Bergedorf

Wenn die Feuerwehr nicht durchkommt

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Alexandra Schrader
Wegen des Falschparkers im Kreuzungsbereich Kirschgarten kommt das Feuerwehrfahrzeug nicht um die Kurve. Und auch beim Ausfahren der Drehleiter wird Platz benötigt: Schließlich muss das Feuerwehrfahrzeug seitlich gestützt werden, um nicht umzukippen.

Wegen des Falschparkers im Kreuzungsbereich Kirschgarten kommt das Feuerwehrfahrzeug nicht um die Kurve. Und auch beim Ausfahren der Drehleiter wird Platz benötigt: Schließlich muss das Feuerwehrfahrzeug seitlich gestützt werden, um nicht umzukippen.

Foto: Alexandra Schrader

Bei Testfahrten wird überprüft, ob der Weg im Notfall frei wäre. In Bergedorf ist das längst nicht immer der Fall.

Hamburg. Langsam rollt die Drehleiter vom Gelände der Bergedorfer Feuer- und Rettungswache am Ludwig-Rosenberg-Ring und fädelt sich in den Verkehr ein. Im Ernstfall würden Blaulicht und Martinshorn den Weg für das neun Meter lange und 2,50 Meter breite Fahrzeug frei machen – bis zum ersten Falschparker. Auf den stoßen die Retter bei ihrer Testfahrt durch die Lohbrügger Wohnstraßen schon nach wenigen Minuten. Am Kirschgarten ist erst einmal Schluss. Ein schwarzer Ford hat direkt im Einmündungsbereich geparkt, die Drehleiter kommt nicht um die Kurve.

Eine Mindestbreite von drei Metern muss verbleiben

Im Ernstfall könnte das wichtige Minuten kosten, Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann. Regelmäßig machen Feuerwehr und Polizei daher sogenannte Bewegungsfahrten. Heute werden vor allem die engen Wohnstraßen in Lohbrügge abgefahren, in denen viele Autos parken. „Wir wollen die Menschen dafür sensibilisieren, dass es wirklich wichtig ist, die Straße frei zu halten“, heißt es bei der Bergedorfer Polizei. Auf der Fahrbahn muss immer eine Mindestbreite von drei Metern verbleiben. Ist kein Bürgersteig vorhanden, sind es sogar 3,50 Meter. Andernfalls darf nicht geparkt werden.

Auch das Parken im Kreuzungsbereich stelle eine Ordnungswidrigkeit dar. Es könne dazu führen, dass beispielsweise die Feuerwehr nicht durchkomme, so wie während der Testfahrt am Kirschgarten. An diesem Tag kann der Falschparker direkt aufgespürt werden: Um den Strafzettel kommt der Anwohner trotzdem nicht herum. Mürrisch rollt er in seinem schwarzen Ford davon. Dann geht es weiter: Mit zwei Polizeifahrzeugen und der Drehleiter in der Mitte. Eine vorgegebene Route gibt es nicht. Zwischendurch ein kurzer Austausch übers Funkgerät, wo es als nächstes hingehen soll. „An der Bergkoppel“, lautet das Ziel.

An vier Stellen wurde es für das Feuerwehrauto zu eng

Auf dem Weg drehen sich überall die Köpfe, wenn die auffällige Kolonne vorbeifährt. Eine Gruppe winkt dem Polizeiteam zu. In der Straße An der Bergkoppel wird es in der Einmündung Hofweide wieder zu eng: Nicht einmal das Ausweichen auf den Bürgersteig hilft. Jetzt heißt es für die Polizisten wieder: Aussteigen, Strafzettel an den Scheibenwischer und im besten Fall den Fahrzeughalter ausfindig machen. Ist der Weg frei, geht es weiter.

Bis 19.40 Uhr fährt das Team noch durch das Gebiet zwischen Lohbrügger Landstraße und Reinbeker Redder. Die Bilanz: An vier Stellen wurde es für das Feuerwehrauto zu eng. Neben den genannten Stellen wurde es am Harnackring schwierig, hier war die Fahrbahn durch die Parkenden einfach zu schmal. Einen Verstoß gab es in der Korachstraße, in der eine Feuerwehrzufahrt blockiert war.

Immerhin: „Die Kollegen konnten alle Fahrer direkt antreffen“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth kurz danach. Sie seien einsichtig gewesen, hätten aber alle ein Knöllchen bekommen.

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