Bergedorf

Jetzt auf Entdeckertour gehen: Fotokunst an der Litfaßsäule

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne K. Strickstrock
Auf der Litfaßsäule am Röpraredder zeigt Fotografin Sonja Brüggemann einen Einblick in ihren Herzensort: das Hamburger Kunsthaus.

Auf der Litfaßsäule am Röpraredder zeigt Fotografin Sonja Brüggemann einen Einblick in ihren Herzensort: das Hamburger Kunsthaus.

Foto: strickstrock

„Wir geben Hamburg Perspektive“, versprechen 18 Künstler. Wo die Motive bis Ende April im Bezirk Bergedorf zu sehen sind.

Hamburg. Vom Trompetenkonzert im Kult-Liveclub „Logo“ bis zum Hamburger Kunsthaus und zur Lindenterrasse an der Elbchaussee sind es gerade mal drei Schritte oder einmal im Kreis herum. Die jedoch muss man vor dem Wohnkomplex am Röpraredder tun – und dabei in sehnsüchtiger Kunstinspiration versinken.

Es ist eine Litfaßsäule vor dem „Lindwurm“, die mit drei Foto-Motiven daran erinnert, dass es mal Kultur in der Stadt Hamburg gab – vor Corona-Zeiten.

In ganz Hamburg geklebt: Fotografische Kunst an der Litfaßsäule

Kunst auf Sinnsuche? „Es ist ein atmosphärischer Herzensort, ein Synonym für Reisen und Fernweh, für Ausblicke und Perspektiven im besten Sinn“, sagt Fotografin Kirsten Haarmann, die das Hotel Louis C. Jacobs fotografierte samt der Lindenterrasse, auf der bereits Max Liebermann malte.

Haarmann ist eine von 18 Fotografen des Berufsverbandes FREELENS e. V., die nun auf 76 Litfaßsäulen die Ausstellung „Wir geben Hamburg Perspektive“ präsentieren.

Auch Vierlandenstraße und Neuallermöhe Teil der Plakataktion

Insgesamt 30 Motive sind bis zum 28. April im ganzen Stadtgebiet zu sehen. Neben der Litfaßsäule in Lohbrügge ist auch eine an der Vierlandenstraße Teil der Ausstellung und eine am Edith-Stein-Platz in Neuallermöhe.

Man könne die Arbeiten bei einem Spaziergang entdecken, regt Hamburgs Senator Dr. Carsten Brosda (SPD) an, dessen Kultur­behörde die Umsetzung mit 13.600 Euro unterstützte: „Es lohnt sich sehr – und es eröffnet in diesen bleiern kulturlosen Zeiten zumindest einen künstlerischen Hoffnungsschimmer.“

In Hamburg mussten Museen gerade erst wieder schließen

„Der Zeitpunkt ist leider ungewollt passend“, so Brosda. „Am vergangenen Sonnabend haben wir die Museen schließen müssen. Nun kommt die Kunst in den Alltag zu den Menschen, wenn es anders nicht geht“, sagt der Kultursenator.

Das Wort Perspektive weckte ihre Lust am kreativen Arbeiten, sagen Henriette Pogoda und Sybille Zettler, die Initiatorinnen des Projekts: „Es gibt kaum eine Meldung in den Medien ohne das Wort Perspektive als Hoffnungsszenario – eine Aussicht auf eine Zeit nach dem Lockdown. Aber die Perspektive ist auch ein zentraler Begriff der Fotografie. Sie beschreibt den Blickwinkel, die Einstellung.“

Herzensort von Fotografin aus St. Georg prangt in Lohbrügge

Ihren Blickwinkel auf zeitgenössische Kunst gibt Sonja Brüggemann jetzt den Lohbrügger Spaziergängern preis. Die Fotografin aus St. Georg hat das 1962 am Klosterwall gegründete Kunsthaus Hamburg für sich als Herzensort entdeckt.

„Ich liebe es, in den großen, hellen Ausstellungsraum einzutauchen wie in eine andere Welt. Kunst erweitert meinen Blick, berührt meine Seele und öffnet mich für den Glauben an etwas Höheres. Insbesondere in Zeiten des Umbruchs ist das für mich essenziell.“

Weitere Motive und Inspirationen zur Ausstellung finden sich online unter www.hamburg.freelens.com

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