigt, während der ansonsten gremienfreien Sommerpause einen entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. „Schade nur, dass es mit Vertretern des Schaustellerverbandes offenbar nicht hinreichend Absprachen gegeben hat und diese sich nun vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen“, bedauerte Bernd Capeletti für die CDU.

Heuwiese wird in Biotopkartierung als „wertvoll“ bewertet

Doch gegen den vorgesehenen Schaustellerplatz am Dweerlandweg regt sich bereits Widerstand: Es „soll wieder eine wertvolle, amphibienreiche Grünfläche in Billwerder vernichtet werden“, sagt Katja Haack von der Dorfgemeinschaft Billwärder. „Diese Fläche und die Kleingärten sind teilweise Gebiete des grünen Netzes und daher als Teil des Vertrages zum Erhalt des Hamburger Stadtgrüns zu erhalten“, fügt sie hinzu. Auch laut Biotopkartierung seien die Heuwiese mit der Bewertung 5 und die anliegenden Gräben mit „wertvoll“ benannt.

Mögliche Fläche für Schausteller im „Hochwasserrisikogebiet“

Katja Haack wundert sich, warum die Fläche in die engere Auswahl kam: „Das Gebiet ist Flutrasen mit darunterliegender Torfschicht, also Hochwasserrisikogebiet.“ Die Fläche müsste „auf mindestens 1,5 Meter angeschüttet und versiegelt werden“, um befahrbar und „halbwegs flutsicher“ zu sein, betont sie. „Es sollte doch anderswo eine schon gewidmete Gewerbefläche mit einer Größe von 1,3 Hektar zu finden sein.“ Sie nennt das Gewerbegebiet Allermöhe: Dort „soll es noch kleinere Flächen geben“.

( hy/tv )

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