Straßenbau

Für den Radverkehr: Parkplätze in Chrysanderstraße halbiert

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Ulf-Peter Busse
Noch ist das ein Abenteuer: Radfahren entgegen der Einbahnstraße Richtung Mohnhof im östlichsten Zipfel der Chrysanderstraße.

Noch ist das ein Abenteuer: Radfahren entgegen der Einbahnstraße Richtung Mohnhof im östlichsten Zipfel der Chrysanderstraße.

Foto: Ulf-Peter Busse

Umbau soll im Herbst dieses Jahres erfolgen. Einbahnstraße wird für Radfahrer auch in entgegengesetzter Richtung geöffnet.

Hamburg. Soll es mehr Platz für Radfahrerauf Bergedorfs Straßen geben, geht das vor allem zu Lasten von Pkw-Parkplätzen. Da macht die Chrysanderstraße keine Ausnahme: Wird im Herbst mit dem Umbau ihres östlichsten Teils begonnen, der Einbahnstraße zwischen Mohnhof und Bergedorfer Schlossstraße, schrumpft die Zahl der Stellplätze dort von heute 16 auf acht. Und davon bleiben wohl drei Autofahrern mit Behinderung vorbehalten, weil sie direkt an der Fußgängerzone Sachsentor liegen.

So sieht es Variante 4 des Planungsbüros Münster vor, die Montag im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung als abschließende Version vorgestellt wurde. Konkret fallen alle acht Stellplätze weg, die heute im schmalsten Teil des Straßenzugs in Höhe des Schuhhauses Schüttfort liegen.

Planungsbüro legt vor: So sieht der Umbau der Chrysanderstraße in Bergedorf aus

Grund für den massiven Eingriff ist die Vorgabe, die Einbahnstraße für Radfahrer in entgegengesetzter Richtung zu öffnen: Das Sachsentor soll für sie nicht nur südlich entlang der B 5, sondern auch nördlich am Rand des Villengebiets umfahrbar sein. Ein entsprechender Umbau der Bergedorfer Schlossstraße, die bisher nur provisorisch umgestaltet wurde, gilt laut Planungsunterlagen als nächster Schritt dieses Projekts.

Für die Chrysanderstraße hatte sich das Planungsbüro Münster über drei Entwürfe hinweg große Mühe gegeben, die Umgestaltung nicht zu sehr zu Lasten der Autofahrer gehen zu lassen. Doch die dafür nötige Fahrbahnbreite von nur 3,80 Metern plus zwei Metern für die Stellplätze wurde von der Verkehrspolizei kassiert: zu schmal. Schließlich soll Bergedorfs Freiwillige Feuerwehr dort auch weiterhin bei Einsätzen entgegengesetzt zur Einbahnstraße zum Mohnhof fahren.

Gut für Radfahrer: Das gesamte Kopfsteinpflaster soll verschwinden

Komfortabel wird es dagegen für Radfahrer – und auch Fußgänger. Denn das gesamte Kopfsteinpflaster soll verschwinden und durch einen Belag ersetzt werden, der vergleichbar mit dem der Einkaufsstraße ist. Und auch Bordsteine wird es kaum noch geben: Als maximale Höhe sind zwei Zentimeter vorgesehen.

Ferner erhalten Radler eine großzügige Ein- und Ausfädelung von der Fahrbahn am Mohnhof – und an der Kreuzung mit der Bergedorfer Schlossstraße eine „deutlich erkennbare eigene Spur für die gegenläufige Fahrtrichtung“, erläuterte Planer Dierk Münster im Verkehrsausschuss. Er erwarte nach dem Umbau „zumindest stundenweise einen sehr hohen Radverkehrsanteil in beide Richtungen“.

Geschwindigkeit wird im gesamten Abschnitt von 30 auf 20 km/h reduziert

Um Radler Richtung Osten vor unaufmerksamen Autofahrern zu schützen, bekommen sie in der Kurve vor der Feuerwache eine eigene Spur. Auch wird die Geschwindigkeit für Pkw im gesamten Abschnitt von 30 auf 20 km/h reduziert.

Für die Planung gab es viel Lob im Ausschuss. Allerdings wurde Dierk Münster gebeten, nach Möglichkeiten für mehr Grün zu suchen – und Kontakt mit dem Bergedorfer Wirtschaftsverband WSB aufzunehmen: Eventuell fehlende Anlieferzonen für die an der Chrysanderstraße ansässigen Geschäfte müssen nachgerüstet werden.