Pilotprojekte

Anhaltende Trockenheit: Wie sind Bergedorfs Bäume zu retten?

| Lesedauer: 2 Minuten
Christina Rückert
Gut 20 junge Bäume wurden an der Rothenhauschaussee stadteinwärts gepflanzt: Die gelben Rohre, die zur Belüftung und Bewässerung dienen, helfen nicht mehr, wenn die Bäume älter sind.

Gut 20 junge Bäume wurden an der Rothenhauschaussee stadteinwärts gepflanzt: Die gelben Rohre, die zur Belüftung und Bewässerung dienen, helfen nicht mehr, wenn die Bäume älter sind.

Foto: strickstrock / BGZ

CDU fordert neue Ideen, um Dürreschäden zu verhindern. Tatsächlich gibt es bereits Projekte, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Hamburg. Die trockenen Sommer setzen Bergedorfs Bäumen immer mehr zu: Im Februar musste das Bezirksamt die ohnehin dicke Baumfällliste nochmals ergänzen, da weitere „Gefahrenbäume“ morsch, erkrankt oder anderweitig beschädigt waren und gefällt werden mussten.

Die CDU in der Bezirksversammlung möchte beim Problem Trockenheit nun gegensteuern: Die Fraktion fordert ein ökologisches Bewässerungskonzept für die Straßenbäume im Bezirk – und bringt zur nächsten Bezirksversammlung einen entsprechenden Antrag ein.

CDU bringt Antrag ein: Neues Konzept soll Bergedorf Bäume retten

„Viele Bäume werfen infolge von Trockenstress Äste ab – leider kann das jederzeit und überall passieren“, heißt es in dem Antrag. Die viel zu langen Trockenzeiten würden sich irgendwann auch bei den stärksten Bäumen auswirken: Sie sterben ab.

Zwar kümmert sich das Fachamt Management des öffentlichen Raums im Bezirk um die Straßenbäume – jedoch nur in dem von der Umweltbehörde gesteckten Rahmen. „Bezirksspezifische Details, wie zum Beispiel die Nutzung von Bewässerungsbrunnen“ könnten aber nur auf Bezirksebene je nach örtlicher Situation geprüft werden, heißt es im Antrag weiter.

Hamburger Umweltbehörde erprobt Sensoren an der Rothenhauschaussee

Konkret wünscht sich die CDU ein ökologisches Bewässerungskonzept, aus dem hervorgeht, wie die Straßenbäume, Pflanzen und Grünflächen Bergedorfs bei Hitze- und Dürreperioden mit ausreichend Wasser versorgt werden können. Im Bedarfsfall müsse es technische Lösungen geben. Konkret solle ein Bereich als Pilotprojekt auserkoren werden. Umweltorganisationen, externe Dienstleister und andere Institutionen sollten einbezogen werden.

Tatsächlich gibt es bereits Projekte, die sich mit dem Thema beschäftigen, stellt Bergedorfs Grünchef Wolfgang Charles fest. So erprobe die Umweltbehörde gerade an der Rothenhauschaussee ein Konzept mit Sensoren, die im Wurzelbereich der Bäume vergraben werden: „Sie melden, wenn der Baum zu trocken ist.“ Details konnte er aber noch nicht nennen, etwa wer die Sensoren überprüfe.

Nicht nur Bewässerung ist ein Problem, sondern auch Durchlüftung des Bodens

Das Problem sei aber nicht nur die Bewässerung, so Charles, sondern auch die Durchlüftung des Wurzelraums. „Die Bäume brauchen ja auch Luft im Boden.“ Bundesweit gebe es verschiedene Projektansätze.

Schon lange üblich sind hingegen Rohre, die aus dem Wurzelraum ragen und mit deren Hilfe junge Bäume bewässert werden. Doch sobald die Bäume älter werden, helfen die Rohre nicht mehr, so Charles. „Dann sind sie oft beschädigt.“