Japanischer Knöterich

Diese Pflanze verdrängt die heimischen Arten

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Lena Diekmann
Julian Emrich (CDU) am Vierländer Bahndamm, wo sich der Japanische Knöterich ordentlich ausgebreitet hat. Vier- und Marschlande findet die invasive Art gute Vegetationsbedingungen und verdrängt heimische Pflanzen. Das reduziert die Artenvielfalt.

Julian Emrich (CDU) am Vierländer Bahndamm, wo sich der Japanische Knöterich ordentlich ausgebreitet hat. Vier- und Marschlande findet die invasive Art gute Vegetationsbedingungen und verdrängt heimische Pflanzen. Das reduziert die Artenvielfalt.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Der Japanische Knöterich hat sich in den Vier- und Marschlande ausgebreitet. Die Beseitigung ist sehr arbeitsintensiv.

Hamburg. Auf dem Wanderweg, dem ehemaligen Vierländer Bahndamm zwischen Pollhof und Curslacker Deich, ist Julian Emrich regelmäßig unterwegs. Seit der Geburt seines Sohnes vor drei Jahren besonders häufig auch zu Fuß, schließlich hat sein Nachwuchs hier auch das Radfahren gelernt.

Und so hat der CDU-Bezirksabgeordnete die Flora am Wegesrand genau im Blick. Eine Pflanze fällt dem Christdemokraten dabei besonders unangenehm auf: der Japanische Knöterich.

In den Vier- und Marschlanden fühlt sich der Japanische Knöterich wohl

Eigentlich in China, Korea und Japan heimisch, wurde die Pflanze um 1825 nach Europa gebracht – und breitet sich auch in den Vier- und Marschlanden immer mehr aus. Unter günstigen Bedingungen kann der Knöterich innerhalb weniger Wochen eine Höhe von drei bis vier Metern erreichen, dabei allein pro Tag 10 bis 30 Zentimeter wachsen. Auch am Vierländer Bahndamm habe sich die Pflanze in der Fläche bestimmt auf das dreifache ausgedehnt, stellt Emrich fest.

Längst nicht die einzige Stelle im Landgebiet, an denen sich der Japanische Knöterich immer weiter ausbreitet. Wie aus einer Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht, sind dem Bezirksamt Bergedorf mehr als 1000 Quadratmeter bekannt, an denen die invasive Pflanze wuchert.

Japanischer Knöterich: Invasive Art verdrängt heimischen Pflanzen

Vor allem im Straßenbegleitgrün an der Ochsenwerder Landstraße, Hofschläger Weg und Brennerhof ist die Pflanze vertreten. Aber auch im Naturschutzgebiet Kiebitzbrack sowie am Fersenweg im Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen. Als invasive Arten gelten die, die heimische Pflanzen verdrängen und die Artenvielfalt reduzieren. „Sie ist von geringem Wert für die Natur, zerstört aber die heimischen Gewächse“, kritisiert der Christdemokrat.

Der Pflanze Herr zu werden ist schwierig: Ausreißen und kompostieren ist nicht möglich, da sich die Sporen über den Kompost noch weiter verbreiten würden. Die Pflanze müsste in die Verbrennungsanlage und über Jahre wieder ausgerissen und entsorgt werden.

Bezirksamt bevorzugt wegen der geringen Kosten das regelmäßige Mähen

Das Bezirksamt sieht das Ausgraben sowie das regelmäßige Mähen als geeignete Maßnahmen an. Für das Mähen seien die Mittel – etwa 20 Cent bis ein Euro pro Quadratmeter – im Bezirksamt vorhanden. Ein Ausbaggern wäre deutlich kostenintensiver: Hierfür würden je nach örtlicher Gegebenheit mindestens 80 Euro pro Quadratmeter fällig werden, heißt es in der Antwort auf die CDU-Anfrage.

Die Christdemokraten wollen die Pflanze nicht ungestört wuchern lassen: Jörg Froh schlug vor, dass Bewohner der Vier- und Marschlande, denen Stellen bekannt sind, an denen der Knöterich wuchert, dies den Fraktionen im Regionalausschuss melden können. Sie sollen bis zur nächsten Sitzung am 19. Oktober zusammengetragen und dem Bezirksamt übergeben werden.

Keine Gesundheitsgefahr, anders als sonstige invasive Arten

Zumindest stellt der Knöterich keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier dar. Im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau, der Substanzen absondert, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken und für Verbrennungen auf der Haut sorgen. Das Jakobskreuzkraut fürchten vor allem Pferdehalter, ist doch ein Teil der gelb blühenden Pflanze giftig für die Tiere. Allerdings gilt das Jakobskreuzkraut nicht als invasive Art und ist gleichzeitig Fraßpflanze einiger Schmetterlingsarten.

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