Kinder und Jugend

U-Boot-Spielplatz für den Dorfanger Boberg

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Ulf-Peter Busse
Blick auf der Herzstück der Neugestaltung des Spielplatzes gleich neben Bürgerhaus des Dorfangers am Bockhorster Weg: U-Boot „Neptun“ samt Unterwasserwelt.

Blick auf der Herzstück der Neugestaltung des Spielplatzes gleich neben Bürgerhaus des Dorfangers am Bockhorster Weg: U-Boot „Neptun“ samt Unterwasserwelt.

Foto: Zimmer Obst

Fläche am Bürgerhaus wird für 250.000 Euro neu gestaltet. Es wird an Kinder, Jugendliche und auch Rollifahrer gedacht.

Boberg.  Es dürfte eine neue Attraktion im Dorfanger Boberg werden – jedenfalls für seine jüngsten Bewohner: Der fast einen Hektar große, aber bisher eher langweile Spielplatz gleich neben dem Bürgerhaus am Bockhoster Weg taucht buchstäblich ab. Für 250.000 Euro werden die Spielraumgestalter der Firma Zimmer Obst aus Spreenhagen bei Berlin im Auftrag des Bezirksamts aus dem Areal einen U-Boot-Spielplatz machen.

„Die heutige Gestaltung ist ziemlich in die Jahre gekommen und wirkt etwas wahllos zusammengestellt“, sagt Bergedorfs Grünchef Wolfgang Charles. „Sie stammt noch aus der Bauzeit des Dorfangers in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre und wurde damals vom Gebietsinvestor mit Geräten bestückt. Einige sind über die Jahrzehnte von uns ausgetauscht oder auch ergänzt worden.“

Ein U-Boot-Spielplatz soll im Dorfanger Boberg entstehen

Das hat jetzt – zumindest überwiegend – ein Ende: Das Herz des Areals soll ab September zu einer bespielbaren Meereslandschaft werden. In ihrem Zentrum: Ein hölzernes U-Boot mit runden Bullaugen, einem teils nur noch aus Metallstreben bestehenden Bug und angedocktem Spezialeinstieg für junge Entdecker.

Gleich davor werden die Experten in der auf zwei Monate veranschlagten Bauzeit einen Kletterturm samt großer Tunnelrutsche errichten, der ebenfalls aus Unterwasserpflanzen zu bestehen scheint. Er ist, wie auch auch das U-Boot „Neptun“, per Hängebrücke vom benachbarten Wall des Wanderwegs zu erreichen. Er schließt die Fläche im Osten ab und wird so nun auch als gestalterisches Element in den neuen Spielplatz integriert. Rund um die beiden Hauptattraktionen werden sich weitere „Meeresspielzeuge“ befinden, wie etwa ein Seestern auf großen Spiralfedern.

Auch an Jugendliche und Rollifahrer wird gedacht

Doch nicht allein die Kinder hat Wolfgang Charles mit der Überplanung der Fläche im Auge: „Bei unseren Ortsterminen haben wir festgestellt, dass der vordere Zeil nahe dem Bockhorster Weg sehr intensiv von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wird. Darunter waren stets auch einige, die im Rollstuhl saßen.“ Sie sollen durch die Umgestaltung keinesfalls vertrieben werden. „Wir wollen ihren Teil behutsam angehen, etwa neue Tische und Bänke aufstellen, aber auch ein Karussell, das für Rollifahrer geeignet ist. Und es gibt ein Bodentrampolin, das nicht allein für Kinder geeignet ist, ebenso wie eine 25 Meter lange Seilrutsche.“ Auch sollen einige der vorhandenen Geräte erhalten bleiben, darunter die Einpunktschaukel und das Gurtband.

Damit Bergedorfs Grünabteilung das Areal besser pflegen kann, wird es eine neue Überfahrt direkt vom Bockhorster Weg geben. Zudem soll den Spielplatz künftig ein geschwungener Schotterweg durchziehen und es sind zusätzliche Bäume vorgesehen. Sie und verschiedene Bodenbeläge von Klinker über Grand, Sand und Teppich-Vlies sollen helfen, den heute allein dominanten Rasen aufzulockern, ohne ihn ganz zu verdrängen.

Viele Anregungen von Schülern und vom Bürgerverein sind eingeflossen

Im Umweltausschuss der Bezirksversammlung fand das Projekt breite Zustimmung. „Ich habe wieder viel gelernt darüber, wie ein moderner Spielplatz heute aussehen kann“, lobte Nils Dorn (FDP) die Pläne, die Charles zusammen mit den Spielplatzexperten erarbeitet hat. Basis waren dabei die Wünsche und Ideen der Schüler der nahen Grundschule Heidhorst, die im Dezember vergangenen Jahres vom Bezirksamt befragt worden sind.

SPD-Fraktionschefin Katja Kramer beeindruckte das Einbeziehen der vor Ort angetroffenen Jugendlichen: „Das belegt, wie flexibel unsere Verwaltung arbeitet.“ Ein Schulterklopfen, das Wolfgang Charles aber nicht allein für sein Haus beanspruchen wollte: „Wir haben in der Planung auch viele Anregungen des Bürgervereins umgesetzt.“

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