Wohnungsbau

Bergedorf-Bille baut zwölf Wohnungen im Villengebiet

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Thomas Voigt
Die Hanglage an der Chrysanderstraße ist eine Herausforderung. Die zwölf Wohnungen werden auf drei solche Häuser verteilt. Größere Baukörper sind an dieser Stelle nicht zulässig.

Die Hanglage an der Chrysanderstraße ist eine Herausforderung. Die zwölf Wohnungen werden auf drei solche Häuser verteilt. Größere Baukörper sind an dieser Stelle nicht zulässig.

Die Häuser an der Chrysanderstraße sollen bis Herbst 2022 fertig sein. Die Miete wird über dem Durchschnitt der Genossenschaft liegen.

Hamburg. Die Bergedorf-Bille betritt neues Terrain. Erstmals investiert Bergedorfs Baugenossenschaft im noblen Villengebiet. Auf dem seit Jahren brach liegenden Grundstück in Hanglage an der Chrysanderstraße 46 bis 48, zwischen der Katholischen Schule und der Bergedorfer Mühle, lässt die Genossenschaft in den kommenden eineinhalb Jahren drei doppelhausartige Gebäude mit jeweils vier Mietwohnungen errichten.

„In der nächsten Woche beginnen dort die Erd- und Sielbauarbeiten“, erklärt Bergedorf-Bille-Geschäftsführer Marko Lohmann auf Anfrage unserer Redaktion. „Durch die Lage an einem steilen Hang sind die Sielbauarbeiten und später die Gartengestaltung technisch sehr anspruchsvoll. Daher und wegen der in den letzten Jahren stark gestiegenen Baukosten mussten wir diverse Umplanungen vornehmen, um den Neubau für uns und später unsere dort wohnenden Mitglieder noch bezahlbar realisieren zu können.“

Was im Klartext bedeutet: Eine Kaltmiete von 12,50 Euro für die zwölf jeweils 75 Quadratmeter großen Wohnungen wird schwerlich zu unterschreiten sein. Die durchschnittliche Kaltmiete der über 9000 Wohnungen der Genossenschaft liegt mit derzeit 7,13 Euro pro Quadratmeter deutlich darunter.

Die Bergedorf-Bille investiert etwa 4,5 Millionen Euro im Villenviertel

Etwa 4,5 Millionen Euro investiert die Bergedorf-Bille in das Vorhaben. „Es ist mal etwas ganz anderes“, sagt Marko Lohmann. Die Verteilung der Wohnungen auf drei Doppelhäuser ist nach seinen Worten erfolgt, weil im Bergedorfer Villengebiet grundsätzich keine größeren Baukörper zulässig seien. Aber es gibt noch weitere Besonderheiten. So sind die Wohnungen keinesfalls barrierefrei, sondern die Hauseingänge sind einzig über einen Aufgang mit 14 Stufen zu erreichen. „Eine barrierefreie Gestaltung mit Aufzügen wäre eindeutig zu teuer geworden“, sagt Lohmann. Auf Garagen- oder Stellplätze müssen die künftigen Mieter ebenfalls verzichten. „Die Bergedorfer Bus-Ringlinie hält aber fast vor der Tür“, wirbt Lohmann. „Wer damit auskommt und kein Auto braucht, kann hier wunderschön wohnen.“

Die Bergedorf-Bille hat derzeit mehr als 300 Wohnungen neu in Bau, weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. „Damit haben wir das seit vier Jahrzehnten größte Neubauprogramm mit Investitionen von über 300 Millionen Euro in Umsetzung, verteilt über etwa fünf Jahre“, sagte Marko Lohmann kürzlich unserer Redaktion. So soll an der Sterntwiete in Lohbrügge bis zum Jahresende ein Neubau von 86 Wohnungen fertig werden, darunter auch öffentlich-geförderte Wohnungen und Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen.

Während der Bauzeit gibt es Einschränkungen für die Ringlinie

An der Chrysanderstraße beginnen die Bauarbeiten am kommenden Mittwoch. Sie sind bis zum 30. Juni 2022 terminiert. In dieser Zeit kann der Bus der Ringlinie zeitweise die Baustelle nicht passieren. Generell bleibt er aber auf seiner Route durch die Daniel-Hinsche-Straße und die Chrysanderstraße, die von kommender Woche an bis zum Sommer 2022 wegen der Baustelle vom Grasredder als Einbahnstraße in Richtung Augustastraße geführt wird. Radfahrer können die Strecke in beide Richtungen nutzen, eine Umleitung über Augustastraße, Grasredder und Daniel-Hinsche-Straße wird ausgeschildert.

Informationen zur Vermietung will die Bergedorf-Bille etwa im September 2021 auf ihrer Homepage zur Verfügung stellen. Bezugsfertig sollen die Wohnungen dann ein Jahr später sein, also im Herbst 2022.

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