Bergedorf

E-Roller blockieren Fußwege – so reagiert Anbieter Felyx

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne K. Strickstrock
Die dunkelgrünen E-Roller des Anbieters Felyx stehen an der Kreuzung Wentorfer Straße/Justus-Brinckmann-Straße und sorgen dort für Unmut bei Fußgängern und Radfahrern.

Die dunkelgrünen E-Roller des Anbieters Felyx stehen an der Kreuzung Wentorfer Straße/Justus-Brinckmann-Straße und sorgen dort für Unmut bei Fußgängern und Radfahrern.

Foto: strickstrock / BGZ

Ein Schwerpunkt in Bergedorf ist die Kreuzung Wentorfer Straße/Justus-Brinckmann-Straße, wo es schnell gefährlich für Fußgänger wird.

Hamburg.  Früher waren es nur die E-Scooter, die auf dem Gehweg der Wentorfer Straße in Bergedorf bei so manchem Fußgänger für Ärger gesorgt haben. Inzwischen reihen sich dort jedoch die größeren E-Motorroller des Anbieters Felyx aneinander.

Bis zu 30 der dunkelgrünen Miet-Roller stehen zwischen dem Paalzowweg und der Justus-Brinckmann-Straße. Das Problem: Oft werden die Elektro-Roller so ungünstig abgestellt, dass für Radfahrer und Fußgänger nur noch wenig Platz bleibt, und das sorgt bei Anwohnern für Unmut.

E-Roller: Felyx entschuldigt sich für wild geparkte Motorroller

„Das ist gefährlich, wenn ich mit meinen Einkaufstüten komme, sich auch noch Radler durchquetschen“, meint Daniel Bursian: „Die E-Scooter wurden wenigstens ab und zu nachts abgeholt, aber die Firma Felyx scheint sich gar nicht zu kümmern, manche Roller stehen hier schon monatelang an der Landesgrenze“, wundert sich der 48-Jährige: „Wie wollen die dann eigentlich damit Geld verdienen?“

Jedenfalls hat er sich bereits an das niederländische Unternehmen gewandt, das sich „aufrichtig entschuldigt“, schließlich hätten sich die Nutzer an die Regeln und Vorschriften zu halten. „Wir haben eine Warnung an den Benutzer des Rollers ausgesprochen, der dir Ärger bereitet hat“, heißt es im Antwortschreiben.

Anwohner fordert die Polizei auf, Strafzettel zu verteilen

Ist das etwa nur ein einziger Nutzer? „Ich habe niemanden gesehen, vielleicht fährt der morgens mit dem Bus zur Arbeit und abends mit einem Roller zurück“, überlegt Daniel Bursian, der seit 14 Jahren hier wohnt und weiß: „Die Krankenhaus-Mitarbeiter sind es nicht, die kommen meist mit dem Bus oder haben ein Auto.“ Jedenfalls rief er zuletzt die Bergedorfer Polizei an: „Die müsste Strafzettel verteilen und sie dann nach einiger Zeit abschleppen.“

Björn Schramm, Bergedorfs Leiter der Verkehrspolizei, ließ gerade erst Montagmorgen einige Roller umsetzen: „Wir sind nahezu täglich da, lassen auch abschleppen und verteilen Strafzettel an den Halter.“ Bei 55 Euro liegt das Verwarngeld. Behindert der Roller die Barrierefreiheit auf dem Gehweg, können sogar 70 Euro fällig sein. Aber mit Blick darauf, dass das Angebot „ja auch erwünscht und politisch gewollt“ sei, so Schramm, agiere man mit Fingerspitzengefühl: „Abgestellt zwischen einem Werbekasten und einem Blumenbeet stören die Roller ja nicht.“

Bergedorf sucht Abstellflächen für E-Roller und E-Scooter

Die Firma Felyx, die eigenen Angaben zufolge „Pionier in der radikalen Verbesserung der innerstädtischen Mobilität“ werden will, hatte übrigens noch geschrieben, man könne den Flottenmanager ansprechen, denn es sei möglich, die Zone anzupassen. So etwas indes gibt es in Bergedorf noch nicht: Während es etwa im Schanzenviertel ausgewiesene Parkflächen für Roller und E-Scooter gibt, auch in Eimsbüttel ein solches Konzept diskutiert wird, ist Bergedorf noch auf der Suche.

Man werde sich mit der Verkehrsbehörde und der Polizei abstimmen, dann dem Bergedorfer Verkehrsausschuss entsprechende Flächen vorschlagen, kündigt Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann an. Der tagt wieder öffentlich am Montag, 5. Dezember, von 18 Uhr an im Bergedorfer Rathaus, an der Wentorfer Straße 38.

Doch auch ohne solche Parkzonen möge es doch bitte gesittet zugehen, mahnt die Polizei – und bezieht sich damit ebenso auf die massive Beschwerdelage an der Lohbrügger Landstraße: „Es ist ein schwieriges Miteinander, aber es darf auch nicht sein, dass bei manchen Felyx-Rollern schon die Sitzbänke aufgeschlitzt wurden“, sagt Björn Schramm.

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