Straßenverkehr

Kreuzung in Bergedorf: Umbau nur eine Zwischenlösung

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Christina Rückert
Die provisorische Ampel an der Einmündung Curslacker Neuer Deich/Am Schleusengraben soll zu einer festen Ampel umgebaut werden. Doch damit ist es nicht getan: Die ganze Kreuzung muss umgeplant werden, wenn erst der Innovationspark gegenüber kommt. Dann wird ein weiterer Kreuzungsarm links benötigt.

Die provisorische Ampel an der Einmündung Curslacker Neuer Deich/Am Schleusengraben soll zu einer festen Ampel umgebaut werden. Doch damit ist es nicht getan: Die ganze Kreuzung muss umgeplant werden, wenn erst der Innovationspark gegenüber kommt. Dann wird ein weiterer Kreuzungsarm links benötigt.

Foto: Christina Rückert

Am Curslacker Neuer Deich/Am Schleusengraben soll eine feste Ampel entstehen. Doch der Innovationspark ist noch gar nicht mitgedacht.

Hamburg. Kabelgewirr und Betonschweine machen die Kreuzung Curslacker Neuer Deich/Am Schleusengraben derzeit wenig attraktiv, aber effizient: Seit hier vor knapp einem Jahr eine provisorische Ampel installiert wurde, können Autos aus dem Wohn- und Geschäftsgebiet „Schilfpark“ endlich ohne Gefahr in Richtung Bergedorf oder zur A 25 abbiegen. Die nächste gute Nachricht verkündeten Verkehrsplaner bereits im März im Ausschuss: Der Ausbau zu einer „hübschen, kleinen Kreuzung“ samt fester Ampel werde derzeit geplant. Doch was gut klingt, könnte schon recht schnell von der Realität überholt werden und einen „Umbau nach dem Umbau“ erforderlich machen. Denn fest steht: Mit einer festen Ampel und einer Bushaltestelle ist es an dieser Stelle längst nicht getan.

Kreuzung zum Wohngebiet "Schilfpark" wird umgebaut - als Zwischenlösung

„Die Kreuzung muss sowieso noch groß umgestaltet werden, mit allem drum und dran“, bestätigt Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Grund: Gegenüber der Einmündung Am Schleusengraben, auf dem Gebiet der Kleingärten, soll ein Innovationspark mit vielen Forschungsbetrieben entstehen. Zudem liebäugelt das BG Klinikum Boberg mit dem Standort und überlegt, dort neu zu bauen. Eine Entscheidung, die wohl schon im Sommer fallen soll. So oder so: Der Innovationspark und die Klinik brauchen eine Zufahrt. Auch keine kleine Schotterpiste, sondern einen richtigen Abzweig mit womöglich zwei Abbiegespuren, und das wohl recht nahe an der Autobahn. Ein kompliziertes Unterfangen, zumal es keine Rückstaus Richtung Autobahn geben darf.

Derzeit denken die Planer des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) an der Kreuzung noch viel kleiner. Geplant ist, den jetzigen Zustand im wesentlichen beizubehalten, aber zu verbessern. So soll es eine „richtige“, feste Ampel geben, Fußgängerüberwege, einige neue Bäume und vor allem eine neue Bushaltestelle in Richtung Bergedorf. Das alles voraussichtlich im Frühjahr 2023.

Bebauungsplan 99 hängt in der Schwebe

Die Planung basiere auf den „jetzt existierenden Bedarfen“, sagt Henning Grabow vom zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Es gehe um die Anbindung des Wohngebiets „Schilfpark“, betont er. Insbesondere die neue Bushaltestelle Richtung Bergedorf werde benötigt. Mit dem Bezirksamt sei der LSBG im Gespräch: Alle Straßenbaumaßnahmen seien mit dem B-Planverfahren für den „Innovationspark“ (Bebauungsplanentwurf 99) vereinbar: „Diese Flächen bleiben vom LSBG nahezu unberührt.“

Tatsächlich kann eine große Kreuzung derzeit noch gar nicht geplant werden. Um zum Beispiel wenigstens ein Stückchen Straße anzulegen, aus dem später der vierte Arm der Kreuzung wird, bräuchte es an der Stelle Planrecht. „Aber das haben wir noch gar nicht“, stellt Bezirksamtsleiter Dornquast fest: Der Bebauungsplan 99 hängt in der Schwebe, da die Frage des Klinik­umzugs offen ist.

Möglicherweise zieht das Unfallkrankenhaus an die A 25

Im Sommer soll es Klarheit geben. Sollte das Unfallkrankenhaus einen Neubau an der A 25 wünschen, bleibt noch die Frage, ob er eher am Anfang oder in der Mitte des Geländes entstehen soll. „Davon hängt dann die ganze Erschließung ab“, stellt Dornquast fest. Etwa, wie lang zu erwartende Rückstaus auf den Curslacker Neuer Deich werden können und ob es eine oder zwei Abbiegespuren braucht.

So oder so wird die neue Kreuzung dann wohl wieder angefasst werden müssen, räumt Dornquast ein. „Wir müssen zwar nicht alles aufreißen. Aber einige getroffene Entscheidungen müssen wir dann wieder rückgängig machen“, sagt der Bezirksamtsleiter.

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