Schlosspark

So viel Streit wie nie an der Bergedorfer Rollschuhbahn

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Anne K. Strickstrock
Spaß auf der Rollschuhbahn haben derzeit 40 Mädchen, die im Verein trainieren.

Spaß auf der Rollschuhbahn haben derzeit 40 Mädchen, die im Verein trainieren.

Foto: strickstrock / BGZ

Dass der Rollsportverein dort trainieren darf, sorgt zunehmend für Stress. Eltern sind verärgert, Kinder werden "vom Platz gefegt".

Hamburg. Ein herrlich sonniger Nachmittag zu Corona-Zeiten: „Raus mit den Kindern an die frische Luft“, denken sich viele Eltern, schnappen sich Rollschuhe und Inliner und machen sich auf zum Bergedorfer Schlosspark, wo sich schon gut 20 Kinder auf der Rollschuhbahn tummeln.

Dann die Überraschung: „Plötzlich kamen andere Eltern mit Besen und haben uns alle verscheucht“, ärgert sich eine Bergedorfer Mutter von drei Kindern (9, 7 und 4 Jahre) über das Verbot: „Und tatsächlich hängt da auf einmal ein kleines Schild, das auf diesen Verein verweist, der angeblich allein auf das Feld darf.“

„So viel Streit gab es noch nie“

Was für Kopfschütteln und Unverständnis sorgt, ist tatsächlich seit mindestens drei Jahrzehnten Tradition, bestätigt das Bezirksamt: „Laut Vertrag darf der Bergedorfer Eis- und Rollsportverein die Fläche kostenlos nutzen. Aber so viel Streit wie in diesem Jahr gab es wirklich noch nie.“

An vier Nachmittagen belegt

Daher haben die Trainerinnen Sylvia und Alicia Kortylak immer die behördliche Anordnung in der Tasche: „Es gibt wirklich viel Stress, weil sich andere Eltern beschweren und unser Training nicht akzeptieren. Dabei sind wir froh, endlich wieder unsere Außenanlage nutzen zu dürfen. Auch, wenn nur zehn gleichzeitig auf den Platz dürfen.“

Nachdem der Platz gefegt wird, trainieren dienstags bis freitags zwischen 15 und 19 Uhr insgesamt 40 Mädchen zwischen 4 und 26 Jahren auf der 800 Quadratmeter großen Anlage. „Besonders schwer ist die Kanone auf einem Bein“, meint die neunjährige Lara, die ihre Inliner gegen Rollschuhe tauschte und glücklich über ihr neues Hobby ist.

Skateboards erlaubt

„Eigentlich dürfte der Verein die Fläche zeitlich deutlich häufiger nutzen. Ist aber doch toll, wenn jetzt montags und am Wochenende alle Bergedorfer hier rollern dürfen“, heißt es aus der Grünabteilung, die 2017 den Boden für 60.000 Euro erneuern ließ. Seit eine Kunstharz-Betonmischung für eine spiegelglatte Fläche sorgt, sind hier auch Skateboards erlaubt: „Das müsste der Boden eigentlich abkönnen.“

Schild soll für Aufklärung sorgen

„Sehr bald“ will das Bezirksamt ein größeres Schild aufstellen, das auf den 1959 gegründeten Rollsportverein hinweist und dessen Nutzungsvorrecht. „Das könnte auch eine gute Werbung sein, neue Mitglieder sind immer herzlich willkommen“, sagt Sylvia Kortylak.