Migranten

Weniger Zuschuss: Lohbrügger Jobvermittlung vor dem Aus

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Archivbild aus gemeinsamer Startzeit: Deniz Yildirim und Hülya Yildiz sind die beratenden und kreativen Köpfe hinter „Mi4Mi“.

Archivbild aus gemeinsamer Startzeit: Deniz Yildirim und Hülya Yildiz sind die beratenden und kreativen Köpfe hinter „Mi4Mi“.

Foto: Jan Schubert

Integrationsprojekt „Mi4Mi“ erhält weniger Geld aus dem Quartiersfond in Bergedorf. Beratung hatte Alleinstellungsmerkmal.

Hamburg. Seit Anfang April ist das Integrationsprojekt „Mi4Mi“ in Lohbrügge eine Solosache: Wegen Kürzungen im Budget ist Ehrenamtskoordinator Deniz Yildirim als einziger hauptamtlicher Ansprechpartner für geflüchtete Menschen übrig geblieben, die in der neuen Heimat auf der Suche nach Job, Ausbildung oder Praktikumsplatz sind und von den „Mi4Mi“-Kontakten profitieren wollen. Yildirims ehemalige Kollegin Hülya Yildiz ist nicht mehr als hauptamtliche Job- und Sozialberaterin im Projekt dabei.

„Mi4Mi“ gibt es seit Februar 2018. Das Projekt entwickelte die Alevitische Gemeinde Bergedorf (BAKM) mit ihrem Vorsitzenden Alper Dogan. Und das von Dogan ausgewählte Doppel schaffte es seither – und trotz der Corona-Pandemie – insgesamt 242 Migranten zu beraten, „wobei wir nicht alle in Arbeit und Ausbildung bekommen haben“, so Yildirim.

Das Geld fehlt: Jobvermittlung „Mi4Mi“ in Lohbrügge vor dem Auslaufen

Zudem wurden Verbindungen zu vielen Schulen und sozialen Einrichtungen sowie auch Arbeitgebern außerhalb Bergedorfs etabliert, die eine besondere Qualität aufweisen. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, dass wir Arbeitgeber mit Migrationshintergrund gefunden haben, die geflüchtete Menschen auch einstellen“, erklärt Deniz Yildirim.

Hauptsächlich wurden Menschen im Dienstleistungsgewerbe untergebracht, in der Logistik, Gastronomie oder im Handwerk.

15.000 Euro weniger aus dem Quartiersfonds als in den Vorjahren

So sieht es, nicht nur wegen des Ausscheidens von Hülya Yildiz – die 32-Jährige will sich nun vermehrt um ihre Doktorarbeit kümmern –, nach dem Ende für „Mi4Mi“ aus. Die Politik bewilligte aus dem Quartierfonds 15.000 Euro weniger als in den Vorjahren, weil die Flüchtlingsströme in der Vergangenheit abebbten.

Auch Alper Dogan glaubt, dass sein Projekt zum Jahresende auslaufen könnte, „wenn wir keine neue Trägerschaft finden“. Die Finanzierung für die Stelle von Deniz Yildirim steht bis 31. Juli, Dogan will aber noch mal einen Verlängerungsantrag stellen.

Infos unter mi4mi.de

( jhs )

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