Curslack

Yoga-Kursus als Kraftquelle bei Krebs

| Lesedauer: 4 Minuten
Lena Diekmann
Aus eigener Erfahrung weiß Silke Ulmer, wie sehr man durch die Diagnose „Krebs“ aus der Bahn geworfen werden kann. Daher möchte sie mit ihrem Yoga-Kursus „eine Tür öffnen“, um den Genesungsprozess aktiv zu unterstützen und Körper und Psyche zu stärken.

Aus eigener Erfahrung weiß Silke Ulmer, wie sehr man durch die Diagnose „Krebs“ aus der Bahn geworfen werden kann. Daher möchte sie mit ihrem Yoga-Kursus „eine Tür öffnen“, um den Genesungsprozess aktiv zu unterstützen und Körper und Psyche zu stärken.

Foto: Privat

Diagnose Krebs ist für jeden ein Schockmoment. Der Kursus von Silke Ulmer aus Curslack bietet mehr als die klassischen Übungen.

Hamburg. Es war wohl Intuition: Margrit hatte nie regelmäßig ihre Brüste abgetastet, doch als sie an diesem Morgen im Mai unter der Dusche stand und mit ihrer rechten Hand über die linke Brust fuhr, da ertastete die Vierländerin einen Knoten. Und der heute 66-Jährigen war sofort klar, dass es Brustkrebs war. Dieser Moment liegt mehr als drei Jahre zurück, und die Vierländerin hat die Therapie mit Operation und Bestrahlung gut überstanden. Dennoch hat sie das Bedürfnis, mit anderen Betroffenen über die Krankheit und ihre Erfahrungen zu sprechen.

Den dafür passenden Ort hat Margrit nun im „Yoga- und Krebs-Kursus“ im Geesthachter Johanniter-Krankenhaus gefunden. „Ich habe schon früher gern Yoga gemacht, und für mich ist es die ideale Kombination aus Bewegung und inhaltlichem Austausch. Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben“, betont die 66-Jährige.

Silke Ulmer aus Curslack weiß, wie viel Kraft Yoga bei Krebs geben kann

Seit August bietet Silke Ulmer den Kursus an und freut sich, mit dem Krankenhaus einen tollen Kooperationspartner gefunden zu haben. Die 54-Jährige aus Curslack praktiziert seit mehr als 20 Jahren Yoga, seit 2017 unterrichtet sie selbst. Vor drei Jahren machte sie eine Weiterbildung bei Gaby Kammler zur Yoga- und Krebs-Trainerin.

Denn Silke Ulmer weiß, wie viel Kraft Yoga bei einer Krebserkrankung geben kann – erhielt sie doch selbst im Jahr 2018 die Diagnose Gebärmutterkrebs. „Es gibt bereits ausreichend Studien, die belegen, dass Yoga bei den Erfahrungen einer Krebserkrankung oder Folgen einer Chemotherapie helfen kann“, weiß Silke Ulmer.

Die Teilnehmer geben sich gegenseitig Tipps und Ratschläge

Einmal in der Woche kommen in dem Kursus sechs Teilnehmerinnen im Alter von Anfang 50 bis Ende 70 zusammen – und zwar meist schon weit vor Kursusbeginn. Dann tauschen sich die Frauen aus über ihre Erfahrungen mit Metastasen oder Nebenwirkungen, geben sich gegenseitig Ratschläge und Tipps, wie zur Finanzierung einer Reha oder besprechen andere Dinge, die sie gerade im Zusammenhang mit ihrer Krankheit beschäftigen.

„Denn jeder hat seinen Krebs, jede Erkrankung verläuft anders“, weiß Silke Ulmer. Doch auch wenn die Erfahrungen nicht identisch sind, wisse man auf diese Art und Weise, dass man eben nicht alleine ist, weiß die Yoga-Lehrerin.

Allein sind die Kursus-Teilnehmerinnen bei Weitem nicht: In Deutschland erkranken laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum jedes Jahr knapp 500.000 Menschen an Krebs. Zu den drei häufigsten Tumoren bei Krebsneuerkrankungen bei Frauen gehören die Brustdrüse, der Darm und die Lunge. Bei Männern sind besonders häufig die Prostata, die Lunge und der Darm betroffen.

Zum Programm gehören Dehnübungen, Yoga, Meditation und Atemübungen

Daher sind auch sämtliche Krebserkrankungen und Stadien in dem Kursus willkommen – ob direkt nach der Diagnose, gerade in Chemotherapie oder krebsfrei. Vor dem ersten Termin nimmt Silke Ulmer Kontakt zu jeder Teilnehmerin oder Teilnehmer auf, um zu erfahren, wie die Erwartungen sind und worauf bei Übungen gegebenenfalls geachtet werden muss, ob es beispielsweise Metastasen in Knochen oder Narbengewebe durch entfernte Lymphknoten gibt.

„Es geht darum, seinen Körper zu spüren, zu Entspannung und Kraft zu kommen“, sagt Silke Ulmer. Neben Dehnübungen und klassischen Yoga-Übungen sind daher auch Meditationen und Atemübungen Teil des Programms.

Ende November startet ein neuer Kursus im Geesthachter Krankenhaus

Nach drei Monaten in dem Yoga-Kursus weiß die Vierländerin Margrit bereits, dass ihr der Kursus auch im Alltag hilft. Und nicht nur dann, wenn der nächste regelmäßige Kontrollcheck in der Onkologie oder beim Gynäkologen ansteht und sich „das Kopf-Karussell“ wieder drehe, sondern auch bei einer mehrstündigen Zahnarzt-Behandlung: „Hätte ich da nicht gewusst, wie ich mich konzentriere, um einfach mal loszulassen und mich zu entspannen, dann hätte ich das bestimmt nicht so gut überstanden“, sagt die 66-Jährige.

Da Silke Ulmer merkt, wie gut das Angebot angenommen wird, bietet sie ab 30. November noch einen weiteren Kursus an. Er läuft immer dienstags, in der Zeit von 18.15 bis 19.15 Uhr, im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht (Am Runden Berge 3). Die erste „Schnupperstunde“ ist kostenfrei, danach kostet eine Stunde 15 Euro, einer 5er-Karte 65 Euro und eine 10er-Karte 120 Euro.

Kontakt zu Silke Ulmer unter der Mobilnummer 0177/491 42 91. Weitere Infos im Internet: www.silkeulmer.de

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