In Corona-Zeiten

Bergedorfs Kulturkneipe BeLaMi setzt auf Konzertförderung

| Lesedauer: 2 Minuten
Seit Anfang November geschlossen: Mike Weil in seiner Kulturkneipe BeLaMi an der Holtenklinker Straße.

Seit Anfang November geschlossen: Mike Weil in seiner Kulturkneipe BeLaMi an der Holtenklinker Straße.

Foto: Jan Schubert

Seit acht Monaten kein Kulturbetrieb in Bergedorfs Kulturkneipe. Hoffnung, dass an den Feiertagen ein Restaurantbesuch erlaubt ist.

Hamburg.  „Es ist eine verdammt harte Zeit“, sagt Mike Weil, Chef und Betreiber der Kulturkneipe BeLaMi an der Holtenklinker Straße. Seit dem 2. November darf er sein Lokal nicht mehr öffnen, und wie viele andere Gastronomen rechnet er fest mit einer Verlängerung des Lockdowns bis zum Jahresende. „Dabei ist der Dezember immer unser bester Monat, mit doppelt so viel Umsatz wie in normalen Monaten. Aber diesmal gibt es hier keine Weihnachtsfeiern, keinen Frühschoppen.“ Dass der Gesetzgeber seinen Bürgern möglicherweise an den Weihnachtsfeiertagen einen Restaurantbesuch gestattet , ist seine einzige Hoffnung .

Seit März hat es nicht ein leises Quentchen Kultur im BeLaMi gegeben – dabei sind Konzerte und Lesungen ein Schwerpunkt der Kneipe. „Nach den Lockerungen ab Juni konnte ich zwar öffnen, hätte aber maximal 18 Gäste auf Sitzplätzen in Richtung Bühne unterbringen können“, erklärt Mike Weil. „Das hätte sich doch für keinen Künstler gerechnet. Schon vor der Corona-Zeit war die Hutkasse für sie immer ein Risiko, aber dies wäre nun wirklich Ausbeutung.“

Chef der Bergedorfer Kulturkneipe BeLaMi hofft auf Kultur-Förderprojekt

Als Mitte Mai die Corona-Lockerungen wieder eine Öffnung von Lokalen erlaubten, blieb das BeLaMi zunächst geschlossen. Im Juni öffneten Mike und Ehefrau Nadine Weil dann probeweise für zwei bis drei Tage in der Woche, stemmten den Laden zu zweit, ohne zusätzliches Personal. „Die wahre Freude war das aber nicht“, sagt er rückblickend.

Lesen Sie auch:

Zum einen kamen deutlich weniger Gäste als sonst, zum anderen mussten diese mit einer abgespeckten Speisekarte leben. Und immer wieder gab es Diskussionen um Sinn oder Unsinn der Abstandsregeln. „Nützt doch aber nichts“, sagt Mike Weil: „Die Verordnungen gelten, also halten wir sie ein.“ Andere Lokale hätten dies nicht immer getan, und dies hält Weil für den Grund, warum der zweite Lockdown verordnet ist.

Einen Funken Hoffnung schöpft der Kneipier nun aus dem Kultur-Förderprojekt „Neustart“ der Bundesregierung. „Dort habe ich jetzt eine Konzertreihe zur Förderung angemeldet, die ab Ende Februar oder März laufen soll. Ich habe aber noch keine Antwort.“

( tv )