Körber-Stiftung

Generationswechsel: Neue Leiterin für das Haus im Park

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Jan Schubert
Der Staffelstab wird weitergereicht: Susanne Kutz (62; r.) übergibt an Eva Nemela (38).

Der Staffelstab wird weitergereicht: Susanne Kutz (62; r.) übergibt an Eva Nemela (38).

Foto: Körber-Stiftung / Claudia Höhne

Susanne Kutz übergibt an Eva Nemela. Standort Bergedorf ist für die Körber-Stiftung „wichtiger geworden als jemals zuvor“.

Hamburg. Sie war sechs Jahre lang eine gute Gastgeberin im Haus im Park (HiP). Seit April 2015 managte sie die Leitung des Hauses und die Geschicke des Begegnungszentrums der Generation 50+ im Villengebiet. Und sogar noch tiefere Spuren hat Susanne Kutz (62) in 35 Jahren bei ihrem Arbeitgeber Körber-Stiftung hinterlassen, baute sie zuvor doch als Programmchefin das Körber-Forum am Kehrwieder in Hamburg mit auf.

Jetzt hat Kutz die Leitung in Bergedorf weitergegeben: Eva Nemela (38) hat im HiP nun das Sagen – und übernimmt damit in der Stiftung den Bereich Alter und Demografie.

Neue Leiterin für das Haus im Park leitet Generationswechsel ein

Generationenwechsel im Generationentreff: „Nach sechs bereichernden Berufsjahren verabschiede ich mich aus Bergedorf“, sagt Susanne Kutz, die um die große Bedeutung dieses „Außenpostens“ der Körber-Stiftung weiß: „Der Standort in Bergedorf ist wichtiger geworden als jemals zuvor.“ Jahrelang war die Frau aus Altona Ansprechpartnerin für alle Bergedorfer.

Gleich zu Beginn ihrer Zeit am Gräpelweg im Villenviertel kamen weitere Gäste dazu: Zahlreiche Geflüchtete kamen im Jahr 2015 nach Deutschland, und damit auch nach Bergedorf und ins HiP. „Das war für mich schon ein Höhepunkt in dem Sinne, was Engagement für andere ausmacht“, bewertet Kutz ihren damaligen Einstieg.

Für das HiP steht dann der Umzug in den Neubau ins Körber-Haus an

Kutz initiierte in ihrer Zeit zudem den „Zugabepreis Alter/Demografie“ für ältere Unternehmer, aber auch weniger prominente Angebote wie den „Dialog mit dem Ende“ und vieles mehr. Fazit: „Mir hat an meiner Bergedorfer Zeit sehr gefallen, dass ich so vieles auf den Weg bringen konnte.“

Ein bestelltes Feld also für Eva Nemela? In vielerlei Hinsicht schon, bereitete Susanne Kutz doch den Boden für ihre Nachfolgerin vor, indem sie in Abstimmung mit dem Bezirksamt auch den Standortwechsel des HiP ins Körber-Haus an der Holzhude mit vorantrieb. Auch für den Neubau, das künftige kulturelle Herz Bergedorfs, ist Nemela dann verantwortlich, gemeinsam mit Nicole Becker-Kloth (städtische Leitung).

Gebürtige Kölnerin ist studierte Historikerin und Ethnologin

Der Erfahrungsschatz sei „kaum zu ersetzen“, sagt Eva Nemela über ihre Vorgängerin, die sie in den vergangenen Monaten mit hiesigen Gepflogenheiten vertraut gemacht hat. Wobei die Neue auch weiß, dass das direkte Gespräch mit den Bergedorfern unersetzlich ist: „Wirklich wichtige Infos verstecken sich ja meistens nicht in Dokumenten.“

Die gebürtige Kölnerin ist studierte Historikerin und Ethnologin, bereits über zehn Jahre in der Stiftungsarbeit aktiv, davon seit vier Jahren in der Körber-Stiftung. Führungskompetenz hat Eva Nemela bereits bewiesen, indem sie das ­Programm- büro der „Engagierten Stadt“ leitete und dort die Kooperation zwischen sechs deutschen Stiftungen und dem Bundesfamilienministerium koordinierte.

Digitalisierung im Haus im Park soll vorangetrieben werden

Die Wahlrahlstedterin sagt: „Mir gefällt, dass ich beruflich etwas tue, das die Gesellschaft besser macht und für sie Lösungen entwickelt.“ Diese Arbeit sei ein „großes Geschenk“, findet Eva Nemela, weil nicht nur geredet, sondern auch gemacht werde.

Die 38-Jährige möchte besonders das Thema Digitalisierung für Ältere im HiP vorantreiben, ihr großes Netzwerk einbringen, auch ehrenamtlich engagierte Bürger weiter in ihrem Tun bestärken – was ja im Lockdown allemal kompliziert ist. Und dann wird bald umgezogen: Vermutlich noch in diesem Jahr, spätestens aber im Frühjahr 2022.

Susanne Kutz bleibt der Körber-Stiftung weiter beratend erhalten

Und Susanne Kutz genießt aus der Entfernung. Ganz aufhören wird die 62-Jährige nicht, der Körber-Stiftung in Altersteilzeit weiter beratend zur Verfügung stehen. Der Abschied aus Bergedorf falle schwer, aber Kutz kann dem Ganzen auch Positives abgewinnen: „Das vergangene Jahr hatte nicht nur Schlechtes. Wir haben schnell gelernt, uns im digitalen Raum zu bewegen und zu präsentieren.“